Die E-World Energy & Water 2015 ist vorüber. Ein Schaulaufen der Branche, die nach Steuern die meisten Nebenkosten der Bürger und Unternehmen verursacht. Hubertus Grass geht im DEZ-Blog bereits auf das Thema Netzstabilität ein, was vor zwei Jahren ein Hype war und jetzt Realität wird:

„Sehr, sehr lange würde es dauern, bis es für diese Herausforderung zufriedenstellende und bezahlbare Antworten gebe. Die Antworten sind jetzt da. Sie kommen zum Beispiel von vielen kleinen Unternehmen, die sich zum Teil zum ersten Mal auf der EWorld vorstellen.“

Tatsächlich beobachtet man im Jahre 2015 eine Branche, die Agilität und Verantwortung nicht zu einer Symbiose bringen kann.

Das Beispiel „REStabil“

In dem Forschungsprojekt »REStabil – Sachsen-Anhalt« erforschten wir gemeinsam die Sicherheit und Stabilität des Betriebes von Energieverteilungsnetzen durch den Einsatz aggregierter dezentraler Netzkomponenten. Mit Ende des Jahres 2014 haben wir es zu seinem erfolgreichen Abschluss geführt. (Quelle Fraunhofer IFF)

Viele der Projektpartner und Förderer sind nach Essen gekommen, um dem Fachpublikum ihre Informationen zu zeigen. Am Stand nachgefragt, bekam man lediglich die Antwort, von REStabil habe man noch nichts gehört.

Diese Zielstellung umfasst insbesondere die Steigerung der Netzeffizienz durch optimierte Integrationsstrategien mit einem systemischen Ansatz, sowie die verstärkte Bereitstellung von lokalen und globalen Systemdienstleistungen auf den und durch die regionalen und kommunalen Netzebenen mittels Kopplung dezentraler Anlagen zur Netzsicherung in kritischen Situation und Betriebsoptimierung im Normalbetrieb unter Anwendung einer kooperativen Steuerungsstrategie zwischen allen beteiligten Akteuren. (Quelle: Forschungsportal Sachsen-Anhalt)

Das Ziel des Projektes wurde erreicht. Die ZfK berichtet vom Live-Versuch des Projektleiters Prof. Dr.-Ing. habil. Zbigniew Antoni Styczynski, der den Kennern bereits aus dem SECVER Projekt bekannt sein dürfte, welches bis Mai 2016 an den Mess- und Auswertungssystemen der Verteilnetze forscht.

Die Energie-Forschung steckt in einem Dilemma. Studien sind zwar das Salz in jeder Meinungsäußerung, jedoch die Projektergebnisse nicht in den Forderungen an Politik und Verbände. Kaum Öffentlichkeitsarbeit und noch weniger Ergebnismarketing sorgen dafür, dass die Branche nach Essen schaut und man selbst in Magdeburg aufführt. Ein komisches Theater, welches gänzlich ohne Regie irgendwann dem Rotstift der Ineffizienz zum Opfer fallen wird.

Die Wertschöpfung von Forschung & Bildung ist der Erhalt der Fördergelder, zu deren Rechtfertigung auch eine Veröffentlichung notwendig ist. Eine ISBN-Nummer gibt es ab 20 Euro, eine Raum für eine Präsentation ab 50 Euro. Dafür zu sorgen, dass die Ergebnisse auch gelesen werden: unbezahlbar.

 

Bitte nicht falsch verstehen, aber beim Besuch auf der E-World bin ich müde davon geworden, bei der Frage „Was überwachen Sie in Verteilnetzen für die Netzstabilität?“ als Antwort Netzfrequenz zu erhalten. Jeder Aussteller, der dies gesagt hat, hat von mir die Visitenkarte für den Hybridstrommarkt bekommen, dort gibt es die Kapitel   Stromnetz: Synchron per Marktdesign und Versorgungssicherheit . Vielleicht hilft es.

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