Eine der Entscheidungen/Ideen im Grünbuch zum Strommarktdesign der Energiewende, ist die Aufsplittung von Deutschland in zwei Preiszonen. In einer Studie hat die EEX und EPEXSpot die Kosteneiner Nord/Süd Aufsplittung für die Verbraucher berechnet und kam auf 100 Millionen Euro pro Jahr (Pressemitteilung). Damit würden die zusätzlichen Kosten der Letztverbraucher bei einer kombinierten Einführung eines dezentralen Leistungsmarktes bei jährlich 240€ je Haushalt summiert. Nicht enthalten sind die Kosten für die Prozesskosten bei der Aufsplittung oder der Implementierung des Marktdesigns.

Die Studie vergleicht die wirtschaftlichen Kosten und den Nutzen einer Aufteilung des deutsch-österreichischen Strommarkts in zwei Gebotszonen. Hierbei wird ein Zielkonflikt sichtbar: Wird die Gebotszone aufgeteilt, können Kosten für eine Veränderung der gemeldeten Kraftwerksfahrpläne – den sogenannten Redispatch – in einigen Fällen gesenkt werden. Gleichzeitig entstehen laufend wirtschaftliche Verluste durch Ungewissheiten bei der Bestimmung der gesamten Übertragungskapazität zwischen den kleineren Zonen. Indem sie diese beiden Kostenfaktoren gegeneinander aufwiegt, zeigt die Studie, dass eine Aufteilung der deutsch-österreichischen Gebotszone die Gesamtkosten für die Stromversorgung um bis zu 100 Millionen Euro pro Jahr steigen lassen würde. Darüber hinaus würden durch eine rückgängige Liquidität sowie höhere Transaktionskosten weitere Ineffizienzen entstehen.

„Die Ergebnisse unserer Analyse warnen deutlich vor einer Aufteilung großer, liquider Gebotszonen. Dies gilt insbesondere für den bereits integrierten und bewährten deutsch-österreichischen Strommarkt, der durch seine hohe Liquidität den Referenzpreis für Europa setzt“, sagt Dr. Christoph Maurer, Geschäftsführer von Consentec. „Statt der Aufteilung von Gebotszonen sollten Märkte weiter integriert werden. Dafür ist der Netzausbau die einzige gangbare Lösung.“

Beim Design des Hybridstrommarktes ist von einer weiteren Vergrößerung der Preis/Angebotszonen im europäischen Kontext ausgegangen worden, auch wenn dies nur eine rechnerische Anpassung auf Basis einer Preiskopplung von Regionen ist (vergl. Buch – Seite 18 – „Europäische Integration“ ).

In der Vergangenheit hatte blog.stromhaltig wiederholt die Entwicklung der Redispatches in Deutschland untersucht. Erkennbar ist auf dem 30 Tage Rückblick  ein deutliche Dispatch-Richtung von Ost nach West. Hierfür entstehen bereits heute Kosten, ohne dass es Konzepte gibt, diese Netzeingriffe zukünftig zu verhindern. Käme es zu einer Aufsplittung in Nord/Süd, so kann man sich leicht ausrechnen, wie die Häufigkeit der Redispatches verdoppelt wird.

Ebenfalls wurden in den vergangenen Jahren ein vermehrtes Aufkommen von grenzüberschreitenden Redispatches beobachtet, erfolgen diese in unterschiedlichen Preiszonen, so bleibt der Grundsatz der wirtschaftlichen Neutralität dieser Eingriffe nicht gewahrt.

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4 Gedanken zu “EPEXSpot: Beibehaltung einer Preiszone 100 Millionen Euro günstiger

  1. @hein

    8€ mehr zahlen für welchen Mehrwert?

    Die Aufteilung des Zonen hat nur einen Mehrwert für die Konzerne des Oligopols, statt Oligopol dann je Zone nur noch Bipol und damit nur einen Schritt vom Monopol und dem absolut ungehemmten Ausquetschen der Verbraucher entfernt.

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    • Ja, so ist es .
      Aber ‚mia san mia‘ war noch nie guenstiger als ‚we are the world‘.
      Bayern – und der Rest der Netzbezahler – wuerde sich die geplanten Trassen sparen.
      Die Netznutzer werden ohnehin weniger mit der Zeit, der Stromabsatz geht schon jetzt zurueck.
      Die Verbraucher setzen ohnehin auf Selbstversorgung.
      Um so beschraenkter der Markt um so hoeher die Preise, aber der Markt beschraenkt sich sowieso durch weiter verringerten Absatz wie wir wissen.

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  2. Wer die Studie bezahlt kriegt auch das passende Ergebnis, und die EEX lebt vom vielen Handeln…
    Zum Vergleich: 2012 wurden 164 Mio Euro für Redispatch in D aufgewendet , tendenz steigend.

    Auf Seite 32 der Studie werden nur 3 Monate von Skandinavien Juni-Aug 2010 mit Juni-Aug 2014 vergleichen, und daraus gefolgert das die Einteilung der 4 Zonen das Bid-Ask Spektrum vergrößert hat.
    2010 war Trockenheit in Skandinavien, wenig Strom aus Wasserkraft-> höhere Preise:
    Siehe : http://www.statnett.no/Drift-og-marked/Data-fra-kraftsystemet/Nordisk-kraftflyt/

    In Skandinavien ist man auf Sicherheit bedacht, die Speicherseen sollen nicht leerlaufen, nur weil Zocker Strom verkaufen.

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