Präsidentin Hildegard Müller des Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft zückt die EU-Karte beim Kampf um die Ersparnisse der Stromkunden. Mit Blick auf die erfolgreiche Einführung eines Kapazitätsmarktes in Großbritannien, will man per Pressemitteilung eine Grundsatzentscheidung möglichst mit der Brechstange umsetzen.

Hybridstrommarkt - Ein Strommarkt für die Energiewende in Bürgerhand
Hybridstrommarkt – Ein Strommarkt für die Energiewende in Bürgerhand

„Wie das französische Energieministerium heute bekannt gegeben hat, will neben Großbritannien nun auch Frankreich einen Kapazitätsmarkt einführen, um in Zukunft die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Mehr als ein Dutzend europäischer Staaten beschäftigt sich aktuell mit diesem Thema. Längst ist deutlich geworden, dass die Reform des Strommarktdesigns keine nationale, sondern eine europäische Herausforderung ist. Strom macht nicht an Grenzen halt. Es ist deshalb wichtig, dass die von der Bundesregierung angestoßene Debatte um das zukünftige Strommarktdesign ergebnisoffen und mit einer klaren europäischen und grenzüberschreitenden Perspektive geführt wird. Der vom BDEW entwickelte dezentrale Leistungsmarkt unterstützt und fördert die Weiterentwicklung des europäischen Energiebinnenmarktes. Der Branchenvorschlag ist europakompatibel und setzt ausdrücklich auf die Einbindung ausländischer Kapazitäten in den dezentralen Leistungsmarkt.“ (Hildegard Müller, BDEW, Quelle)

Man bemerke die feine Note, die mitschwingt, denn Deutschland wird als Verlierer hingestellt, welches erst auf Frankreich und Großbritannien schauen muss, wenn es um klimafreundliches Marktdesign geht.  Auch im Grünmarkt-Modell, FlexMarkt und Hybridstrommarkt macht der Strom nicht an den Grenzen halt. Für den Hybridstrommarkt gilt ferner, dass es sich um einen Marktentwurf handelt, der ohne finanzielle Mehrbelastung der Stromkunden auskommt.

Beitragsbild: Hildegard_Müller,_Rainer_Baake.jpg: Heinrich-Böll-Stiftung derivative work: FishInWater (Hildegard_Müller,_Rainer_Baake.jpg) [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

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Veröffentlicht von Thorsten Zoerner

Seit dem Jahr 2007 beschäftige ich mich mit den Themen Stromnetz und Strommarkt. Parallel dazu entstand ein Blog, um Informationen zu den jeweiligen Themen bereitzustellen. Er ist unter blog.stromhaltig.de zu finden. Über das Thema Energiewirtschaft habe ich bislang drei Bücher veröffentlicht. In meinem 2014 erschienenen Buch zum Hybridstrommarkt beschreibe ich ein Marktdesign, das in Deutschland in das Gesetzespaket Strommarkt 2.0 aufgenommen wurde. Hierbei werden zwei Technologien des Strombezugs vereint: der Hausanschluss mit Bezug bei einem klassischen Stromanbieter und einen alternativen Bezug von erneuerbaren Energien. Die wirtschaftlichen Vorteile für ein solches Marktdesign sind erwiesen. Auch die Digitalisierung beeinflusst die Energiewirtschaft von morgen. Daher habe ich mich intensiv mit dem Thema Blockchain Technologie befasst. Blockchain ist eine Technologie, die den Austausch und die Dokumentation von Daten vereinfachen kann. Daher kann diese Technologie mithilfe der digitalen Möglichkeiten das heutige Energiesystem revolutionieren. Denn damit ist eine automatische Abgleichung von Energieerzeugung und Energieverbrauch möglich. Um zukünftige Herausforderungen und Chancen mitgestalten zu können, habe ich 2017 die Firma STROMDAO gegründet. Dort bin ich Geschäftsführer und möchte dafür sorgen, dass mithilfe der Blockchain Technologie und dem Hybridstrommarkt eine digitale Infrastruktur für die Energiewirtschaft der Zukunft aufgebaut wird. Der STROMDAO Mechanismus zur Konsensfindung für den Energiemarkt unterstützt dabei die Marktkommunikation aller beteiligten Akteure.

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