„Dieses aktuelle Stimmungsbild ist ein deutlicher Weckruf an die Politik. 2015 muss wieder ein Jahr der Entscheidung für die Energiewende werden. Bund und Länder sind hier gleichermaßen gefordert. Die Koordination ist gerade in diesem Bereich weiter unzureichend. Daher muss in 2015 eine ganze Reihe von weiteren konkreten Gesetzen vorbereitet und verabschiedet werden.“,  erklärte Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

Der Bundesverband Deutscher Elektrizitäts- und Wasserwirtschaft (BDEW) vertritt  unter 1% der Stromerzeuger in Deutschland. Die „GDL“ unter den Lobbyverbänden spricht davon, dass 39% (dieser weniger als 1%) der Stromerzeuger unter wirtschaftlichen Schwierigkeiten leidet. Dabei sind die Probleme hausgemacht – oder in Verbandssprache  „Standardisiert“.

„Warum kommt das Smart-Grid Gedönz eigentlich bei dem Bürger nicht an?“

… fragte ein Bürger der Stadt Wiesloch auf dem Bürgerdialog ihm Rahmen der Klausurtage des Landesverbandes der Bündnis 90/Grünen einen der MdLs. Gute Frage?

RWE Smarthome preist die Zukunftswochen an. Die intelligente Steuerung im Haushalt verspricht mehr Komfort bei nachhaltigerem Energieverbrauch. Ein Elektromobil gibt es beim Zukunftsprojekt Energiezukunft der EON und meint „Energie wird intelligent“. Das zukunftsweisende Herzstück im schlauen zu Hause findet man bei EnBW. Sorry, aber auf was warten wir eigentlich? Was heute Zukunft ist, ist morgen bereits Vergangenheit.

Im Jahre 2010 war es bereits möglich, dass man den Energiefluss (nicht nur Strom) in einem Haushalt vollständig per intelligenter Funksteuerung steuert. Von Remote, Zeitgesteuert, mit maximalem Komfort. Automatische Anpassung an Wettervorhersage, Verfügbarkeit von Strom aus Wind und Sonne – angepasst an die Gesundheit des Stromnetzes.

Dank des aktiven Stillstandes beim Produkt „Strom“haben zwar die Kunden reichlich in Schnick-Schnack investiert, doch die BDEW-Mitglieder haben nur abgesahnt. Halten eines Status-Quos beim Strommarkt-Design, Stromhandel und der Energiewende im allgemeinen.

Es war die Verbandspolitik, die dafür sorgte, dass wir noch heute die Lastprofile des VDEW (Vorgänger des BDEW) verwenden, wenn der Otto „Normal“ ist. Mehr Intelligenz würde nicht funktionieren, wird vom Verbraucher nicht akzeptiert…

Die Zukunftswochen oder das Zukunftsprojekt Energiezukunft werden keine Kunden finden? Vielleicht finden sie schlicht keinen EVU, der auf intelligente Kunden eingestellt ist.

Sorry lieber BDEW, aber als Minderheitenvertreter bei den Stromerzeugern, solltet ihr vielleicht langsam die Stimmen der Stromkunden einholen. Als Weckton empfehle ich den Hybridstrommarkt (demnächst auch als kostenloser Download im AppStore der Wetzels-Welt).

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5 Gedanken zu “Verbandspolitik treibt Stromkonzerne in den Ruin

  1. Hallo Thorsten,

    die Frage zu :

    „Diese 1% sind das Erzeugungskapazität oder Anzahl der Erzeuger?“

    ist beantwortet. Mir fällt dazu die Frage ein die ja auch in der vorausgegangenen enthalten ist – welche Kapazität repräsentieren die Unternehmen eigentlich ?

    Entweder habe ich nicht aufgepasst :roll: oder diese Frage ist noch offen. Diese Zahl in Prozent, MW oder GW, gibt eher ein Gefühl für die tatsächliche „Marktmacht“ dieser Gruppe.

    Ich „befürchte“ dieser Anteil ist um einiges größer als 1% …..

    Antworten
    • @Rainer

      Habe keine passenden Statistiken parat, aber das Thema Erzeugungskapazitäten vor einigen Jahren mal beleuchtet und noch grob die Hasnummern im Kopf..
      Damals gab es ca 120 GW konventionelle Erzeugungskapazitäten (Wasser+Gas+Kohle+Atom+Öl…) in Dutschland und ca. 30 GW Erneuerbare (ohne Wasser und Bigas/-masse)

      Da wir Anfag 2015 ca. 70 GW Onshorte-Windkraft und Photovoltaik, sowie 7 GW Biomasse, alle überwiegend in Besitz kleiner Unternehmen haben und auch zwischenzeitlich ca. 10 GW Atomkraft Abgeschalten haben, dürfte bei den Kapazitäten das Verhältnis grob geschätzt etwa 110 : 80 sein.

      ~5 GW Wasserkraft sowie weitere 7 GW Pumpspeicher und die Offshore-Windkraft rechne ich mal den „großen“ zu, denke mal auch die kleineren Wasserkraftbetreiber (Stadtwerke) sind überwiegend im BDEW organisiert.

      Bei der unter Strich erzeugten *Nutzenergie* können wir vereinfacht 70:30 (oder 2:1) annehmen …

      Der interessanteste Wert allerdings wäre das Verhältnis der Umsätze (mit Strom) beider Gruppen. Ich denke mal die im BDEW organisierten Unternehmen machen mit Stromgeschäft doch etwas mehr als 40 Mrd. Umsatz, woraus wir schlussfolgern dürfen, dass die 20 Mrd. EEG-Umsätze für all die kleinen die kostengünstigere Stromerzeugung ist!

      Für belastbases Zahlenmaterial für (beeinhaltet auch dagegen!) die letzte These wäre ich jedem dankbar!

      Antworten
  2. Danke Dieter !

    Ich habe erst Heute diese Antwort „erblickt“ Das „eine“ Prozent ist also keineswegs so klein wie es ausschaut.

    Irgendwie vermitteln Prozentsätze öfter den Anschein von gezielter Manipulation – das zielt ausdrücklich nicht auf Dich Thorsten !

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