Wie das Institut Acror Pilum in Berlin am 01. Januar 2015 mitteilt, hatte Deutschland im vergangenen Jahr einen Export-Überschuss mit seinen Nachbarn von 7.238.858 MWh. Wobei 29.817.569 MWh Importiert wurden und 37.056.427 MWh exportiert wurden.  Daten-Quelle sind die gemessenen physikalischen Lastflüsse der Übertragungsnetzbetreiber.

Der Export-Überschuss reicht etwa zur Versorgung von 2,4 Millionen Haushalten. 

Die Lage von Deutschland in der Mitte von Europa ist von zentraler Bedeutung, wenn es um die Frage der Versorgungssicherheit mit elektrischer Energie geht. Viele Lastflüsse innerhalb des Verbundnetzes gehen durch das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Die Nachbarländer und die Kopplung der Übertragungsnetze ist auch für die Energiewende ein wichtiger Kapazitätsgarant, der im Jahre 2014 jedoch erneut nicht benötigt wurde.

Trotz Ausstieg aus der Atomenergie wird 24% mehr Strom in das Ausland exportiert als von dort importiert. Ein Grund dürfte der Zubau moderner Kohlekraftwerke in Deutschland, wie die Inbetriebnahme des Rhein-Dampf-Kraftwerkes in Karlsruhe, gewesen sein.

Wie das Institut weiter mitteilt, dürfte das Jahr 2015 für die Kraftwerksbetreiber ebenfalls mit einem Export-Überschuss enden. Der Hohe Kapazitätsbestand gepaart mit niedrigen Brennstoffkosten machen eine Vermarktung von nicht national benötigtem Strom im Ausland möglich. Ein Sachverhalt, der den Druck von der Diskussion um Kapazitätsmärkten nimmt und fossilen Kraftwerken eine Investitionssicherung im Energy-Only-Markt beschwert.

2014 Import/Export Strom (Deutschland)

Land Export aus Deutschland (MWh)
Österreich 10.717.244
Schweiz 7.628.222
Tschechien 3.565.238
Dänemark 3.808.013
Frankreich 489.158
Niederlande 961.599
Polen 9.152.213
Land Import nach Deutschland (MWh)
Österreich 612.349
Schweiz 2.739.678
Tschechien 5.991.969
Dänemark 4.337.509
Frankreich 14.366.099
Niederlande 0 *)
Polen 8.774
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7 Gedanken zu “Strom Import/Export Deutschland 2014

    • In der Vergangenheit hatte sich immer ein Unterschied (zum Beispiel mit Agora) ergeben, da hier die physikalischen Lastflüsse verwendet werden und nicht die Schedules (Plandaten). Bei Interesse erstelle ich aber auch gerne noch einen Chart mit Monatswerten.

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  1. Da der Unterschied immens ist, habe ich so meine Zweifel, dass er sich aus dem Unterschied zwischen Planwerten und Lastflüssen erklären lässt.
    Mögliche weitere Quellen für Abweichung wäre das Fehlen von Netzbetreibern bei ENTSOE, nicht nur auf deutscher Seite (THÜGA) sondern auf in unseren Nachbarländern. Ebenso werden bei ENTSOE nur Hoch- und Höchstspannung erfasst, aber gibt es nicht auch Mittelspannungs-Verbindungen?

    Nachdem man bei Fraunhofer das Exportsaldo auf dem Niveau des Vorjahres ansetzt, wäre die Aufbereitung der ENTSOE Daten aus 2013 wohl interessanter, die 34 TWH (oder waren es nur 30?) des Vorjahres sind „amtlich“ vom statistischen Bundesamt (= ARGE Energiebilanzen) und auch übereinstimmend mit AGORA und Fraunhofer ISE.

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    • Fraunhofer hat keine Daten für November/Dezember 2014 – ich werde noch etwas nachforschen. Die Interconnect ist allerdings rein Hochspannung – auf anderen Ebenen wird es in die Gesamtstatistik eingerechnet, von daher sollten ENTSOe Daten vollständig sein. Bin aber noch etwas am Forschen – Rohdaten habe ich in dem aktuelleren Beitrag hinterlegt.

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  2. Es fehlen auch zwei Nachbarländer, Belgien und Luxemburg.
    Nach Belgien gibt es noch keine Leitung, also nicht verwunderlich. Luxemburg?

    Und gibt es nicht auch durch die Ostsee eine Stromtrasse nach Schweden? (Baltic-Cable)

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  3. Berichtet werden hier physikalische Flüsse, woanders kommerzielle. Frankreich importiert netto Strom aus D, hat aber physikalisch einen gewaltigen Export nach D (wie man oben sieht), weil FR das dt. Netz benutzt, um Strom nach CH & sogar IT zu verkaufen.

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