Tägliches Volumen steigt auf über 1 TWh – Integrierter Strommarkt umfasst nun drei Viertel Europas – 224 Börsenmitglieder handeln an der Europäischen Strombörse.

Paris / Leipzig / Bern / Wien, 13. Januar 2015. Wachsende Liquidität und ein beinahe vollkommen gekoppelter europäischer Strommarkt – dies sind die wesentlichen Beiträge der Europäischen Strombörse in den zurückliegenden zwölf Monaten. 382 TWh wurden im Jahr 2014 auf den Day-Ahead- und Intraday-Märkten in Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz gehandelt. Das ist erneut ein Jahresrekord und  entspricht einem Wachstum von 10,4 % gegenüber 2013 (346 TWh).

„Wir konzentrieren uns auf die Bedürfnisse unserer Kunden und des europäischen Strommarkts insgesamt“, sagt Jean-François Conil-Lacoste, Vorstandsvorsitzender der EPEX SPOT. „Und im vergangenen Jahr hatten wir damit Erfolg, indem wir in einem Großteil von Europa die Preiskopplung verwirklicht haben und unsere Palette an Flexibilitätsprodukten ausgeweitet haben. Hier ist insbesondere die 15-Minuten-Eröffnungsauktion auf den deutschen Intraday-Strommarkt zu nennen.“

Im Rückblick auf das vergangene Jahr lassen sich sechs zentrale Errungenschaften festhalten:

  • Die Einführung der Preiskopplung in 17 europäischen Ländern, zwischen Portugal und Finnland, Großbritannien und Österreich und basierend auf der gesamteuropäischen Price Coupling of Regions-Lösung (PCR);
  • Der Start der 15-Minuten-Eröffnungsauktion auf dem deutschen Intraday-Markt, welche ein verlässliches Preissignal auf Viertelstundenbasis ermöglicht;
  • Die Inbetriebnahme der 4M-Marktkopplung (4M MC) als Dienstleisterim Auftrag der lokalen Börsen. Die 4M MC verbindet die Tschechische Republik, Ungarn, Rumänien und die Slowakei und wird ebenfalls mit PCR betrieben;
  • Die Eröffnung der EPEX SPOT-Büros in Bern und in Wien, für einen vertieften Dialog mit Mitgliedern, Interessenvertretern und Partnern und für eine lokale Verwurzelung der Aktivitäten;
  • Ein Anstieg der Day-Ahead-Handelsvolumina in Deutschland und Frankreich sowie der Volumina auf allen Intraday-Märkten durch 224 Mitglieder (+12 im Jahr 2014), was inzwischen einen Tagesdurchschnitt von über einer Terawattstunde zur Folge hat;
  • Die Ankündigung einer neuen Anteilseigner-Struktur, in Kraft seit dem 1. Januar 2015, mit der sich große europäische Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) mit 36,7 % direkt an der Europäischen Strombörse beteiligen.

Day-Ahead-Märkte

Die Handelsvolumina auf dem Day-Ahead belaufen sich auf 351 208 092 MWh, ein Anstieg von 7 % gegenüber dem Jahr 2014 (2013: 322 788 544 MWh), und teilen sich wie folgt auf:

Day-Ahead-Volumina

Gebiete Volumen 2014MWh Volumen 2013MWh Durchschnittlicher
Grundlastpreis
2014 / 2013Euro/MWh
DE/AT 262 920 580 245 566 864 32,76 / 37,78
FR 67 820 623 58 478 684 34,63 / 43,24
CH 20 466 889 18 742 997 36,79 / 44,73

Der deutsch/österreichische Day-Ahead-Markt hat dank des steigenden Anteils an Erneuerbaren Energien im vergangenen Jahr ein signifikantes Wachstum erlebt. Die Zahl der Handelsteilnehmer ist nunmehr seit Jahren die größte in Europa, was die Rolle des Markts als die europäische Referenz im Hinblick auf Handelsvolumen, Liquidität und Preissignal unterstreicht.

Der französische Day-Ahead-Markt hat 2014 eine beachtliche Entwicklung gemacht. Während er in den vergangenen Jahren stabile Volumina zeigte, beginnt der französische Markt seit Sommer 2014, sein Potential nach und nach auszuschöpfen. Laufende Bestrebungen zur weiteren Liberalisierung und neue Marktteilnehmer bringen weiteren Schwung in den Markt.

Auf dem Schweizer Day-Ahead-Markt führte der stete Anstieg der Handelsvolumina zu einem neuen Allzeithoch im Jahr 2014. Die Schweiz ist der zweitgrößte Markt der EPEX SPOT im Hinblick auf Zahl der Mitglieder und Anteil des Handelsvolumens am nationalen Stromverbrauch. Die Handelsvolumina spiegeln auch die starke Interaktion mit den Nachbarländern wider.

Ausbau der Marktkopplung

Marktkopplung, ein Instrument, das Kapazitätsengpässe an den Grenzen zwischen nationalen Strommärkten regelt, ist eine der Kerndienstleistungen, die EPEX SPOT zusammen mit europäischen Partnern erbringt. Die Gebote an den Strombörsen und die Zuteilung der verfügbaren grenzüberschreitenden Kapazität, die die Übertragungsnetzbetreiber bereitstellen, werden gemeinsam berechnet. Der Handel von Strom und von Kapazität geschehen nun gleichzeitig und die ökonomisch beste Lösung wird automatisch gefunden. Preise werden nicht länger auf nationalem, sondern auf europäischem Niveau festgestellt. Dies optimiert die Nutzung bestehender Infrastruktur und erhöht die volkswirtschaftlichen Gewinne für alle Marktteilnehmer und auf allen beteiligten Märkten.

Seit November 2010 sind die Strommärkte von Deutschland/Österreich und Frankreich in der zentralwesteuropäischen Marktkopplung erfolgreich gekoppelt. Die damals gekoppelte Region umfasst Deutschland/Österreich, Frankreich und Benelux. Im Februar 2014 wurde die Kopplung auf die nordischen und baltischen Staaten und Großbritannien ausgeweitet. Dabei wurde zum ersten Mal PCR eingesetzt. PCR ist eine Initiative von sieben europäischen Strombörsen – darunter EPEX SPOT – und stellt Systeme und Prozesse für eine gesamteuropäische Kopplung der Strommärkte bereit.

Im Mai schlossen sich Spanien und Portugal dieser Multi-Regionen-Kopplung (MRC) an, die nun 17 Länder umfasst. Im November erweiterte EPEX SPOT ihre Dienstleistungen in Osteuropa und implementierte PCR für die 4M-Marktkopplung (4M MC) zwischen Rumänien, der Slowakei, der Tschechischen Republik und Ungarn. Damit sind im MRC und im 4M MC 75 % plus 5 % des europäischen Stromverbrauchs durch PCR gekoppelt.

Im Jahr 2014 konvergierten die Preise zwischen dem deutschen und dem französischen Markt in 51 % der Stunden.

Intraday-Märkte

Im Jahr 2014 belief sich das gesamte Handelsvolumen auf den Intraday-Märkten der EPEX SPOT auf 30 766 546 MWh (2013: 23 054 242 MWh), die sich wie folgt aufteilen:

Intraday-Volumina

Gebiete Volumen 2014MWh Volumen 2013MWh
DE/AT 26 382 790* 19 699 240
FR 3 290 568 2 881 145
CH 1 093 188 473 857

*inklusive der 86 719 MWh aus der 15-Minuten-Eröffnungsauktion auf dem deutschen Intraday

Die Volumina auf den Intraday-Märkten der EPEX SPOT, die Deutschland/Österreich, Frankreich und die Schweiz abdecken, wachsen stetig weiter. Zusammengenommen stiegen die Intraday-Volumina spürbar um 33 % im Vorjahresvergleich, was die zunehmende Relevanz des Intraday-Handels unterstreicht. Im Licht der europaweiten Wende hin zu erneuerbaren Energiequellen steigt die Nachfrage seitens der Handelsteilnehmer nach flexiblen kurzfristigen Handelsplattformen.

ComXerv, das Intraday-Handelssystem der EPEX SPOT, ermöglicht nahtlosen grenzüberschreitenden Handel. Der grenzüberschreitende Intraday-Handel startete im Dezember 2010 zwischen Frankreich und Deutschland. Der österreichische Intraday-Markt startete im Oktober 2012 und wurde unmittelbar mit dem Markt in Deutschland und Frankreich verbunden. Selbiges gilt für den Schweizer Markt, der im Juni 2013 startete.

Alle Märkte profitieren von der wachsenden Liquidität durch grenzüberschreitenden Handel. Auf das Jahr 2014 gesehen wurden 18,9 % aller Volumina auf ComXerv grenzüberschreitend gehandelt, gegenüber 16,5 % im Jahr zuvor.

Neue Flexibilitätsprodukte erleichtern die Energiewende

EPEX SPOT sucht beständig nach Möglichkeiten, einen Beitrag zur deutschen Energiewende zu leisten. Seit Dezember 2011 können flexible 15-Minuten-Kontrakte auf dem deutschen Intraday-Markt gehandelt werden. Sie erlauben es den Mitgliedern, ihr Portfolio auf 15 Minuten genau auszugleichen. Mit dem Start des Schweizer Intraday-Markts wurden die 15-Minuten-Kontrakte auf die Schweiz ausgeweitet.

Im Dezember 2014 startete EPEX SPOT eine Eröffnungsauktion für 15-Minuten-Kontrakte auf dem deutschen Intraday-Markt. Diese Auktion um 15 Uhr sendet ein präzises Preissignal auf Viertelstundenbasis und bietet Bilanzkreisverantwortlichen erweiterte Möglichkeiten zur viertelstundenscharfen Bewirtschaftung von Erzeugungsrampen, zur Feinabstimmung von Kundenportfolien sowie zum unterstündlichen Ausgleich von Prognoseabweichungen. Damit trägt das Preissignal für Viertelstundenprodukte zur Wertschöpfung von Flexibilität bei und bietet gleichzeitig Anreize zum systemdienlichen Verhalten.

Im Jahr 2013 belief sich das Handelsvolumen in 15-Minuten-Kontrakten auf dem deutschen und dem schweizerischen Markt auf 4 909 550 MWh, was einem Anstieg um 87 % gegenüber 2013 entspricht (2 625 136 MWh). Dies unterstreicht die Nachfrage nach flexiblen Lösungen im Stromhandel, die EPEX SPOT weiter ausbauen will.

Die Europäische Strombörse EPEX SPOT SE betreibt die Strom-Spotmärkte für Deutschland, Frankreich, Österreich und die Schweiz (Day-Ahead und Intraday). Diese Länder machen zusammen mehr als ein Drittel des europäischen Stromverbrauchs aus. Zudem ist EPEX SPOT Dienstleister der ungarischen Strombörse HUPX und betreibt im Auftrag der lokalen Börsen die Kopplung der Märkte der Tschechischen Republik, der Slowakei, Ungarn und Rumäniens. Sie ist eine Gesellschaft europäischen Rechts (Societas Europaea) mit Sitz in Paris und Niederlassungen in Leipzig, Bern und Wien. Über 220 Unternehmen aus Europa sind an der EPEX SPOT aktiv. 382 TWh wurden im Jahr 2014 an den Märkten der EPEX SPOT gehandelt.

(Quelle; EPEX Spot SE)

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