Es ist nicht viel übrig von einer Gleichbehandlung. Selbst in einfachen Listen wird getrickst, damit die Reihenfolge nicht passt. Das ARD Magazin PlusMinus nennt das Beispiel des Stromtarif-Maklers Verivox  in seiner Sendung. Ein Einfacher Zahlentrick liegt zugrunde, wenn man denkt, der BDEW (Bundesverband der Energie und Wasserwirtschaft) würde für die Mehrheit der Energieerzeuger in Deutschland sprechen – tatsächlich eine Randgruppenvertretung.

Deutlich weniger als 1% der Stromerzeuger in Deutschland sind im BDEW organisiert. Der Lobbyverband unter der Führung von Hildegard Müller zählt lediglich 1.800 Mitglieder spricht aber für alle 1,5 Millionen Stromerzeuger in Deutschland. Lediglich bei den Betreibern von Stromnetzen hat man eine (fast) 100% Stimmberechtigung. Interessensvertretung ohne Mandat…

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) diskutiert in der kommenden Woche über den Strommarkt der Zukunft.  Darf diese Gruppe im Namen des Volkes sprechen? Vielleicht, denn in den Gewerkschaften sind deutlich Mehr Bürger organisiert, als beim BDEW. Ob es dabei repräsentativ zugeht, darf aber auch bezweifelt werden.

Man wird die Frage stellen müssen, warum die Stromkunden über ihre Stromrechnung zukünftig den Posten „Versorgungs Sicherheits Nachweise“ bezahlen müssen – unter dem Strich es aber irgendwie eine Strompreisbremse geben soll. Wer bekommt weniger, wenn plötzlich diese Infrastruktur-Umlage im Mantel eines Hartz-4 für abgeschriebene Kohlekraftwerke kommt? Verzichten die Netze freiwillig auf Geld um Platz zu machen im Budget der privaten und kleinen Stromverbraucher?

Demokratie der Energiewirtschaft bedeutet, dass man den Kunden lieber noch etwas warten lässt – zum Beispiel auf intelligente Serviceleistungen.  Effizienz durch den Abbau von Servicekräften, die helfen, wenn man Beratung sucht. Kosten runter durch Optimierung, auch zu Lasten des Personals. Eine Branche, die sich sehr gut mit sich selbst beschäftigen könnte, gäbe es nicht diese Stromkunden, die den Rubel rollen lassen und zum Glück ruhig bleiben.

Der Bund der Energieverbraucher, der Verbraucherschutz – irgendwo muss doch ein Gegengewicht zu den Lobbyverbänden existieren? Aus dem kleinen Heraus sich ganz Groß und vor allem wichtig machen sich die  „Great Four“, wie es der Sonnenflüsterer nannte.

Wie lange müssen die Gewerkschaften eigentlich für steigende Löhne kämpfen, um die +92% bei den Haushalten auf das Niveau der -4% Weiterverteiler bei den Stromkosten zu bringen? Die Weiterverteiler sind zu (fast) 100% organisiert im? Richtig: BDEW.

Die Minderheit wetzelt durch die Welt…

Strom kommt bei mir aus der Steckdose, jetzt mit Hybris – also Hochmut?

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Veröffentlicht von Thorsten Zoerner

Seit dem Jahr 2007 beschäftige ich mich mit den Themen Stromnetz und Strommarkt. Parallel dazu entstand ein Blog, um Informationen zu den jeweiligen Themen bereitzustellen. Er ist unter blog.stromhaltig.de zu finden. Über das Thema Energiewirtschaft habe ich bislang drei Bücher veröffentlicht. In meinem 2014 erschienenen Buch zum Hybridstrommarkt beschreibe ich ein Marktdesign, das in Deutschland in das Gesetzespaket Strommarkt 2.0 aufgenommen wurde. Hierbei werden zwei Technologien des Strombezugs vereint: der Hausanschluss mit Bezug bei einem klassischen Stromanbieter und einen alternativen Bezug von erneuerbaren Energien. Die wirtschaftlichen Vorteile für ein solches Marktdesign sind erwiesen. Auch die Digitalisierung beeinflusst die Energiewirtschaft von morgen. Daher habe ich mich intensiv mit dem Thema Blockchain Technologie befasst. Blockchain ist eine Technologie, die den Austausch und die Dokumentation von Daten vereinfachen kann. Daher kann diese Technologie mithilfe der digitalen Möglichkeiten das heutige Energiesystem revolutionieren. Denn damit ist eine automatische Abgleichung von Energieerzeugung und Energieverbrauch möglich. Um zukünftige Herausforderungen und Chancen mitgestalten zu können, habe ich 2017 die Firma STROMDAO gegründet. Dort bin ich Geschäftsführer und möchte dafür sorgen, dass mithilfe der Blockchain Technologie und dem Hybridstrommarkt eine digitale Infrastruktur für die Energiewirtschaft der Zukunft aufgebaut wird. Der STROMDAO Mechanismus zur Konsensfindung für den Energiemarkt unterstützt dabei die Marktkommunikation aller beteiligten Akteure.

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