(Manche Beiträge schreibt man nur, weil man ein Beitragsbild im Kopf hat)

Die Berliner Zeitung hatte den Titel in ihrer Online-Ausgabe, tatsächlich handelt es sich um ein Thema, mit hoher Wichtigkeit, da ein gezielter Terror-Anschlag an wenigen neuralgischen Punkten ganze Städte oder sogar ganz Deutschland sehr schnell von elektrischer Energie befreit. Tatsächlich ist die Stromversorgung auf Höhe der Netze am fragilsten, die Erzeugung taugt nur selten als Ursache für einen Blackout, wie auch eine Liste der Ursachen für Stromausfall zeigt.

Im Jahre 2006 sorgte ein Schaltfehler in Niedersachsen für den unfreiwilligen Test der Notfallpläne des Stromnetzes. Ein Ausfall, der sich bin nach Spanien und Italien ausbreitete. Der Fehler war sehr schnell gefunden, jedoch dauerte es in manchen Gebieten bis zu zwei Tage, bis die Netzfrequenz wieder synchron war – eine wichtige Grundlage für ein stabiles Stromnetz.

Für das Stromnetz in Irland sind die Pläne, frei zugänglich, die in den Netzleitwarten der Netzbetreiber die entsprechenden Szenarien für den Wiederaufbau der Versorgung dienen. In Deutschland fallen diese Plänen in den Zuständigkeitsbereich von Privatunternehmen, welche ihr schätzenswerte Firmenwissen selbstverständlich in einem Datentresor speichern, auf das nur die NSA Zugriff hat. Von Eirgrid in Irland kann man die Phasen des Wiederaufbaus des Stromnetzes allerdings sehr schön lernen. Eine Kaskade von Wasserkraft über EE-Anlagen bis zum Schluss die fossilen Kraftwerke wieder am Netz mitspielen dürfen. Ein sogenannter Schwarzstart wird durchlaufen.

Die Bevölkerung ist bis zur vollständigen Wiederherstellung des Netzes ohne Strom. Entsprechend müssen entweder Notstromaggregate die Versorgung sichern, oder es muss einen anderen Weg geben, die Stromversorgung wieder aufzubauen.

Im Jahre 2014 hatte man in Berlin bereits eine Übung veranstaltet, wie in der Stadt mit einem Stromausfall umzugehen ist. Der Beitrag dazu ist leider nie online gegangen, da die Meldungen irgendwie immer neue Themen hervor gebracht hatten. Damals wurden die Vertreter des Bevölkerungsschutzes, der Feuerwehr, Rettungsdienste und THW zusammen an einen Tisch mit den Betreibern des Stromnetzes gesetzt um einen Plan für den Fall der Fälle auszuarbeiten. Es scheint, als ob die jetzt getätigten Investitionen die direkte Folge sind:

Die Feuerwehr hat ein neues Krisenkonzept, “Leuchtturm” genannt! Wichtigstes Hilfsmittel: Transporter für Notstrom und Kommunikationsnetze. Dazu vor allem der neue Infowagen: Ein Transporter mit Antennen und Server für Mobilfunknetze und WLAN. Dazu Flachbildschirme, die über Notunterkünfte, Treffpunkte und Verpflegung informieren.

Gerade für  Bewohner in ländlichen Regionen sollten bei Ihrer Gemeinde einmal nachfragen, wie das Konzept dort aussieht. Was passiert im Fall der Fälle, wenn der Baggerbiss zum Blackout führt? Wer kommt dann?

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6 Gedanken zu “Bei Stromausfall kommt die Feuerwehr

  1. Nun ja, da stellt sich die Frage, warum über eine Million der PV-Anlagen nicht auch „inseltauglich“ ausgelegt – auslegbar sind ? Sicher, wenn das örtliche Netz spannungslos sein muss warum auch immer, warum muss dann auch meine PV „tot“ spielen ? Klar, die Trennung vom Netz muss immer gewährleistet sein, doch das ist auch bei anderen Anlagen welche in solchen Fällen „Notstrom“ produzieren der Fall.

    Sicher, die relativ geringe Zahl und auch deren eher zufällige Verteilung der derzeit existierenden kleinen, privaten PV würden beim Wiederaufbau des Netzes nicht direkt teilnehmen können. Aber weil sie (zumindest tagsüber) auch selbst keine Belastung darstellen, würde das den schrittweisen Rückbau eines „Blackout“ in jedem Fall erleichtern. Bei längerer Dauer sicher auch für die direkten Nachbarn nützlich sein. Und wenn das nur das Aufladen der nachbarlichen Handys und Smartphone bedeutet. 😮

    Noch besser, wenn die eigene Anlage über ein Mindestmaß an Speicherkapazität verfügt. Gerade in ländlichen Gebieten könnte das eine allgemeine Verbesserung in Notsituationen sein. Nun ja Träume halt…

    „Nachteil“, wenn erst mal alle Klein-PV-Besitzer problemlos umschalten könnten, würde wohl so mancher der „Spätberufenen“ ab und an sich aus ganz anderen Motiven komplett vom Netz trennen. Das wird sicher die üblichen „Büttel“ alarmieren. :roll:

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  2. @Rainer

    Es ist nur etwas Elektronikkram und Montagearbeit, jeder Solateur oder Elektriker kann das einbauen. Allerdings kommt da einiges zusammen, mit ein paar hundert Euro musst schon rechnen. Willst Du echten Drehstrom kommst auf etwa einen Tausi.
    Du brauchst eine ordentliche ordentliche (galvanische) Trennung vom Netz, weil die Techniker von Deinem Verteilnetzbetreiber keinen gewichst bekommen wollen, wenn Sie arbeiten am Verteilnetz vornehmen. Wenn sie das Segment am Ortstrafo oder an einem Verteilerkasten Spannungsfrei schalten, müssen auch die PV Anlagen sich ebenso trennen, sonst muss unter Spannung gearbeitet werden. Jeden einzelne Anlage trennen ist zu umständlich und bei nicht Anwesenden Bewohnern auch kaum praktikabel.
    Wird das Hausnetz Spannungsfrei wird muss ein kleiner Akku einen minimalen 50 Hz Wechselstrom erzeugen, dient als Taktgeber für den WR der PV und muss keine grossen Lasten abkönnen. Im wesentlichen tut es eine handelsübliche USV wie man sie für Server hat.
    Damit hast dann eigentlich schon alles beisammen. Für drephasigen Betrieb würde es reichen die drei Phasen zu durch/mit den Taktgeber zu überbrücken… Kann man bei Trennung vom Netz schon so hinfrickeln. Für echte 380 Volt Drehstrom brauchst noch einen Phasenschieber.
    Die meisten (billigen) USV liefern keine Sinusschwingung, sonder eine Rechteckschwingung, damit wird es keinen ordentlicher Drehstrom werden und evtl kommen auch schon im einphasigen Betrieb nicht alle Verbraucher damit klar.

    Wird von aussen Spannung ans Netz gelegt, muss Deine Insel sich ausschalten und anschliessend kann die Netztrennung aufgehoben werden.
    Du hättest also zwei kurze Stromausfälle, um die kommst kaum rum, das wird sonst wird es noch teuer, mit Resynchronisierung usw.

    Ungelöst ist dann noch das Problem, was passiert, wenn die PV nicht genug Leistung für alle Verbraucher bringt. Vor allem der Fall, dass der Heizstab in der Waschmaschiene nach den 30 Minuten (kaltem) Vorwaschgang zufällig zeitgleich mit dem Heizstab des Geschirrspüler ordentlich Saft haben will… welche Läßt trennt man und wann nimmt man diesen Kreis wieder in Betrieb, ohne dass dicke Strommstösse und Spannungsschwankungen durchs Hausnetz laufen.

    Für mittlere ca. 15 Minuten Stromausfall in DE lohnt der Aufwand eher nicht, zumal Du Nachts dann immer noch keinen Strom hast.

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    • Nicht unbedingt dass es damit günstiger wird…. aber die 2 Stromausfälle könnte man doch mit jeweils einer USV pro Phase brücken? Damit bekommt man dann auch die Netztrennung und den Re-Sync hin. Wobei die Ladung der USV direkt im DC-Bereich läuft. (Ich weiß, dass man damit die Steuerrungselektronik der USV vollständig vergewaltigt…)

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      • Je Phase eine USV wird nicht gescheit gehen, selbst marginale Unterschiede im Phasengang bringen den Drehstrom in kürzester Zeit aus dem Tritt und sorgen damit auch für ungewollt hohe Spannungen zwischen den Leitern.

        Eine USV und zwei Phasenschieber sind wohl geeigneter und vermutlich auch kostengünstiger. Nachdem die USV und auch die Phasenschieber keine Last tragen müssen, sondern nur dem WR die Spannung und Frequenz vorgeben sollen, kann man sie sehr klein auslegen und der Wirkungsgrad ist auch ziemlich egal, die Leistung trägt dann ja der WR.

        Die zwei Stromausfälle wird man aber Prinzipbedingt nicht los, solange das Hausnetz mit dem öffentlichen verbunden ist, würde eine vollkommen unterbrechungsfreie Versorgung dazu führen, dass man weder an Spannung, noch Leistungsflüssen, noch der Frequenz erkennen kann, dass das öffentliche Netz spannungsfrei geschaltet werden soll.
        Spannung ist nunmal überall gleichzeitig, Strom(-stärken) und -flüsse nehmen auch im Normalbetrieb beliebige Grössen und Richtungen an und die Frequenz taugt auch nicht als Indikator, wenn das Netzsegment von den dort angeschlossenen Erzeuger getragen wird.

        Das was Dir vorschwebt, geht eher mit einem ganz anderen Aufbau. Das Hausnetz wäre eine komplett autonome Insel und die PV versorgt diese Insel. In dem Aufbau fällt dann aber eine Netzeinspeisung der Überschüsse erstmal weg! Das Netz darf niemals mit dem Hausnetz verbunden sein, solge die PV mit diesem verbunden ist. Man sorgt dann dafür, dass die PV Anlage mal der Insel, mal dem Netz aufgeschalten wird, aber zu keiner Zeit mit beidem Verbunden ist. Zu einem Zeitpunkt hast also entweder Volleinspeisung oder nur Eigenbedarf. Damit die Insel bei Volleinspeisung nicht tot ist, brauchst einen entsprechend grossen Akku. Sofern die PV spannungsfrei ist (nachts) kannst kannst die PV von der Insel und dem Netz trennen und dann auch das öffentliche Netz dem Laderegler des Akkus aufschalten. Aber wieder gilt entweder PV am Laderegler, oder das Stromnetz.
        Diese Art System wird wegen des Akkus der Lasten tragen muss teuer. Die heute zumeist erhältlichen Systeme haben meist 2,5 KW Spitzenleistung, das reicht definitiv nicht!

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  3. Oops

    Sorry Dieter, ich habe eben erst Deine Bemühungen erblickt !

    Das es zu einer „zeitweisen“ Abschaltung kommen muss, davon gehe ich in beiden Fällen aus – einmal wenn das Netz wech ist – und wenn es „zurückkommt“. Es gibt da noch andere Schwierigkeiten. Keine Last (im eigenen Hausnetz) und volle Sonne.

    Auch die absolute Trennung ist (über)lebenswichtig für jeden der im Ortsnetz usw. „zugange“ ist – warum auch immer. Eine taugliche mechanisch /elektrische Verriegelung ist ja nicht erst seit heute „im Programm“.

    Der Gedanken „so etwas zu wünschen“ ist mir keineswegs ganz allein gekommen. Weniger weil ich bei kürzeren Stromausfällen unbedingt „voll meine Insel“ versorgen möchte. Eher schon, falls das – warum auch immer – länger andauert. Meine eigene Anlage (Hausinstallation) lässt sich problemlos in Teilbereiche „untergliedern“ – das bekomme ich auch ohne fremde Hilfe hin. Beruflich inzwischen nicht mehr akut, weil Rentner, aber noch habe ich die meisten meiner Sinne beieinander.

    Warum nicht diverse „Versorgungsszenarien“ des heimischen Herdes ausdenken ? In „Notzeiten“ muss nun wirklich nicht alles und erst recht nicht gleichzeitig betriebsbereit sein. Erster Schritt wird wohl eine kleine „Unabhängigkeit“ sein, welche meine komplette „Kommunikation“, wenigstens einen PC und ein Teil der wichtigste Teil der Beleuchtung betrifft. Ich sammle (so nebenher) die notwendigen Verbrauchswerte, um hier erst mal ein „Inselchen“ über 24h zu betreiben. Energie vorzugsweise aus der existierenden PV und gern auch, wenn die Batterie das ohne Schaden nicht mehr bringt, mit „fremdem Strom“. Im zweiten Schritt, eine kleine, feine PV zusätzlich, welche zumindest wenn Sonne da ist, das „Inselchen“ autark (gleichstromseitig) versorgt und wechselstromseitig einen „schönen Sinus“ liefert. Von der „regulären PV“ kann ich keinerlei Module „abzwacken“ das wäre ein klarer Vertragsbruch.

    In unserem Verein sind zwei neue Mitglieder hinzugekommen, welche gerade ihr Abendstudium abschließen. Die wiederum sind mir mit diesen Kleinstcomputer „Raspberry Pi“ voraus und für „aus und einschalten“ einzelner Lasten habe ich inzwischen eine LOGO klein SPS nebst einer Reihe „Heizungsschütze“ in einer meiner Verteilungen eingebaut. Was ich damit am Ende schalten werde, wann und warum, ist Teil meiner Überlegungen.

    „Irgendwie“ werde ich das schon hinbekommen – früher war das sowieso meine Pflicht.

    Selbstverständlich freue ich mich über jede Anregung und Kritik.

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  4. Es ist schon erstaunlich, dass der Stromausfall so weitreichende Folgen hatte. Aber man kann doch hoffen, dass durch den unfreiwilligen Test die Schwachstellen beseitigt wurden. Dies zeigt auch das neue Krisenkonzept „Leuchtturm“.

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