Candelsticks-Charts oder Kerzengrafiken nennt man eine besondere Art von Darstellung, die vor allem bei Börsenkursen eingesetzt wird. Gebildet werden diese Diagramme aus dem Öffnungskurs, dem Minimum und dem Maximum Kurs, sowie dem Schlusskurs. Kerzenkörper sind die Spanne zwischen Anfang und Ende der Zeitperiode – die Extrema bilden den Docht – ausgefüllt wird, wenn der Öffnungskurs höher als der Schlußkurs liegt.

Zu Weihnachten gibt es die Kerzen der Broker und Trader für das Stromnetz. Aber zunächst ein Danke an Thomas (der Mann für die Hardware), den Mathias (der mich erinnert hatte, endlich aktiver zu werden in Sachen Netzfrequenz) und Markus (der Vordenker – und Inspirator).

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Candlestick: Netzfrequenz

Wenn bei blog.stromhaltig nun auch die Netzfrequenz gemessen wird, dann geschieht dies nicht, damit es eine Seite mit einer Frequenzanzeige gibt, sondern allein aus dem Grund der Analyse. Im Beitrag zur stochastischen Analyse wurden bereits einige Grundlagen erklärt, die vielleicht einen Eindruck darüber geben, warum dieser Messwert so spannend ist. Auch wurde dort bereits erklärt, warum die 4 Werte aggregiert werden… Die Kerzengrafik stellt hier nur eine noch fehlende Visualisierung.  (Kleiner Hinweis: Die Anzeige scheint im Chrome noch nicht stabil zu sein. Es handelt sich um eine Demonstration – nicht um eine produktive Datenanzeige!)

Finanzwelt trifft Stromnetz

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Candlestick: Währungskurs EURO/US-Dollar

Vergleicht man die Grafik aus der Netzfrequenz und aus dem Währungskurs, so sehen diese irgendwie gleich aus.  Sie sind zu unterschiedlichen Zeitpunkten entstanden, scheinen aber einer ähnlichen inneren Gesetzmäßigkeit zu folgen. Bei genauerer Betrachtung, wechselt die Netzfrequenz sogar aus dem gleichen Grund, warum Wechselkurse schwanken: Angebot und Nachfrage verschieben sich.

Von Seiten des Trends wird bei Wechselkursen davon ausgegangen, dass sie sich um ihren Mittelwert bewegen – bei der Netzfrequenz um den Sollwert 50 Hertz. Geht die Nachfrage nach US-Dollar hoch, so fällt der EURO Kurs – geht die Nachfrage nach Strom hoch, so geht die Netzfrequenz runter.

Notenbanken – aber vor allem Trader – wittern ein Geschäft und verändern das Angebot kurzfristig, wodurch eine Bewegung um den Mittelwert entsteht. Das Stromnetz hat keine Notenbanken, dafür aber Anbieter von Primär-Regelenergie, die auf die Netzfrequenz einwirken.

Bei den Wechselkursen verschiedener Währungen herrscht eine sehr hohes Volumen, betrachtet man die Tauschgeschäfte auf der ganzen Welt. Auch beim Stromnetz gibt es ein sehr hohes Volumen, bedenkt man, dass jedes einzelne PV-Modul und jede Glühbirne die Frequenz minimal verändert.

Wechselkursschwankungen

Zukunftsschau mit Indikatoren
Zukunftsschau mit Indikatoren

Auf eine schwankende Netzfrequenz kann man keine Wetten abschließen. Auf schwankende Wechselkurse schon, was eine Unmenge von Analysemethoden zur Folge hat, welche speziell für diesen Anwendungsfall konzipiert wurden. Ziel des einzelnen Akteurs ist ein kleiner Blick in die Zukunft, der einen Wissensvorsprung zum geldwerten Vorteil gemacht werden soll. Hat man viel Erfolg (und vergisst die Steuern zu zahlen), benötigt man Freigang um an Weihnachten seine Familie zu besuchen. Beim Stromnetz könnte eine falsche Prognose theoretisch zu einem Blackout führen.

Für den Blick in die Zukunft werden bei der Spekulation mit Währungskursen sogenannte Indikatoren eingesetzt. Meistens handelt es sich hierbei um eine Charttechnische-Analyse. Einige dieser Kennzahlen lassen sich mit ziemlicher Sicherheit auch auf die Verwendung im Stromnetz übertragen…

Datenbasis

Import von Kursdaten in Metatrader
Import von Kursdaten in Metatrader

Trading Software, wie zum Beispiel MetaTrader benötigen zusätzlich zu den 4 bereits bekannten Kursen (OLHC) eine Angabe über das Volumen. Auch wenn die Netzfrequenz für jede Sekunde ermittelt werden kann, so ist das Volumen lediglich in einer Auflösung von 15 Minuten verfügbar. Zudem arbeitet zumindest MetaTrader maximal mit einer Auflösung von einer Minute.

Soll eine Historie importiert werden, so benötigt MetaTrader das folgende Format:

Datum,Zeit,Open,Low,High,Close,Volume
2014.10.02,20:55,1213.48,1213.7,1213.48,1213.68,19
Indikatoren angewendet auf Netzfrequenz (Beispiel Datensatz)
Indikatoren angewendet auf Netzfrequenz (Beispiel Datensatz)

Zum Umgehen von Schwierigkeiten bei den Volumen-Berechnung soll ein Trick verwendet werden. Es wird das Volumen am Anfang der 15 Minuten und am Ende berechnet und dann entsprechend der Wert für die 14 Minuten dazwischen ermittelt.

Beispiel-Daten downloaden für eigene Experimente (ZIP/M1-Chart):  201410_m1

Auf Basis der Daten im Beispielpaket wurden die sogenannten Bollinger-Bands, Alligator und Ichimoku Kinko Hyo als Indikatoren angewendet.

Aktuelle Daten können (kostenpflichtig) bei der Redaktion oder bei Netzfrequenz.info angefragt werden. Der Beispieldatensatz ist allerdings schon sehr lehrreich und bietet viel Spaß beim:

Kerzen Auspusten :)

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