Vor über zehn Jahren wurde ich in die Kunst der Flugplanung eingeführt. Wichtig ist, dass man eine sehr gute und genaue Wetterprognose hat. Entscheidend ist auch der Wind am Boden, der letztendlich über die Start/Landerichtung bestimmt und je nach Flugziel einige Minuten mehr oder weniger Flugzeit.  Klar, jeder Pilot schaut unmittelbar vor dem Abflug noch einmal auf das Wetter, oder bekommt sogar im Flug Aktualisierungen – die grobe Planung macht man durchaus auch schon einen Tag vorher. Nach dem Bauchgefühl stimmen Vorhersagen beim Wetter nie – die Änderungen in den Flugplänen sprechen allerdings eine andere Sprache.

Die Windenergie hat in Deutschland einen entscheidenden Anteil an der Stromversorgung. Die Cash & Carry und Optiker Institute veröffentlichen gerne Soll/Ist Grafiken, die einen erschaudern lassen, wenn man sich vorstellt, dass 10%-20% der Stromerzeugung 24 Stunden vorher nicht annähernd bekannt sein soll.

Die Qualität von Vorhersagen lassen sich am besten in einem Test überprüfen. Das von blog.stromhaltig gewählte Szenario ist sehr einfach:

Test Szenario

An jedem Tag um 19:05 Uhr wird die Prognose für den Folgetag abgerufen. Als Standort wurde der City Airport Mannheim gewählt, da dieser an das METAR Informations-System angeschlossen ist und daher regelmäßige Wetterbeobachtungen veröffentlicht. Die Prognosen stammen vom NOAA/MADIS (Meteorological Assimilation Data Ingest System).

Der einzige Wert, der verglichen wird, ist die Angabe des Durchschnitt-Windes. Böen werden ignoriert – die Windrichtung spielt ebenfalls keine Rolle.

Da die verwendeten Daten aus der Luftfahrt stammen, werden die Werte in das metrische Maß umgerechnet (km/h). Es wird der Bodenwind als Referenz genommen.

Start 30.12.2014

Der Test verläuft öffentlich, für jeden überprüfbar und hoffentlich auch nachvollziehbar.

Erste Prognose:

Fälligkeit Windgeschwindigkeit (km/h)
30.12. 19:00 10km/h

Mal sehen, wie genau die Vorhersage ist.

Den Beitrag "Wie genau ist die Wettervorhersage denn nun? offline Lesen:

4 Gedanken zu “Wie genau ist die Wettervorhersage denn nun?

  1. Zumindest seit Beginn des Fossilzeitalters gilt die Bergmannsregel: „Vor der Hacke ist es dunkel!“
    Aber unsere Elektrizitäts-Glaubensgemeinschaft beharrt zumindest seit 1935 auf der Planungs-Ideologie und lastet das Scheitern der DDR den damaligen Planern an, obwohl die Planwirtschaftsabsicht die Ursache ist.
    Die Energiewirtschaft bedarf zumindest seit Beginn der Energiewende der dezentralen Echtzeit-Preisbildung gemäß dem „BadZwesten-EnergiemarktDesign“ entsprechend der Grünbuch-Konsultation. Alle Vorhersagen und deren Fehler gehören wie Kapazitätsdiskussionen ins Aufgabenfeld der Risikohandhabung, wie eine Auto- oder Lebensversicherung.

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  2. Hallo Herr Zorner,

    ich bin mal gespannt wie man die Eintrittswahrscheinlichkeit von Dunkelheit bei Nacht, von Schatten durch Wolken oder Schnee und von Flauten reduzieren will, da produzieren PV und WKA ja nichts und die Mär, dass sich das alles über ganz Deutschland hinweg ausmittelt ist im Internet (s. z. B. ScienceSkeptical) zig-fach widerlegt.

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