Im vergangenen Jahr hat es Strom im Wert von 43 Milliarden Euro gehandelt – einer Menge, die dem Doppelten des deutschen Stromverbrauchs entspricht… (Quelle Welt)

Der Energie-Medienexperte Björn L. Kuhn hatte mit seinem Beitrag zu Wetzels Welt bereits den  Vorwurf einer ideologischen Verblendung eingefangen. So richtig verstehen lässt sich die Faktenebbe aus der Welt-Redaktion jedoch wirklich nicht.

Da Kommentatoren in Blogs auch dazu neigen, den Inhalt auf einen Satz zu reduzieren, soll an dieser Stelle hier auch nicht der gesamte Beitrag rezitiert werden. Dieser Satz nimmt aus Sicht von blog.stromhaltig eine Schlüsselfunktion ein, da er das sogenannte Scene Setting beschreibt.

Wenn das Unternehmen RWE Trading & Supply 43 Milliarden Euro Strom gehandelt hat, dies der doppelten Menge des deutschen Stromverbrauchs entspricht…

… ist der Strommarkt in Deutschland 43/2 = 21,5 Milliarden Euro?

… kann man mit 21,5 Milliarden Euro den Stromverbrauch in Deutschland bezahlen?

… wird (im Schnitt) jede verbrauchte Kilo-Watt-Stunde zwei mal durch die RWE gehandelt?

… da auch andere Unternehmen handeln – keiner Verlustgeschäfte macht – könnte man mit der Abschaffung des Handels viel Geld sparen?

… im Jahre 2013 hatte das Unternehmen Umsatzerlöse von 911,2 Millionen Euro erzielt (Quelle Bundesanzeiger). Ist die Handelsmarge beim Produkt Strom demnach 2,1% ?

Es freut den Strommarkt-Designer, dass dieses holzige Thema der Energiepolitik seinen Weg in die Welt geschafft hat. Da es sich um keinen Blog, sondern um eine journalistische Redaktion handelt, ist davon auszugehen, dass der Leser Fakten geliefert bekommt, um diese frei von Ideologie assimilieren zu können.

Das gesamte Thema rund um die Aufsplittung von Eon (wurde berichtet)   muss gedeutet werden. RWE im Bereich des Trading/Handels zu fragen ist vorbildlich, da die großen Energieversorger ihre Daseinsberechtigung auf den Netzbetrieb ausgerichtet haben.

Kein Wunder, dass man genau an dieser Baustelle im Grünbuch des BMWi nur wenig rentabilitätsentscheidende Punkte findet.

Den Beitrag "Was möchte der Schreiberling uns damit sagen? offline Lesen:

3 Gedanken zu “Was möchte der Schreiberling uns damit sagen?

  1. Hier noch so ein ueberforderter Wetzel:

    http://www.welt.de/wirtschaft/article135294279/Diese-Wind-Ernte-ueberfordert-deutsche-Stromnetze.html

    Tatsache ist das um 13.00 Uhr mit rekordmaessigen 29,5GW Windkraft im deutschen Netz Daenemark noch Strom nach Deutschland schickte, vermutlich ‚ueberfluessigen‘ Windstrom.

    Daenemark hatte zu dem Zeitpunkt auch ueber 50% Windstrom im Netz:

    http://energinet.dk/Flash/Forside/UK/index.html?target=gas_net

    Evtl. waren andere ‚Netze‘ ueberfordert :)

    Antworten

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