Die für den heutigen Freitag erwartete Windfront mit einer Rekordeinspeisung von 28.000 Megawatt Windenergie in das deutsche Stromnetz stellt das Höchstspannungsnetz vor große Herausforderungen. Die hohe Einspeisung belastet das Netz stark und führt zu Transportengpässen. (Quelle Tennet TSO)

Wie der Übertragungsnetzbetreiber mitteilt, gibt es an diesem Freitag eine ähnliche Situation, wie letztes Jahr beim Sturm Xaver. Das Stromnetz, welches auf mehr als 80 GW ausgelegt ist, soll mit 28 GW Windstrom zurecht bekommen – und erhält von der Strombörse keine Unterstützung. Durch die Prämisse des Handels, dass Deutschland eine Kupferplatte ist, bei der die vorhandenen Leitungen keine Rolle spielen, rechnet Tennet TSO mit umfangreichen Re-Dispatch Maßnahmen.

redispatch_20141212

Visualisiert man die Eingriffe der letzten Stunden auf einer Karte, so fällt auf, dass besonders die Kraftwerke im Süden reduzieren müssen.

„Zeitweise werden heute ca. 20 konventionelle Kraftwerke gleichzeitig für solche Maßnahmen genutzt werden.“

Ein abgewürgter Ausbau der Solarenergie und ein deutlich verlangsamter Ausbau von Windkraft in Baden-Württemberg und Bayern, sorgt am Freitag dazu, dass der Strom eine sehr große Distanz zwischen der Erzeugung und dem Verbrauch zurück legen muss.

Tage wie diese, die etwa einmal pro Jahr vorkommen, zeigen, dass die Stromlogistik viel stärker in den Preisen des Handels eingearbeitet werden muss. Von Börsenbetreiber und Stromhändler liegen hierzu bislang keine Konzepte vor.

Den Beitrag "Mehr dezentrale Stromerzeugung - Tennet bereitet sich auf Rekord Wind vor offline Lesen:

5 Gedanken zu “Mehr dezentrale Stromerzeugung – Tennet bereitet sich auf Rekord Wind vor

  1. Es waren lt. Transparency sogar knapp 29,5 GW Windkraft um 13.00 Uhr.
    Fuer Oesterreich und Deutschland zusammen knapp 30,5 GW – in der Tat ein neuer Einspeiserekord!

    http://www.transparency.eex.com/de/

    Da auch Oesterreich immer staerker in Windkraft investiert ist die Netzanbindung von Norddeutschland nach Sueddeutschland wohl ueberfluessig.
    Lt. Angaben der Netzbetreiber ist Oesterreich in der Lage mit den bestehenden Netzen Bayerns wegfallende AKW-Kapazitaeten komplett zu uebernehmen. Es fehlen noch etwa 20-30km Netz um von Oesterreich aus die 100% (Atomersatz-)Versorgung Bayerns zu garantieren:

    http://www.energynewsmagazine.at/de/%C3%96sterreich+lockt+mit+stromangebot_n5541

    Wer haette das gedacht?!

    Den Netzbetreibern/-eigentuemern in D die auf fette Auftraege samt Anschluss an die Kohlekraftwerke in Ost-Deutschland hofften muss der Loeffel in die Suppe gefallen sein als der Verbund das verkuendigte.
    Ob Vattenfalls Braunkohle-Ausstiegsbeschluss damit etwas zu hat?

    Weiter gedacht: da bereits Netzkapazitaeten zw. Nord- und Sueddeutschland bestehen und der Zubau an EE kaum aufzuhalten ist waeren auch die Braunkohlekraftwerke ersetzbar.

    Antworten
  2. @Hein

    Betrachtet man die Leistung, kann AT die wegfallenden AKW in By ersetzen. Schaut man auf Energiemenge, fällt auf, dass die Österreicher unter Strich Stromimporteur sind, 16 TWh fliessen aus BY nach AT.
    Kurzum, die Talsperren in AT haben zu wenig Wasser, um wirklich die bayerischen AKW zu ersetzen.

    Wenn man aber in BY und AT Windkraft und PV Weiter ausbaut, dann kann es klappen. Allerdings sind zusätzliche 6 GW Windkraft und nochmal 6 GW Photovoltaik in der kurzen Zeit ausserordentlich sportlich.

    Antworten
    • @ Jonny Rotten:

      Ja, aber der Verbund besitzt nicht nur EE-Kraftwerke sondern auch konventionelle Kraftwerke.
      Die meisten davon sind eingemottet und werden als Reserven gepflegt.
      Unter anderem auch 2 Gaskraftwerke in Bayern so weit mir bekannt.Auch hat der Verbund noch Kraftwerke in Frankreich, ist also recht weit plaziert.
      Die Stromimporte nach Oesterreich sind marktwirtschaftlich berechtigt: es ist haeufig guenstiger Strom zu importieren als selbst zu erzeugen.
      Das machen viele Nachbarn Deutschlands so. Frankreich zB. mit dem ang. so billigen Atomstrom ist Hauptabnehmer von Strom aus Deutschland.

      Antworten

Kommentar hinterlassen

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> 

benötigt