„Die Energieversorger werden auch in 20 Jahren das Herzstück der Stromwende sein.“ (Jemand)

Es darf doch einmal die Frage gestellt werden, wenn nicht die Energieversorger, wer dann? Spätestens jetzt wird die Frage spannend, denn früher ist alles einfacher gewesen. Gebietsmonopole regeln das Geschäft von der Erzeugung bis zum Stromzähler. Mit der Entflechtung und Liberalisierung hat sich dieses Bild gewandelt.

Ist Extra-Energie ein Energieversorger? Wie schaut es mit Greenpeace Energy aus? Ihr Nachbar mit der PV-Anlage auf dem Dach? Der Landwirt mit dem Biomasse-Kraftwerk? Die Amprion GmbH in Dortmund mit einem Eigenkapital von nicht mal 1 Mrd Euro? Deren „Mutter“ RWE? Der Netzbetreiber Alliander?

Die Antwort ist nicht leicht, steckt doch hinter jeder Form der Energieversorgung ein Geschäftsmodell, welches sich im Wandel befindet. Das trifft den Grundversorger, genauso wie den Discount-Tarifanbieter.

Staubbefall

Seit im Anlagenbau für Photovoltaik mehr Personen beschäftigt sind als im konventionellen Kraftwerksbetrieb, verliert die Drohung des Arbeitsplatzverlustet bei den alten Energieversorgern an Glaubhaftigkeit. Es steht jedem Unternehmen offen, sein Geschäftsmodell zu jedem Zeitpunkt zu verändern – oder Anpassungen vorzunehmen. Die Begrifflichkeit Energieversorger ist allerdings in die Jahre gekommen. Die Entflechtung des Strommarktes hat dazu geführt, dass die Verantwortung für eine stabile Versorgung der Bevölkerung mit elektrischer Energie auf sehr viele Schultern verteilt wird.

Der Energieversorger mit dem Monopol bis zur Steckdose ist tot – es lebe das innovative Netzwerk. Dabei ist viel weniger ein physikalische Stromnetz gemeint, als eine Vernetzung von Unternehmen auf Arbeitsebene. Eine Rolle, die aktuell lediglich von einigen Forschungseinrichtungen eingenommen wird.

Wer braucht Geld? Es ist nicht mehr ein Maul, welches gestopft werden muss, es sind viele. Verloren gegangen ist die Fähigkeit an einer Stelle das Rundum-Sorglos-Päckchen (oder Tütchen) zu bekommen. Wer dies versucht, sollte lieber umschulen zur Bundeskanzlerin oder Ministerpräsidentin in NRW (ja… man kann auch den Siggi machen…).

Energieversorger ist ein Begriff aus der Steinzeit,  welcher aus rein rechtlichen Gründen schon nicht mehr verwendet werden sollte.

Die Netze

kasparDie größte Verantwortung  für den volkswirtschaftlichen Erfolg der Energiewende (~Stromwende) haben die Netzbetreiber. Dort ist heute die Macht versammelt, die sowohl den Strompreis teuer macht  (s.h. EEG), als auch Entwicklungen aktiv blockiert. Dynamische Strompreise – frei vom Standardlastprofil: Die Tarifanbieter und Messstellenbetreiber können es – die Netzbetreiber sagen nein.

Die Veto-Macht in Sachen Energiewende sind die Netzbetreiber. Zurückhaltend aus dem Hintergrund agierend, verkörpern sie das alte Bild der 4 Großen. Das Gedönz der TV-Werbung mit dem Öko-Hype, das Gezocke an der Börse – alles nur ein Schauspiel mit Marionetten, bei denen die Netzbetreiber die Fäden ziehen.

15.11.2024

Damit es mit der Energiewende in Deutschland weiter geht, müssen einige Konzepte aus der Schublade gezaubert werden. Eines dieser Konzepte ist der Hybridstrommarkt bei denen der Stromkunde auch die Netzstrecken mietet (und nicht nach Strommengen bezahlt).

Der Aufwand für die Erzeugung von Strom an einem Ort, ist vortägig sichtbar mit dem Grünstromindex. Dadurch werden neue Produkte wie Ladestrom für E-Mobile, Heizungsstrom, generell variable Tarife greifbar. Luxus gönnen, wenn es geht – sparen, wenn nötig.

Speicherbedarf als Zeichen des Marktversagens wurde hier einmal geschrieben. Arbeiten die Unternehmen und Privatpersonen zusammen, dann entsteht mehr, als das Ökonomische Prinzip jemals zulassen würde.

Mündiger Stromkunde

EB-JournalismusSobald man eine Idee für eine Veränderung vorstellt, hört man in Deutschland gerne, dass dies der Stromkunde nicht versteht, will, kapiert. Eine Ja-Aber Aussage, die blog.stromhaltig von Medienvertretern, Politkern, Stromanbietern, Messstellenbetreibern und und und hört….

Sind Sie Dumm? Sind Sie Stromkunde? – Es fehlt heute der Zugang zu Informationen und Hintergründen. Ein komplexes Thema kann man nur mit sehr viel Zeit, Engagement und Geduld vermitteln. Es reicht nicht eine Ganzseite pro Jahr in einer Tageszeitung.

Die Energiebloggersind ein Teil dieser Renaissance, die im Stromzeitalter gerade durchlebt wird.  Bei Cash&Carry Instituten und anderen Publizisten will man gerne gleich in den Barock wechseln – Künstler eben.

Bitte aber erst nach dem 15.11.2024.

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