Vor einigen Tagen hatte blog.stromhaltig seine Leser dazu aufgerufen die Fragen, die man an die Bundesnetzagentur hinsichtlich der Berechnung der EEG-Umlage 2015 einzusenden. Entstanden ist eine ganze Sammlung von Themenblöcke, die mit Sicherheit noch nicht alle Unklarheiten abdecken.

Gerne dürfen weitere Fragen eingereicht werden, da das Interview mit der Bundesnetzagentur erst am Ende dieser Woche vorbereitet wird.,

Buchhaltungstrick

Die Zahlungen der sogenannten Marktprämie, dem zweithöchsten EEG-Ausgabeposten, werden künftig erst im Folgemonat kontowirksam. Somit fielen im August einmalig Ausgaben von rund 700 Mio. Euro weg, die nun erst im September das Konto belasten werden. (Quelle EIKE)

Frage an die BNetzA

Wurde die Änderung des Abrechnungszeitraums bei der Berechnung der EEG-Umlage beachtet? Wenn ja, wo können die Abregenzungsposten eingesehen werden?

Profilservice

Prognose für 2014: 166.370.604 €
Prognose für 2015: 192.268.416 €

Frage an die BNetzA

Auf Basis welcher Untersuchung lässt sich dieser Anstieg erklären? Durch eine Zunahme der Anlagen in der Direktvermarktung, bei denen der Profilservice durch den Betreiber gedeckt wird, ist nach der aktuellen EEG Novelle mit einem Rückgang zu rechnen. Ferner müsste eine deutliche Veränderung des Marktwertfaktors erkennbar sein.

Privilegierter Letztverbrauch

Unbestätigten Gerüchten zu folge, liegen der BAFA bislang zwar die Anträge der Unternehmen vor, die im kommenden Jahr unter die Härtefallregelung fallen, jedoch nicht die Höhe des Stromverbrauchs, dieser sogenannten priviligierten Letzverbraucher.

Frage an die BNetzA

Kann dieses Gerücht bestätigt/widerlegt werden? Welche Konsequenz haben unterschiedliche hohe/niedrige Verbrauchsmengen auf die Prämissen, die der EEG-Höhe zu Grunde liegen? Ändern sich die Prämissen, müsste die EEG-Umlage für 2015 dann nicht als vorläufig angesehen werden?

Nicht-Privilegierter Letztverbrauch

Prognose für 2014: 370.260.447 MWh
Prognose für 2015: 350.595.295 MWh

Frage an die BNetzA

Die Studien, die durch die Übertragungsnetzbetreiber ins Netz gestellt wurden, geben keinen Aufschluss darüber, wodurch dieser Rückgang im Verbrauch begründet wird. Welche empirischen Quellen belegen diese Prognose?

Vermarktungserlöse

Prognose für 2014: 2.192.603.625 €
Prognose für 2015: 1.768.249.568 €

Frage an die BNetzA

Die Vermarktungungserlöse basiert ausschließlich auf eine Trendprognose des PHELIX und einer Vermarktung der EEG-Strommengen durch die Übertragungsnetzbetreiber an der EPEXSpot.  Welche Vermarktungserlöse würde sich bei anderen Szenarien ergeben (OTC, Contracting, Regelenergie,…)?

Liquiditätsreserve

Prognostizierte Kosten: 23.158.849.803 €
– Liquiditätsreserve 10%:  1.936.149.830 €
= 21.222.699.973 €

Umlagebetrag 2015: 21.821.527.139€

Frage an die BNetzA

Die Liquiditätsreserve wird notwendig, da das EEG-Konto durch privatwirtschaftliche Unternehmen geführt wird. Würde dieses Konto bei einer öffentlichen Körperschaft geführt (zum Beispiel: Bundeshaushalt), dann würde die EEG-Umlage die gleiche Höhe haben. Die Vermarktung des Stroms an der Börse zur Deckung der Ausgaben ist ein Nullsummenspiel, welches den Umlagebetrag um 598.827.166€ erhöht. Stimmt diese Rechnung?

Den Beitrag "Viele Fragezeichen bei der EEG-Berechnung offline Lesen:

2 Gedanken zu “Viele Fragezeichen bei der EEG-Berechnung

  1. Im Bundeshaushalt wird nur das Umlaufvermögen von Deutschland „verwaltet“. Darin darf und kann die EEG Umlage nicht auftreten. Hermes und andere Liquiditätsabsicherungen des Bundes werden nicht über der Bundeshaushalt geführt und sind somit auch kein Verstoß gegen die EU Auflagen.

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