Der Energiejournalist Stefan Schroeter schreibt in seinem Blog, dass in den vergangenen Tagen am Wittstock Solarpark ein Batteriespeicher mit besonderer Aufgabe ans Netz gegangen ist. Durch die Kombination mit einer 2 MWh Batterie ist man in der Lage nicht nur Strom für dunkle Tage zu speichern, sondern kann den Speicher auch für das Angebot der Primärregelenergie (PRL) nutzen.

Zwar gibt es bereits etliche Anlagen mit Regelenergie in Deutschland, die mit Strom aus erneuerbaren Quellen arbeiten. Mit Photovoltaik – und im Segment der Primärregelung ist es allerdings neu. Bei Next-Kraftwerken zum Beispiel wird lediglich die Sekundärregelung oder die Minutenreserve angeboten (vollständige Anbieterliste).

Steigt der Verbrauch im Stromnetz, so geht die Frequenz leicht zurück. Sobald die Netzfrequenz unterhalb eines bestimmten Wertes fällt wird diese zunächst durch sehr schnell reagierende Kraftwerke gestützt (=Primärregelung), bevor sie mit der Sekundärregelenergie und der Minutenreserve wieder zurück auf den Soll-Wert von 50 Hz gehoben wird.

Das klassische PRL Angebot wird durch große Dampf-Kraftwerke realisiert, die eine Drosselklappe besitzen. Wird Energie schnell benötigt, reicht das Öffnen/Schließen der Drosselklappe um etwas mehr/weniger Strom einzuspeisen. Kommt wie beim Projekt in Wittstock, das von Belectric  umgesetzt wurde, ein Batteriespeicher zum Einsatz, dann reicht ein relativ kleines Gesamtkraftwerk aus. Nach Schroeter ist es ein 68 MW Solarpark.

In der Theorie hätte man sich den Solarpark auch ganz sparen können, da es auch negative Primärregelenergie gibt, also das kurzzeitige Herausnehmen von Strom aus dem Netz. Für die kommende Verbrauchswoche haben sich die Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland 568 MW gesichert – 2 MW sind aus Brandenburg dabei.

Große Batteriespeicher können als  netzdienlich angesehen werden, da diese sehr viele verschiedene Eigenschaften positiv in den Netzbetrieb einbringen. Das Beispiel in Brandenburg könnte auch zur Kompensation von Blindleistung genutzt werden. Die zum Betrieb notwendigen Wechselrichter sind im Prinzip Kondensatoren im Netz, die dafür genutzt werden können.

Das jetzt angeschlossene Projekt wurde auf der 110KV Ebene realisiert, bei der Höchstspannung (380KV) ist das Blindleistungsproblem durch lange Strecken ernst zu nehmen.   Sollte man zur Realisierung der Kupferplatte für den Handel tatsächlich einen Netzsausbau quer durch Deutschland durchführen, wird es wohl auch große Sonnenspeicher parallel zur Stromautobahn geben.

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3 Gedanken zu “Sonnenspeicher zur Frequenzstützung in Brandenburg am Netz

  1. Hallo Hr. Zoerner,

    folgende Ergänzung:
    PRL wird aktuell schon von EEG-Anlagen angeboten.
    Hierbei handelt es sich um Biogasanlagen, die von Energy2Market gebündelt werden (siehe Anbieterliste von Regelleistung). Aktuell befassen sich sehr viele Hersteller von BHKW’s (Blockheizkraftwerken) damit, diese dezentralen EEG bzw. KWK-Anlagen – die übrigens schon sehr stark in dem Regelenergiemarkt für SRL und MRL präsent sind – auch für PRL „fit“ zu machen. Bei einer derzeit installierten elektrischen Leistung von ca. 4.000 MW im Biogasbereich in Deutschlang (Quelle: http://www.biogas.org/edcom/webfvb.nsf/id/DE_PM-29-13/$file/13-11-11_Biogas%20Branchenzahlen_2013-2014.pdf) ein nicht zu unterschätzendes Potential.

    Aus meiner Sicht ein sehr zu begrüßender Ansatz auf dem Weg zu „100% Erneuerbare Energie“.

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  2. Schön das „wir“ den Anschluss noch nicht ganz verpasst haben. Leider scheinen die Chinesen bereits jetzt neben all unseren Smartphones, Tabletts, Computer, Monitore, TV und billiger Wäsche , auch zukünftig auch unsere „Speicherfarmen“ zu liefern.

    Während wir uns über 2 MWh Kapazität und eigentlich wieviel ? kW / MW Maximalleistung freuen, haben unsere Mitbewerber aus dem „Reich der Mitte“ bereits im Juni 2014 schon mal „20 MW Wechselrichterleistung bei 40 MWh Kapazität“ in Betrieb genommen.

    Geplant sind „weitere netzdienliche Speicher. Dafür werden drei Standorte für ein 1000MW/200MWh“

    Unter „Elektrische Energie speichern – als Elektrische Energie“ (einfach Rainer klicken) versuche ich irgendwie auch mit dieser Technologie Schritt zu halten.

    „Wir“ sind auch hier irgendwie bereits „abgehängt“ – obwohl alles was D tatsächlich (noch) besitzt, angeblich zwischen den beiden Ohren seiner Einwohner sitzen soll …. :roll:

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