Vorwarnung:
Dieser Beitrag dokumentiert hervorragend das Verständnis des Elektrizitätsystems bei EE-Gegnern.  (In Anlehnung an Bert Robel)

Sie ist wieder da! Die Panik vor dem Blackout. Zum Thema mehrtägige Stromausfälle in einer Zivilgesellschaft meint der SWH-Landtag Dr. Rolf-Oliver Schwemer (CDU) in der SHZ:

 „Die Wahrscheinlichkeit für dieses Szenario steigt“

Zugegeben, der Betrieb von Stromnetzen wird komplizierter – und der Strom aus Erneuerbaren Anlagen muss anders versorgt werden, wie der aus Kernkraftwerken.  Warum muss man in einem journalistischen Beitrag lauter Beweise anführen, die 0,nix mit Wind und Sonnenstrom zu tuen haben.  Letztendlich fördert es doch, dass irgendwann den Netzbetreibern der Geldhahn zugedreht wird und die tatsächlichen Herausforderungen ungelöst bleiben.

rdk8Der sogenannte Schwarzstart  ist ein sehr komplexes Thema. Bei einem großflächigen Ausfall des Stromes, braucht es Kraftwerke, die ohne das Vorhandensein einer Netzfrequenz Strom erzeugen können. Wasserkraft ist da das Mittel der Wahl. Das RDK8 in Karlsruhe ist trotz des Neubau nicht in der Lage als erstes Kraftwerk an das Netz zu gehen – die einige Kilometer südliche Wasserkraftanlage in Iffezheim ist es. Der zuständige Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW hat daher eine Reihenfolge festgelegt, wie zu agieren ist. Kraftwerke, Verbraucher und vor allem die Netzkupplungen müssen sortiert und geplant werden.  Ob die Reihenfolge stimmt, kann man nur simulieren – wirklich testen geht nicht.

Im Norden wurde eine solche Simulation nun durchgeführt:

Was ein solcher „Schwarzfall“ (engl. Blackout) bedeutet, hat Dr. Thilo Rohlfs mit seinem Krisenstab jetzt drei Tage lang geübt. Rohlfs ist beim Kreis für den Katastrophenschutz verantwortlich.

Da blog.stromhaltig bei solchen Simulationen mitwirken durfte, ist eines klar: Warum es zu einem Blackout kommt, ist für die Teilnehmer egal. Witze werden gemacht, dass zum Beispiel der Stapellauf eines Kreuzfahrtschiffes einen Blackout hervorrufen könnte…. (ja lustige Ideen spornen die Motivation an.)

Grund für die neue Unsicherheit ist die Energiewende, bestätigt der Ingenieur Jens Peter Solterbeck. Er ist Leiter des Netzcenters Fockbek der Schleswig-Holstein Netz AG. Aus Wind und Sonne werde inzwischen „unwahrscheinlich viel Energie“ gewonnen. „Die ist aber sehr wechselhaft, das passt nicht in das Verbrauchsverhalten der Menschen.“

Herr Solterbeck ist bei der SH-Netz AG, einem Verteilnetzbetreiber. Verteilnetze sind in der Mittelspannung und Niederspannung anzusiedeln. Die Probleme, die dort heute vorkommen sind entstehen durch fehlende Investitionen in regelbare Transformatoren in den letzten Jahrzehnten. Es kann zu Spannungsspitzen kommen, die abgeregelt werden müssen. Größere Solar- und Windanlagen müssen daher eine Netzkonformität  erfüllen, die eine Einspeisung in das Stormnetz nur zulässt, wenn bestimmte Auflagen erfüllt sind. Der Verteilnetzbetreiber hat im Zweifel die Möglichkeit durch ein Rundsendesignal die Anlagen vom Netz zu nehmen.

Damit ein Wechselrichter überhaupt in Deutschland angeschlossen werden darf, muss er (auch) auf die Netzfrequenz hören. Steigt die Frequenz über einen Wert von  50,2 Hz regelt das Gerät die Einspeisung entlang eines definierten Gradienten ab.

Jede größere Schwankung macht Netzeingriffe erforderlich. „Das kommt heute etwa 1000 Mal im Jahr vor, vor zehn Jahren waren es noch zwei bis drei“, erklärt Solterbeck die Ausmaße. „Wenn dabei etwas schiefgeht, kann es das Szenario eines flächendeckenden Stromausfalls nach sich ziehen.“

Leider ist im Beitrag nicht genannt, um welches Ereignis es sich genau handelt. Sicher scheint aber, dass wir nun von ganz Deutschland reden und nicht mehr über ein Verteilnetz. Zuständig sind jetzt die 4 Übertragungsnetzbetreiber. Wir fragen den Formel-1-Piloten, wie schwierig es ist einen 40-Tonner einzuparken.

Netzfrequenz - Visualisierung: Netzfrequenzmessung.info
Netzfrequenz – Visualisierung: Netzfrequenzmessung.info

Netzfrequenz… Es ist schon erstaunlich, dass die Sonne/der Wind scheinbar an den Stundengrenzen einen Schalter besitzt (?).  Wie sonst könnte man erklären, dass es an den Stundengrenzen eine erkennbare Schwankung in der Frequenz gibt? Vielleicht hat es ja doch etwas mit dem Handel zu tuen? Der Handel gibt die Fahrpläne für das Netz vor – diese müssen durch Schaltvorgänge nachgefahren werden….

Die Zahl 1000 Mal im Jahr und 2-3 mal vor 10 Jahren kommt allerdings bekannt vor. Hierbei könnte es sich um die Anzahl der Eingriffe der Übertragungsnetzbetreiber in die Fahrpläne handeln. Sogenannte Re-Dispatches, bei denen Kraftwerke, die den Zuschlag zu liefern bekommen haben drosseln müssen – andere erhöhen. Simon Schmitz von Awattar hatte die Ursache gegenüber blog.stromhaltig einmal als Standort Nachteil von Kraftwerken bezeichnet. Schaut man auf die Re-Dispatch Eier erkennt man, dass er wohl nicht irrt. Braunkohle Kraftwerke im Osten bieten billigen Strom an, der Steinkohle (und Gas) im Westen verdrängt. Ökonomie der Kupferplatte.

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