Das ausgehende 2014 steht unter dem Zeichen des Markt-Designs. Mit dem Grünbuch hat das Bundes-Wirtschaftsministerium die Interessierten Akteure aufgerufen ihre Vorschläge einzureichen. Die Ansätze, die aktuell zur Debatte stehen, können unterschiedlicher nicht sein. Da steht das Grünstrom-Markt-Modell auf der gleichen Bühne wie der Hybridstrommarkt.

Gleich eine ganze Sammlung von unterschiedlichen Modellen lassen sich unter dem Begriff Kapazitätsmärkte zusammenfassen. Im Oktober hatte Kai bei Dialog-Energie-Zukunft angefangen einen Überblick zu erstellen. Mittlerweile sind zwei sehr anschauliche Infografiken für den Dezentralen Leistungsmarkt und die strategische Reserve entstanden.

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blog.stromhaltig vertritt ganz klar ein Modell. Das Thema Markt-Design schafft es nicht in die Massenmedien, vielleicht können die Kollegen von Dialog-Energie-Zukunft allerdings einen Schlagabtausch organisieren.  Hart – aber fair?

Montag Abend, 21:00 Uhr – Erstes Deutsches Fernsehen. Der Moderator erscheint im Bild und stellt die Gäste des heutigen Abends vor. Dann – ein Einspieler und das Thema der Sendung: „Warum werden die Stromkunden vom Markt-Design ausgeschlossen?“

(Durch eine Schwankung im Stromnetz ist leider ein Teil der Aufzeichnung verloren gegangen – Lediglich die Kommentierung von Zoerner und die Fragen des Moderators sind erhalten geblieben)

Zoerner (unterbricht Boris Schucht): „Von Markt würde ich nicht sprechen, denn ein Markt sollte aus Angebot und Nachfrage bestehen. Gerade in Ihrem Zuständigkeitsbereich auf dem Gebiet der 50 Hertz Transmission GmbH sieht man sehr genau, wie Überkapazitäten in einem Landesteil zu Reserven in einem anderen Landesteil führen.“

Moderator: Das müssen Sie jetzt aber etwas deutlicher beschreiben.

Zoerner: „Sehr günstiger Strom kommt zur Zeit aus thermischen Kraftwerken in Brandenburg/Sachsen. Dieser Strom verdrängt teurere Kraftwerke im Westen, die dann unter den Schutzschirm der Rervekraftwerksverordnung fallen. Es ist kein Instrument, welches uns Zeit verschafft, sondern Kosten verallgemeinert, die der Markt nicht leisten kann. Überbrücken einer Zeit mit strategischen Reserven, ist das Heulen von morgen, wenn man nicht mehr alternativlos am Markt ist.“

Moderator: Jetzt lassen sie auch mal die anderen zu Wort kommen…

Zoerner reuspert sich und schweigt.

Zoerner (fällt ins Wort): „Also Herr Dr. Pfeiffer, es will ja keiner bestreiten, dass der Strommarkt kaputt ist und einen grundlegenden Neuaufbau braucht. Aber was haben die Erneuerbaren bitte mit fehlender Konkurrenz zu tun? Der Strom aus der genannten Einspeisevergütung wird an der Strombörse von Unternehmen wie das von Herrn Schucht vermarktet. Die Geldzahlungen an die Betreiber haben mit der Konkurrenz auf einem Markt erst einmal nichts zu tun“

Moderator (leicht zornig): Jetzt lassen sie ihn doch ein mal ausreden!

(Einige Sekunden später)

Zoerner aus dem Off:  Ein Markt – ich bin bei Ihnen!

(Einspieler Hybridstrommarkt – Gerne auch Info-Grafik vom DEZ-Blog)

Moderator: Herr Zoerner, was sehen Sie als wichtig an, beim zukünftigen Stormhandel?

Zoerner: Im Hybridstrommarkt wird dem Stromkunde eine Eigenverantwortung gegeben. Reserven und Kapazitäten sind Diskussionen, die von einem geschätzten Bedarf ausgehen – einem geschätzten Risiko. Der Bürger kann nicht entscheiden, wie viel Strom er braucht. Beim Hybridstrommarkt wählt der Kunde  aus, an welchen Kapazitäten er sich in welcher Menge beteiligen will. Braunkohle, PV, Windkraft – 1% von der Erzeugung hier, 1 Promille von der Erzeugung dort. Reichen die Kapazitäten nicht aus, so bekommt er Ausgleichenergie (wie Grundversorgung) geliefert. Zeitgleich und Mengengleich. Geben wir doch zu, das Stromnetz und all die Systemdienste können nur schwer über Mengenmodelle abgerechnet werden, das beißt der Wunsch zum Energiesparen in den Schwanz der Rentabilität.

——– ES FEHLT EIN ZWISCHENRUF

Zoerner: Ach Quatsch! Der Stromkunde ist sehr gut darüber informiert und kümmert sich auch darum. Nicht nur in Schwaben haben die Kinder Mathe im Unterricht und können damit mündige Entscheidungen im kaufmännischen Bereich treffen. Anlagenbetreiber freut es, denn Kapazitäten zu vermieten  – anstelle Strommengen zu verkaufen, bedeutet Planungssicherheit über die gesamte Laufzeit.

(einige Minuten später)

Moderator: 2017 – auch ein Ziel für das Hybridstrommarkt Modell?

Zoerner: Natürlich, es lässt sich fließend einführen – ab heute. Die Anpassungen in den entsprechenden Gesetzen sind überschaubar. Schätzungen ergeben, dass wir auch nicht erst 1 Milliarde Euro in die Hand nehmen müssen.

Zoerner: Bitte überprüfen Sie dies im Fakten-Check. Transparenz muss auch bei den Zahlen zum Hybridstrommarkt gegeben sein.

//ENDE//

(Beitragsbild: DuncanNelson @ pixabay – modifiziert)

Den Beitrag "Marktplätze der Zukunft - Hart aber Fair? offline Lesen:

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