Im Jahre 2011 hatte ein Schöpfer der Fossilwirtschaft den Ausdruck „Dunkelflaute“ geprägt.:

Doch woher soll der Strom kommen, wenn einmal keine Sonne scheint und kein Wind weht? Dunkle Flaute nennen Wissenschaftler dieses Phänomen, das es bisher nur in der Theorie gibt. Wann die dunkle Flaute einsetzen wird, kann man nicht voraussehen, sagt Winfried Damm, Generalbevollmächtigter von den Stadtwerken Leipzig. (Radio Mephisto 97,6)

Seither hat das Wetter uns so richtig enttäuscht, was sich besonders am Blick auf die letzte Dunkelflaute erkennen lässt. Am 22.10.2014 um 0:00 Uhr bis 04:00 Uhr ist sie gewesen – und in Deutschland wurde 3 mal mehr Strom exportiert, als importiert. Ganz anders als im Szenario von Dr. Sven Bode (Institut Arrhenius) im Jahre 2009 beobachtet wurde.

Ungemütlich, grau – dunkel ist es, wenn man in diesen Tagen aus dem Fenster schaut. Da kann es doch in den kalten Nächten der Stromversorgung auch nicht gut gehen?

imageIm dritten Jahr untersucht blog.stromhaltig kontinuierlich die Versorgungssicherheit, die Kraftwerksausfälle und die Export/Import Kapazitäten. Sucht man nach einer dunklen Flaute, dann wird der Zeitpunkt der geringsten Stromerzeugung aus Windkraft im Zeitraum zwischen 22:00 und 07:00 Uhr gesucht. Fündig wird man in der Nacht vom 21. Oktober auf den 22. Oktober 2014.  Parallel hilft ein Blick auf die physikalischen Stromflüsse in Europa, um ein paar Mythen auszuräumen.

Für den 22.10.2014 gilt:

  • Es gab tatsächlich einen Netto-Import von französischen (Atom) Strom
  • Dieser wurde allerdings zeitgleich an andere Nachbarländer weiter geleitet.
  • Saldiert man die Strommengen kommt man auf einen Export-Überschuss von 23.143 MWh

Die von blog.sustainment.de gefundene Aussage von Prof. Dr. Claudia Kemfert dürfte damit bestätigt sein:

Im Moment haben wir einen Stromangebotsüberschuss. Wir haben mehr als ausreichende Stromerzeugungsmöglichkeiten im System und könnten problemlos einige Kohlekraftwerke sofort vom Netz nehmen, ohne dass es Versorgungsprobleme gäbe; auch wenn man berücksichtigt, dass die Atomkraftwerke bis 2022 ebenfalls vom Netz gehen. Man muss jetzt regional sehr genau schauen, wo die Kraftwerke stehen. Stehen sie im Süden, wo auch die Atomkraftwerke vom Netz gehen und hohe Lastzentren sind oder stehen sie im Norden? Aber grundsätzlich ist es in der nächsten Zeit überhaupt kein Problem, auch auf Kohlekraftwerke zu verzichten.

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