In der DDR gab es nur ein wirklich produktives Kernkraftwerk für die Sromerzeugung in Rheinsberg. Die Einspeisung mit 70 MW kann aus heutiger Sicht eher belächelt werden. Der größte Teil der benötigten elektrischen Energie stammte aus Braunkohle oder Steinkohlekraftwerken. Der Tagebau in der Lausitz – somit im eigenen Land – machte die Versorgung mit dem Rohstoff günstig.

25 Jahre nach dem Ende der DDR sorgen diese Besonderheiten für die größten Probleme im Stromnetz und einem Stillegungsstop im Westen der Republik.

Blühende Landschaften brauchen recht wenig Strom. Privilegierte Industrieunternehmen wurden nur wenige auf dem Gebiet der ehemaligen DDR angesiedelt, man setzte eher auf den Boom von Baumärkten, Videotheken und Dienstleistungen. Der Stromverbrauch war und ist bis heute gering.

Die Verstromung von Braunkohle existiert allerdings weiter. Aktuell im Besitz von Vattenfall – vielleicht  irgend wann einmal im Besitz der Steuerzahler. Strom, der extrem günstig ist und durch eine Ausbreitung des Börsenhandels für jeden Stromhändler in Deutschland verfügbar ist.

Billig-Stromland: Thüringen/Sachsen
billigstrom

Im Gebiet um Leipzig und Cottbus wird heute deutlich mehr Strom produziert, als die Verbraucher benötigen. Das Ergebnis: Der Strom muss über die Netze abtransportiert werden. blog.stromhaltig hat eine tagesaktuelle Visualisierung der Re-Dispatches bereitgestellt, die zeigt, wie oft die Netze nicht ausreichend dimensioniert sind, um den Strom auch tatsächlich zu transportieren.

Merit Order und die Stromauktion

Der Handel an einer Börse wird auch als Auktionen bezeichnet, da im Prinzip immer der günstigste zum Zuge kommt. Unter Merit-Order versteht man die Umsetzung auf den Strommarkt. Ist das Auktionsergebnis (=Preis) niedrig, so kommen nur Erzeuger zum Zuge, die einen niedrigen Gestehungspreis haben.

Direkt nach der Wende hatten die Kernkraftwerke in Westdeutschland die günstigsten Einspeisepreise, gefolgt von Braunkohle, Steinkohle,… – Durch den langsamen Ausstieg aus der Atomkraft fallen für größere Betreiber die Kraftwerke weg, die am günstigsten waren. Es verbleibt die Braunkohle als Ausstiegsgewinner. Dieser Kraftwerkstypus befindet sich in unmittelbarer Nähe zu den Abbaugebieten: Ruhrgebiet und Lausitz.

enbwDer Stromerzeuger EnBW aus Süd-Westdeutschland hat schon frühzeitig den Standortnachteil erkannt und ist in das Kraftwerk Lippendorf eingestiegen. Dennoch verdrängt auch weiterhin der Braunkohlestrom die Anlagen im Südwesten – dem Stammland der EnBW.

Doppeltes Kraftwerkchen

Was den Stromhandel antreibt, ist Geld. Die Bevölkerung und vor allem die Wirtschaft braucht aber Energie. Die Brücke dazwischen ist eine leidige Diskussion, die zum komplexen Thema der Reservekraftwerke führt. Das Stromnetz ist keine Kupferplatte, der es egal ist, wo erzeugt wird.

25 Jahre nach dem Mauerfall knirschen die Kraftwerksbetreiber im Westen mit den Zähnen, da sie von der billigen Erzeugung aus dem Osten vom Markt verdrängt werden.

Fehlt eigentlich nur noch der Sündenbock…

(Beitragsbild via anja_ferstl0 @ pixabay – modifiziert)

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10 Gedanken zu “25 Jahre nach Mauerfall: Zerstörte Stromwirtschaft im Westen

  1. Kleine Nachhilfe in Geographie:
    Wir haben es mit drei größeren Abbaugebieten für Braunkohle zu tun. Das Ruhrgebiet gehört nicht dazu – dort ist Steinkohlegebiet.
    Neben dem genannten Revier der Lausitz haben wir das rheinische (zwischen Köln und Aachen) und das Leipziger Revier, in dem auch das Kraftwerk Lippendorf liegt.

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  2. Der Sündenbock ist schnell und einfach zu identifizieren,

    es sind im Wesentlichen die mittels der Zwangseinspeisung bevorzugten EE, die wegen auf 20 Jahre garantierter Festpreise für den oft nicht bedarfsgerecht erzeugten Strom, ein äußerst risikoarmes Spitzenrenditeobjekt für die optimale Gewinnmaximierung waren. Dies zeigt sich ganz besonderes bei PV, wo ja in 2013 u. 2014 nach Kürzung der Stromvergütung der Zubau drastisch eingebrochen ist. Auch bei EE-Anlagen zählt nur das Geld und das Märchen von Rettung des Weltklimas durch Deutschland erzählt man den Leuten, damit sie bei der gigantischen Zwangsumverteilung von Geld durch die EEG-Umlage schön ruhig bleiben und sich bei Ausnehmen noch gut fühlen.

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  3. Da ist er mal wieder der „bestinformierte“ Zeitgenosse, der einfach nachplappert was er „so gehört“ hat. Wenn sie verehrter Herr Bert Robel wohl einen Esel sehen – der ja bekanntlich einen Schwanz hat – sind ab sofort alle Tiere mit Schwanz Esel …

    Toll, und nur gut das wir wenigstens keinen Schwanz haben (gemeint ist : „Bei den Wirbeltieren ist ein Schwanz (lat. cauda; griech. ουρά) das mit Muskeln, Sehnen, Haut und eventuell Fell (bzw. Schuppen oder Federn) bekleidete hintere Ende der Wirbelsäule, in welches sich die Eingeweide nicht hinein erstrecken.“ – um anderen „Assoziationen“ vorzubauen). So sind auch sie kein Esel.

    Was als „EEG-Umlage“ bezeichnet von Ihnen als „Beweis“ daherkommt, ist eine Bezeichnung für einen ganzen „Strauß“ von Umlagen, Steuern und Abgaben, die sich darunter verstecken und propagandistisch weil sie einen „Schwanz“ haben Ihnen, den meisten desinformierten Bürgern, sehr vielen „Journalisten“ und praktisch allen Politikern „Esel“ sind – schließlich hat dieses „Tier“ einen kurzen und unscheinbaren „Schwanz“ der „EEG-Umlage“ genannt wird und im üblichen Zirkelschluss für alles – wirklich alles Ungemach dieser neuen Welt mit seinem Namen herhalten muss.

    Würden Sie sich einmal der Mühe unterziehen wie sich das ursprüngliche „Tier“ EEG-Umlage zu einer wahren Chimäre entwickelt hat, wo lediglich der kleine unscheinbare „Schwanz“ und Namensgeber noch mit dem „Esel“ des Anfangs übereinstimmt, würden Sie sicher keinen solchen Unsinn abliefern….

    Nun ja, wenn alle Welt dummes Zeug redet, möchten Sie einfach auf diesen Zug aufspringen. Dumm nur, die meisten hier WISSEN was tatsächlich los ist und empfinden solche Kommentare und ihre Protagonisten, als „Dummbabbler und Deppenkaiser“ wie der als „Sonnenflüsterer“ bekannte Erhard Renz diese besonderen „Fachleute“ so treffend bezeichnet hat.

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  4. Hallo Herr Rainer,

    ich freue mich, dass mein Kommentar ein solcher Volltreffer ist, dass Sie in Ihrer ideologischen Verblendung nur noch mit hilflosen „Ad Hominem“-Attacken antworten können. Ziemlich kläglich.

    MfG
    Bert Robel

    Antworten
  5. Hilflos ?

    Ja da haben Sie recht Herr Robel – angesichts solcher „ideologischen Verblendung“, kommt nur eine recht persönlich gehaltene Antwort in Frage. Die Fakten sind bekannt, mit Sicherheit auch Ihnen. So ist es in Fällen wie dem ihren völlig nutzlos mit tatsächlichen technischen Argumenten zu antworten. Einmal ganz davon abgesehen, das ich das längst getan habe – wenn auch nicht explizit für Sie.

    Sie haben sich Ihren “Ad Hominem” redlich verdient. Danke für die Gelegenheit das mal so formulieren zu dürfen :mrgreen:

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  6. @Bert Robel

    Klar, die EEG-Kraftwerke stehen zuhauf genau dort wo per Anordnung aufgrund drohender Netzüberlastun Leistung gedrosselt werden muss, im Mitteldeutschen Braunkohlerevier, in der Lausitz.

    Setzen sie sich doch erstmal mit dem Inhalt des Blogeintrag auseinander, bevor Sie ihr völlig hirnloses Gekritzel darunter setzen!

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