Die EEG-Umlage für das kommende Jahr ist beschlossen. Im aktuellen Podcast von Energynet kann man nachhören, welche Auswirkungen dies für den privaten Stromkunden hat.  Auf den verschiedenen Social Media Kanälen kann man lesen, dass man sich über den geringen Rückgang bei gut gefüllter Kriegskasse wundert. Meldungen entstehen…

„EEG verdoppelt auch 2015 den Strompreis“ (VIK)

… jagt der Verband, der sich selbst als die energiepolitische Stimme der Industrie in Deutschland bezeichnet über die Presseticker. Da braucht der private Stromkunde keine Ausnahmen für Spitzenverbraucher, um etwas neidisch zu werden.

Mit 61,7 Euro/MWh EEG-Umlage bleibt, nach der heutigen Veröffentlichung durch die Übertragungsnetzbetreiber, das EEG auch im kommenden Jahr der entscheidende Faktor für hohe Stromkosten. Für Mittelspannungskunden, die in der Regel mit der vollen EEG-Umlage belastet sind, entspricht die EEG-Umlage alleine etwa den Kosten, die der reine Strom und die Belieferung durch das Netz zusammen ausmachen, so der VIK, die Interessenvertretung industrieller und gewerblicher Stromkunden.

Umgerechnet auf den privaten Stromkunde steht hier geschrieben, dass die KiloWattstunde Strom von der Industrie für 2*6,17 Cent = 12,34 Cent ins Haus kommt. Darauf fallen eigentlich noch weitere Entgelte an:

ct/kWh
Erzeugung, Netz, EEG Umlage 12,34
Konzessionsabgabe 1,79
Stromsteuer 2,05
KWK Umlage 0,178
§19 Umlage 0,092
Offshore Umlage 0,25
Abschalt Umlage 0,009

Die 4,369 ct/kWh hatte man leider beim Verband übersehen. Macht nichts, unter dem Strich steht dennoch ein Strompreis von Netto 16,709 ct/kWh. Zum Vergleich zahlt der private Stromkunde in Deutschland 22,68 ct/kWh bei einem netzdienlichen Verbrauchsverhalten.

Stromhandel für die Industrie

Im Gegensatz zu den privaten Stromkunden, besitzen Industriekunden oft einen mehr oder weniger direkten Zugriff auf die Strombörse und können ihren Verbrauch von Preisveränderungen durch wetterabhängige Stromerzeugung abschöpfen.

netzfrequenzmessungEin Rätsel, welches schon länger bei blog.stromhaltig auftaucht, ist eine Anomalie in der Netzfrequenz. An den Stundengrenzen finden sich erkennbare Schwankungen, die durch Lastwechsel im Netz ausgelöst werden. Doch wieso kommt es zu den Lastwechseln, die das Stromnetz mit einer Regelmäßigkeit destabilisieren? Eine Grund könnten die Kraftwerke sein, die ihre Leistung verkaufen. Mehrere Kraftwerksbetreiber haben allerdings mittlerweile unabhängig bestätigt, dass es physikalisch nicht möglich ist ein Kraftwerk auf wenige Sekunden genau an/ab zu schalten. Die Börsenbetreiber fühlen sich auch unschuldig. Bleiben die Verbraucher.

Private Stromkunden ist es egal, wann sie die Geräte an bzw. abschalten. Schwanken jedoch die Preise im Stundentakt, so ist eine Optimierung der Energiekosten aus betriebswirtschaftlicher Sicht sinnvoll. Deren energiepolitische Stimme  rechnet die Folgekosten der Destabilisierung, die letztendlich alle Stromkunden gemeinschaftlich durch ihre Netzentgelte zahlen, nicht mit ein:

Die Belastungssituation der Stromkunden bleibt grundsätzlich viel zu hoch. Eine erfolgreiche deutsche und europäische Energiewende darf auch im globalen Umfeld akzeptable Strompreise nicht aus dem Auge verlieren.“, Dr. Annette Loske, VIK-Hauptgeschäftsführerin.

Kaputter Markt

Das Stromnetz ist ein Gemeingut, welches allen angeschlossenen Verbrauchern zur Verfügung steht.  Wer Kosten im Betrieb verursacht wird durch das aktuelle Marktdesign belohnt. Wer Kosten einspart, der wird bestraft durch höhere Netzentgelte.

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