[Presse] Grünstrom-Markt-Modell wiederholt vorgestellt (Greenpeace Energy) 1

[Presse] Grünstrom-Markt-Modell wiederholt vorgestellt (Greenpeace Energy)

Im April kommentierte blog.stromhaltig:

Ein weiteres Marktmodell das nicht für Ökostrom-Vegetariert geeignet ist.

Am 17.09. erreichte eine neue Pressemeldung der 4 Stromkonzerne die Redaktionen der Welt. „Versorger fordern direkte Lieferwege für Ökostrom“ lautet die Kernforderung.  Eine Anlagenscharfe Erzeugungsinformation, wie es heute nur bei kleinen Anbietern (Bsp: Grünstomwerk) möglich ist. Im Kern wird auf ein Hauptproblem des Stromes aus der Einspeisevergütung im Rahmen des EEG hingewiesen.

Grünstrom-Markt-Modell vorgestellt

Versorger fordern direkte Lieferwege für Ökostrom

Hamburg, 17. September 2014 – Mehrere namhafte Ökostrom-Anbieter fordern neue Vermarktungsregeln für Strom aus erneuerbaren Quellen. Das „Grünstrom-Markt-Modell“ soll die direkte und nachvollziehbare Versorgung der Kunden mit echtem Ökostrom garantieren sowie die schwankende Versorgung aus Wind und Sonne besser an die tatsächliche Nachfrage anpassen. Die Clean Energy Sourcing AG, Greenpeace Energy, die ElektrizitätsWerke Schönau und die NATURSTROM AG haben gemeinsam ein entsprechendes Modell entwickelt und präsentieren es von heute an einer breiten Öffentlichkeit im Internet. [Anm. der Redaktion: Im April 2014 wurde das Ökostrom-Markt-Modell vorgestellt, dessen Seite jetzt auf das Grünstrom-Markt-Modell umleitet]

„Ökostrom-Kunden wollen wissen, aus welchen konkreten Anlagen ihr Strom wirklich kommt“, sagt Daniel Hölder, Leiter Energiepolitik von Clean Energy Sourcing, „das gilt gleichermaßen für private Haushaltskunden wie für große Industrieunternehmen. Unser Modell ist deshalb eine transparente, kostenneutrale und ökologisch sinnvolle Ergänzung zum bestehenden EEG.“

Das zum 1. August reformierte Erneuerbare-Energien-Gesetz sieht bisher vor, dass Betreiber neuer Ökostrom-Anlagen ihren Strom in der Regel über das so genannte Marktprämiensystem an der Strombörse verkaufen müssen. Weil in diesem System aber keine Herkunftsnachweise für Grünstrom ausgestellt werden dürfen, kann dieser Strom auch nicht als Ökostrom an Endkunden geliefert werden.

Das Grünstrom-Markt-Modell, das als Ergänzung zum Marktprämiensystem entwickelt wurde, geht deshalb bewusst einen anderen Weg: Hier verkaufen Anlagen-Betreiber ihren Strom direkt an einen Versorger, der ihnen dafür den vollen Preis bezahlt. Dieser Grünstrom wird dann direkt an Endkunden weitergegeben – inklusive Herkunftsnachweis, ohne Umweg über die Strombörse. Damit entfällt auch die Zahlung der EEG-Umlage.

„Das Modell trägt außerdem zur Akteursvielfalt bei, weil die Marktmacht nicht in die Hände weniger Direktvermarkter gelegt wird“, so Sebastian Sladek von den Elektrizitätswerken Schönau.

Und: Zusätzliche Belastungen für das EEG-Konto entstehen durch das neue Modell nicht. Insgesamt müssen die Versorger in dem Modell nämlich Strom im gleichen Umfang und zu den gleichen Durchschnittskosten einkaufen wie im EEG-System. Für dieses können im Gegenteil sogar Mehreinnahmen entstehen: nämlich dann, wenn die Versorger mehr Wind- oder Sonnenstrom einkaufen, als ihre Kunden zur selben Zeit verbrauchen. Beim Weiterverkauf dieser Überschüsse wird dann eine Art „Strafzahlung“ von 2 Cent pro Kilowattstunde fällig.

„Dadurch entsteht ein finanzieller Anreiz für Stromanbieter, die schwankende Energieerzeugung aus Erneuerbaren besser mit der Nachfrage ihrer Kunden in Einklang zu bringen, etwa durch Lastverschiebung oder durch Speichertechnologien“, sagt Marcel Keiffenheim, Leiter Energiepolitik bei Greenpeace Energy. „Statt Nachfrage für sauberen Strom anzureizen, zielt das Marktprämiensystem darauf ab, Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen bei negativen Börsenpreisen einfach abzuschalten. Das ist ökologisch und ökonomisch falsch“, so Keiffenheim.

„Auch die Politik hat erkannt, dass man in Zukunft nicht den gesamten Ökostrom an der Börse verramschen darf“, sagt Oliver Hummel, Vorstand der NATURSTROM AG. Die seit August geltende EEG-Novelle enthält deshalb eine so genannte Verordnungsermächtigung – eine Art Platzhalter für ein ergänzendes ökologisches Direktvermarktungssystem wie das Grünstrom-Markt-Modell. Die entsprechende Verordnung muss das federführende Bundeswirtschaftsministerium nun ausarbeiten und beschließen.

„Wir wollen für das von uns entwickelte Grünstrom-Markt-Modell möglichst bald einen Konsens in Branche und Politik herstellen, damit die Verordnung bereits 2015 schnellstmöglich in Kraft treten kann“, so Hummel.

(Text: Greenpeace Energy)

Kommentierung blog.stromhaltig

Der auf am Spot-Markt „verramschte“ Ökostrom setzt die Betreiber von konventionellen Kraftwerke zunehmend unter Druck. Nur so ist ein Rückgang der Börsenstrompreise und letztendlich eine Marktverdrängung möglich, da nur Kraftwerke mit geringen Brennstoffkosten eine Chance haben.

Das jetzt als Grünstrom-Markt-Modell bezeichnete Modell benachteiligt kleinere Anlagenbetreiber und Nachbarschaftsgenossenschaften, die nach Umsetzung des Modells eine Vermarktungspflicht haben würden. Es bevorzugt große Betreiber und große Kunden, anstelle den Wunsch nach einer direkten Mitbestimmung aller Stromkunden zu ermöglichen. Im Gegensatz zum Hybdrid-Markt-Modell  wird keine zeitlich, direkter Bezug zwischen Dargebot und Verbrauch hergestellt, wodurch Kernprobleme wie das Stützen des Stromnetzes durch Aluminiumhütten nicht einmal im Ansatz adressiert werden.

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