Nicht einmal an der Wand befestigt hatte der Techniker der Telekom damals die Dose für unseren „klassischen“ Telefonanschluss.  Nach dem Angriff auf die intelligente Kaffeemaschine sollte jetzt das Telefon daran glauben. Im Gegensatz zu früher braucht die Grundfunktion des Telefonierens im Stand-By 10 Watt mehr – oder 87,6 KWh/Jahr. Die Zwangs Ver-VOIPung hat seine Spuren hinterlassen…

In zwei Jahren sollen die klassischen Telefonanaschlüsse abgeschafft werden. Letztes Jahr berichtete die TAZ darüber und arbeitete ein paar Punkte aus, die man gerne übersieht.

Stromverbrauch

Bei einem VOIP Anschluss sorgt meist ein Router für die Herstellung der Telefonverbindung über eine bestehende Internetverbindung. Diese Geräte sind heute Alleskönner, mit denen WLAN, Telefon und Internet in das Haus gebracht wird. Für all diese Funktionen wird Strom benötigt. Nicht viel, aber genug, um im Dauerverbrauch einen festen Platz einzunehmen. Klassische Telefone wurden durch das Telefonnetz mit Strom versorgt und verbrauchten eigentlich nur Strom, wenn man telefonierte – oder es klingelte.

Nach der Klassifizierung von blog.stromhaltig ist Telefonie im privaten Haushalt vom 0-Verbrauch zur Komfortlast geworden:

In dem Band zwischen Grundlast und Spitzenlast finden sich meist die Verbräuche, die einen direkten Einfluss auf den Komfort haben. Dazu zählen TV-Geräte, Beleuchtung und ähnliche. Diese Verbräuche lassen sich zwar sehr gut prognostizieren, allerdings nicht beeinflussen ohne Verzicht.

Notruf ohne Strom

Ohne Strom im Haus geht es nicht. Zwar wird das Telefonnetz auch weiterhin gut mit Strom versorgt, jedoch bringt dies nichts, wenn im Haushalt selbst kein Storm vorhanden ist. Dies kann eine einzelne Sicherung sein, die ausgelöst hat – oder aber auch die Bauarbeiten in der Straße. Die Anzahl der Ursachen für Stromausfall im Haushalt sind deutlich höher als die möglichen Ursachen beim Telefonnetz.

Im TAZ Beitrag wird gezeigt, wie die Telefonanbieter das Problem lösen:

So weist etwa 1&1 in den Geschäftsbedingungen darauf hin, dass „eine uneingeschränkte Notruffunktion nur bei einer unterbrechungsfreien Stromversorgung […] am vereinbarten Standort bereitgestellt werden kann“.

Eine 99,8% Verfügbarkeit runter auf 94% – und dafür auch noch Stromkosten zahlen. Die Billiganbieter wissen, warum dies nicht auf der Werbung steht. Notruf ist wichtig!  Man habe also am besten immer eines geladen – noch einmal mehr Last bei den Trafoverbrauchern.

Festnetzerreichbar mit geringstem Stromverbrauch

Die 20 Watt haben das Ziel einer Grundlast von unter 80 Watt in der Casa-Stromhaltig zunichte gemacht. Die Lösung war jetzt ein neues Mobiltelefon für 15€ – ohne Schnick und ohne Schnack. Sowie eine SIM-Karte von Simquadrat mit Ortsnetznummer. Der Verbrauch liegt jetzt für die Komfortfunktion „Telefonie“ wieder unter 1 Watt.

[Anmerkung d. Redaktion: keine bezahlte Werbung – alles ehrlich gekauft!] 

Den Beitrag "Kein Notruf bei Stromausfall offline Lesen:

5 Gedanken zu “Kein Notruf bei Stromausfall

  1. Nachdem ich erst kürzlich 3 Tage ohne Festnetz und (Fest-)Internet war, weil die Telekomiker irgendetwas in der Hauptverteilstelle vermurkst haben, mache ich mir keine Sorgen um die Nichtverfügbarkeit des Festnetzes wegen Stromausfall.
    Und dabei waren es nicht nur 3 Tage ohne Fernmelder, das waren auch 3 Tage bis zur Behebung des Problems nach der Störungsmeldung, mehrmalige leere Verprechungen bis wann die Störung behoben sei inklisuve … Servicewüste DE. 😉

    Bei einem SAIDI-Wert von ~15 Minuten Stromausfall in Deutschland, komme ich auf eine (mittlere) Verfügbarkeit von 99,998% … das bekommen die Fernmelder wohl nie hin, egal ob mit oder ohne VOIP.

    So aus dem Bauch heraus, ist hier einmal im Jahr ein Telefonausfall für mehrere Stunden fällig. Beim DSL kommen noch viele kürzere Ausfälle im Bereich einiger Minuten bis hin zu mehrere Stunden dazu. Dabei ist die Leitung selbst oft gar nicht betroffen, es kann auch sein, dass nur die Radius-Server ausgefallen sind und man keine (neuen) Verbindungen mehr aufbauen kann oder andere Störungen auf Protokollebene die Kommunikation unterbinden.

    Ob das Problem mit Mobilfunk irgendwie geringer ist, wage ich da zu bezweifeln, allerdings bietet diese zusätzliche Notrufmöglichkeit über Mobilfunk tatsächlich einen Vorteil: Es ist die schlichte Redundanz eines zweiten unabhängigen Systems, das hier für Notruffähigkeit sorgt … unabhängig davon, ob man VOIP, ISDN oder analoges Festnetztelefon im Haus hat.

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  2. Pingback: VoIP: Kein Notruf bei Stromausfall und höherer Stromverbrauch

  3. Aha – IP-Telefonie

    Mit dem was Du und die liebe TAZ da entdeckt haben „arbeite“ ich seit nunmehr beinahe 10 Jahre. Anfänglich mit mehr Echo, als die Alpen hergeben. Stromausfälle sind eher nicht das ganz große Thema. Schon eher wenn die „Schneckenpost“ – alias Telekom – mal wieder ihr Netz modernisiert. 1&1 – mein Provider – hat da nix zu sagen und so kann es schon mal eine Woche dauern, bis wie Dieter so schön treffend bemerkte, ein „Telekomiker“ mal vorbeischaut.

    Nach der letzten Aktion (bis Dato) wollte das damalige „Flaggschiff“ von AMD die Fritz!Box 7390 keine Verbindung mit dem „modernisierten“ Netz mehr aufbauen. Stattdessen werkelt nun aus der selben Familie die (private) 7360 weitgehend erfolgreich bei mir. Angeblich sei oft die TAE Dose ( :mrgreen: Telekommunikations-Anschluss-Einheit) und der in Massen gefertigte zugehörige TAE Stecker „schlecht“ oder gleich gar nicht verbunden – den Teil habe ich nun nachhaltig per Lötdirektverbindung eliminiert.

    Wer – das soll eint Tipp sein – wie ich eine dieser Fritz!Boxen hat – sollte über den „Push Service“ (Menü SYSTEM) sich jede neue – die eigene öffentliche „IP-Adresse“ per E-Mail zusenden. Mehr als die eine „Die Internetverbindung wird kurz unterbrochen, um der Zwangstrennung durch den Anbieter zuvorzukommen“ sollte es innerhalb von 24 Stunden nicht geben. Wenn doch, hat man so eine schöne Liste wie oft die Verbindung am Tag unterbrochen war. Womöglich kann man damit seinem ISP nachweisen, wie schlecht die Verbindung eventuell gerade ist. Oder ob man am Tag X tatsächlich mit der IP 87.165.204.40 „unterwegs“ war.

    Im übrigen „fällt so das Festnetztelefon täglich mindestens einmal aus“ Bis die Meldung „Internetverbindung wurde erfolgreich hergestellt. IP-Adresse ….“ kommt, können auch mal mehr als eine Minute vergehen. Zum Glück ist geschieht das „regulär“ so um 2:30 in der Früh. Doch solche Verbindungsaufbaubemühungen hatte ich schon bis zu 6 mal am Tag – warum, wieso ??? Im Grund hat Dieter das ja schon beschrieben….

    Obwohl ich ein „Smartphone“ habe, werde ich mir so ein „GSM-Tischtelefon mit SMS-Funktion und Akku-Betrieb“ zulegen, weil im Haus habe ich nur an einer Stelle Mobilfunkempfang und das auch nur sehr mäßig. Das Ding hat auch ein Netzteil und eine „empfangsstarke 20-cm-Antenne mit Kippgelenk“, wovon ich mir besseren Empfang verspreche. Das Ding sieht aus wie ein ganz „normales“ Telefon.

    Vermutlich noch in diesem Jahr werde ich meine komplette „Kommunikationsanlage“ über Batterie „puffern“ zum einen, um den Strom aus meiner PV für 24h nutzbar zu machen und im „Nebeneffekt clientseitig“ immer online zu sein. Ob ich das mit meiner „Zweit-PV“ erst später tue oder ob ich den Teil mit einer separaten „Bastellösung“ nur dafür herstelle, wird sich in den nächsten Tagen entscheiden. Alle – nahezu alle Geräte befinden sich zentral an einer Stelle und lassen sich so ohne allzugroßen Aufwand mit Strom versorgen.

    Damit wäre dieser Teil meiner „Grundlast“ schon mal zu 100% aus EE gedeckt und „mein Herz ist rein….“ und ich wäre auch bei lokalem „Blackout“ noch für ein Weilchen online ❗

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  4. Früher hatten die Telephone so eine praktische Kurbel, mit der der Anrufende selber den benötigten Strom erzeugen konnte. Das war der so genannte Ortsbatteriebetrieb, der ein autharkes telephonieren ermöglichte. Vielleicht sollte man das demnächst mal wieder einführen, gewisse Ansätze gibt es ja schon (siehe z. B. http://www.fktt-module.de/de/OB-Telefone )

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