Alt, marode – zu sehr auf Profit ausgelegter Netzbetrieb anstelle in die Modernisierung zu investieren. Warum Geld ausgeben, wo man lediglich Spedition ist und nicht Erzeuger oder Händler. Finanzielle Mittel, die von privatwirtschaftlichen Unternehmen mit Gewinnerzielungsabsicht nicht kommen, werden nun von Steuergeldern als Forschungsinitiative getarnt in die offenen Hände verteilt.

Die gemeinsame Initiative der Bundesministerien für Wirtschaft und Energie sowie Bildung und Forschung erfolgt im Rahmen des sechsten Energieforschungsprogramms der Bundesregierung und verfügt über ein Fördervolumen von rund 150 Millionen Euro. Im Fokus des Programms steht die Erforschung und Erprobung von Materialien, Konzepten und Technologien, die für ein modernes Stromnetz benötigt werden, das zu jeder Zeit die Balance zwischen Erzeugung und Verbrauch hält.

(Quelle: Rebecca Raspe – energiezukunft.eu)

Elektrische Energie muss im Stromnetz immer soviel eingespeist werden, wie zum gleichen Zeitpunkt entnommen wird. Dafür zu sorgen, dass dies funktioniert ist Aufgabe des Stromhandels – und nicht der Physik – vielleicht sollte man ein paar Euro lieber in die Wirtschaftsforschung stecken.

In einigen Wochen wird es wahrscheinlich auch bei blog.stromhaltig eine Überwachung der Netzfrequenz geben, wahrscheinlich mit den gleichen Ergebnissen wie bei Netzfrequenz.info . Schaut man auf die Verlaufsauswertung auf der Seite, so fallen die horizontalen „Hickser“ an den Stundengrenzen auf. Zu diesem Zeitpunkt gerät die Frequenz kurz aus dem Takt, mit der wahrscheinlichen Ursache in den Stunden-Lieferverträgen des Stromhandels.

Das politische Rumgeeiere um das Thema Kapazitätsmärkte zeigt vielmehr, dass der Handel es (heute) nicht schafft eine Versorgungssicherheit zu garantieren und selbst an der Nachhaltigkeit zweifelt. Zocken für Gewinn? Gerne . Handeln zur Erfüllung einer gesellschaftlichen Aufgabe? Bestimmt nicht.

Wenn in den Mittagsstunden (bei uns übrigens eher in den Nachtstunden) – die Spannung in den Verteilnetzen steigt, dann sollte eigentlich der Handel die notwendige Kommunikationsplattform bieten, um das Problem mit zusätzlichem Verbrauch lokal in den Griff zu bekommen. Stattdessen forscht man lieber an der Kommunikation im Smart-Grid.

Nicht falsch verstehen! Wir brauchen mehr Markt(wirtschaft), nicht erst handel ab 1 MWh, sondern Terminmarkt ab einer 1 Ws. Nicht 15 Minuten Takt, sondern sekundenscharfe Fakturierung. Nicht Preisgarantien über 12 Monate, sondern flexible Tarife für alle – mit einem Rückfall auf einen Grundversorgungstarif.

Nur weil jede Innovation im kaufmännischen Bereich sofort mit der Planwirtschaftskeule im Keim erstickt werden, soll die Technik lösen, wo an anderer Stelle versagt wird.  Technik erfindet Airbags – kann aber keine Tempolimits an Unfallschwerpunkten setzen.

Der Bundesbericht Energieforschung 2014 ist eine großes Plazebo auf Steuerkosten, da Lobbyeinflüsse einen viel stärkeren Hebel haben, als 150 Millionen Euro. Lieber etwas rumdoktorn in den Forschungseinrichtungen des Landes, als sich mit Interessensvertretern auseinanderzusetzen.

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Ein Gedanke zu “Zukunftsfähige Stromnetze fangen mit zukunftsfähigem Handel an.

  1. „Zocken für Gewinn? Gerne . Handeln zur Erfüllung einer gesellschaftlichen Aufgabe? Bestimmt nicht.“

    Meinen Sie Solatdächer?

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