In der Stromwende müssen wir noch einen weiten Weg gehen, bevor 100% zu jeder Zeit des Tages/Jahres erreicht werden können. Deutschland ist auf einem guten Weg, die 50,1 Millionen Haushalte schon in einem Jahrzehnt frei von Brennstoffkosten mit elektrischer Energie zu versorgen.

Die Microsite vollversorgung.stromhaltig.de stellt tagesaktuell den Stromverbrauch der Bevölkerung mit der Erzeugung aus Wind und Solarkraft gegenüber. Die 24-Stunden Bilanz für jeden Tag wurde nun erstmals für eine längere Periode ausgewertet.

In der Auswertung berücksichtigt wurde der Zeitraum vom 01.01.2014 bis zum 29.08.2014. Die basieren auf Hochrechnungen der tatsächlichen Einspeisung, die durch die vier Übertragungsnetzbetreiber bereitgestellt werden. Durch Klicken auf die einzelnen Schaubilder kann eine WebGL Ansicht geöffnet werden, die durch Maus und Shift-Taste in Größe und Ausrichtung verändert werden kann.

Haben-Seite

vollversorgung_habenNach einigen windschwachen Monaten, kann besonders im August 2014 der Bedarf an Strom auch in den Nachtstunden durch Windkraft gedeckt werden. In den Tagesstunden wird ein deutliches Plus erzielt, welcher als günstiger Industriestrom der Wirtschaft zur Verfügung steht.

Soll-Seite

vollversorgung_sollDer Ausbau muss beschleunigt voran gehen, soll bis in das Jahr 2017 eine 80% Unabhängigkeit von Rohstoffimporten erreicht werden. Die aktuell rückläufigen Zubauzahlen im PV-Bereich legen allerdings nahe, dass dieses Ziel in deutliche Ferne rückt.

Bilanz

vollversorgung_bilanzBringt man Haben und soll zusammen, so stellt man fest, dass die Nutzung von Speichern zunehmend an Bedeutung gewinnt. Des weiteren muss das Potential von verschiebbaren Lasten bei den privaten Stromverbrauchern stimuliert werden. Hierbei reden wir jedoch weniger von einer Verschiebung um ein paar Stunden, als um die Verschiebung um mehrere Tage.

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3 Gedanken zu “Vollversorgung aus Erneuerbarer Energie auf gutem Weg

  1. Super Thorsten, gerade das „Soll“ macht schön deutlich, wo man man die größte Wirkung bei der Energiewende erzielen kann.

    Die von Dir vogeschlagenen Speicher sind ein Ansatz, schon mit relativ kleiner Kapazität und kurzer Speicehrdauer kann man die hohen Photovoltaik-Erträge gegen mittag in die Abendstunden verlagern.
    Für das morgendliche Soll müsste man aber wohl größere Speicher und auch einiges mehr an Photovoltaik einsetzen.

    Eine andere Variante wären in meinen Augen kleine dezentrale KWK-Anlagen, insbesondere sehr effiziente Brennstoffzellen mit Wärmeauskopplung.
    Stolperte letztens über eine kleine (~2 KW) kommerzielle Brennstoffzelle mit 60% elektrischem Wirkungsgrad und 40% Wärmeerzeugung. Die Dimensionierung von ~800 Watt Wärmeleistung für den Pufferspeicher wäre ideal, um den Warmwasserbedarf von 3-4 Personen genau in den Abendstunden und Morgenstunden zu erzeugen, wenn Stromerzeuger fehlen.
    Einziger Haken, es wird Erdgas benötigt, damit wird das ganze frühestens regenerativ, wenn wir in großem Stil EE überschüsse in Methan oder Wasserstoff umwandeln.

    Antworten
      • Stellt sich die Frage wie man Wasserstoff oder synthetisches Methan (oder Methanol) erzeugen wird.
        Ich präferiere hier ebenfalls kleine dezentrale Anlagen. Vorzugsweise auch mit Abwärmeauskopplung, damit schlägt der Wirkungsgrad ökonomisch kaum mehr durch.

        Antworten

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