Die vier Übertragungsnetzbetreiber verwalten im Auftrag des Deutschen Volkes das Konto, auf dem die EEG-Umlage eingesammelt wird. Da die EEG-Umlage lediglich einmal im Jahr im Oktober für das Folgejahr festgesetzt wird – und somit alle Ausgaben für ein ganzes Jahr abdecken soll – ist es natürlich, dass der Kontostand schwankt. Bei den aktuellen Zinssätzen ist es für die Stromkunden aber eigentlich egal, ob das Konto ein Plus oder ein Minus aufweist.

Direkt nach der Bundestagswahl letztes Jahr wurde die Erhöhung der EEG-Umlage angekündigt. Zuweit wurde erhöht, wie man heute weiß, denn per Ende Mai 2014 wurden fast 1,7 Mrd. Euro zuviel eingesammelt. Im vergangen Monat ist dieser Diamanthaufen leicht zurück gegangen, wie auf dem aktuellen Kontoauszug ersichtlich ist, zeigt aber immer noch mehr als 1 Mrd. Euro.

Zwölf Euro Guthaben für jeden Bundesbürger liegen zur Zeit auf dem Konto. Ein spätes Wahlgeschenk, welches die aktuelle Bundesregierung sich sehr schön erkauft hat. Im Oktober gibt es dann die große Schenkung für das kommende Jahr.

Wir haben etwas an der Energiewende gestrichen: Nachteile

Da kann man sich auch 809.000 Euro aus den Steuergeldern abzwacken, um etwas voraus zu jubeln in Form einer befremdlichen Anzeigenkampagne.

Komisch ist nur, dass wohl keiner wirklich versteht, welche Zusammenhänge es im EEG-Monstrum heute gibt.

Das Plus auf dem Konto ist zurück gegangen, nicht weil mehr EEG-Strom erzeugt wurde, der damit zu zahlen ist (Juli 2014: 5.207 GWh / Juli 2013: 6.973 GWh). Auch nicht, weil der Börsenstrompreis zurück gegangen ist, der das EEG-Konto belastet (Juli: 34,47€/MWh Juni: 32,54€/MWh).

Der große Unterschied im Juli 2014 machen die Kosten für die Abrechnung der EEG-Bilanzkreise aus (Juni: ~8,0 Millionen Euro / Juli: ~14,4 Millionen  Euro). Dieser Posten steigt schon eine ganze Weile kontinuierlich an. Es ist ein Abgrenzungsposten, der durch den unterschied des geplanten Verbrauchs und des letztendlichen physikalischen Lastfluß entsteht.

Die Tatsache, dass man wahrscheinlich mehrere Hochschulabschlüsse braucht, um die Geldflüsse hinter der EEG-Umlage irgendwie zu verstehen, ist ein Nachteil, der noch nicht bei der Energiewende gestrichen wurde.

(Beitragsbild: Wikipedia)

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4 Gedanken zu “Juli 2014: Diamanthaufen auf dem EEG-Konto leicht geschrumpft

  1. sorry, aber die großen posten, die im juli höher waren als im juni 2014 sind eben doch die vergütungen und die pramienzahlungen für direktvermarktung.

    zur betrachtung der entwicklung der eeg-umlage scheint mir auch nicht so wichtig der aktuelle stand des kontos als vielmehr die differenz zum letzten jahr: über 1,9milliarden euro mehr auf dem konto. bis september wird diese differenz noch ansteigen.

    rund 25mill einnahmen werden zum ende des jahres rund 23mill ausgaben gegenüber stehen. möglich, dass die differenz auch eher in richtung 3mill plus geht für 2014, abhängig von konjunktur und sonne. da das konto nicht einen monat negativ war, gibt es keinen grund, die liquiditätsreserve zu erhöhen. nimmt weiterhin an, die im nächsten jahr die ausgaben kaum steigen (also z.b. auf so rund 23,5mill) dann kann die umlage sinken. um wieviel? unter die symobolische 6 vor dem komma 😉 man wird es als erfolg der aktuellen politik verkaufen, obwohl es nix damit zu tun hat…

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    • Die EEG-Umlage für 2015 die im Oktober festgelegt werden wird, basiert auf den Zahlen zwischen Oktober 2013 und Ende September 2014. Faktisch kann das neue EEG damit nur einen sehr geringen Einfluß haben.
      Allerdings gibt bei der bestimmung es eine zweite Komponente, die bei der Ermittlung der neuen Umlagehöhe mit einbezogen werden muss. Diese zweite Komponente ist die „voraussichtliche“ entwicklung beim Zubau. Völlig klar, hierbei spielen harte Fakten gar keine Rolle, stattdessen wird auf windelweichee Meinungen und unklare Glaskugelblicke gesetzt. Sofern Minister Gabriel auf diesem Feld groß punkten will, erschafft er sich damit gleichsam als selbsterfüllende Prophezeihung die Handlungsgrundlage für sin EEG 3.0 … eine todsichere Sache, man überschätzt die Effekte des neuen EEG großzügig, verkauft das alles als Erfolg und wenn dann nächstes Jahr die Umlagehöhe erneut bestimmt wird, fehlt wieder eine ordentliche Summe auf dem Konto und die ach so teuren Erneuerbaren sind wieder ursächlich und die Handlungsnotwendigkeit für eine neues EEG ist wieder da.

      Seit 2005 mit dem ersten Kabinett Merkels (und Umweltminister Gabriel) wurde das EEG von einem Instrument zur Förderung der Erneuerbaren in ein undurchsichtiges Etwas umgebaut, mit dem immer wechselnde politische Oppotunitäten verfolgt oder bestimmte Klientel protegiert werden. Die eigentliche Zielsetzung in §1 ist nur noch ein Feigenblatt, seit Einführung der AusgleichMechV ist das EEG nur noch ein leerer Bilderrahmen und das eigentliche Instrument, die Umverteilung von Milliarden, wurde über den Ermächtigungsparagraphen §91 EEG von der Legislative (Budestag/-rat) gänzlich hin zur Exekutive (Regierung) übertragen.
      Schon erstaunlich, die Regierung kann bei der Verteilung der Gelder letztlich machen was sie will und jeglicher parlamentarischer Einfluß wurde ausgeschlossen … sowas kann nur eine große Koalition schaffen … und abschaffen könnte es vermutlich auch nur noch eine solche, aber halt eben nicht diese die es eingeführt hat und eine andere ist weit und breit nicht in Sicht.

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  2. Es dürfte weniger der Unterschied Umlage/Steuer sein, als der Unterscheid zwischen Legislativ-Recht (vom Bundestag u. Bundesrat beschlossene Gesetze) und Executiv-Recht (von der Regierung, also KanzlerIn und MinsertInnen, beschlossene gesetze/Verordnungen.)
    In der Regierung sind nunmal herausragende Personen, mit entsprechender Aufmerksamkeit in der Presse und Öffentlichkeit, wohingegen die einzelnen Parlamentarier „in der Masse“ des Parlaments untergehen.

    Herausragendes Beispiel dürfte das Atommoratorium nach der katastrophe in Fujushima sein. Das hat die Regierung im Alleingang beschlossen … und nur aus Opportunismus … und sogar noch ohne überhaupt eine Rechtsgrundlage oder gar Ermächtigung des parlaments dazu zu haben.
    Der Druck auf diese wenigen Personen kann offensichtlich sehr schnell so groß werden, dass sie sogar ohne Rechtsgrundlage zu eigenmächtigem Handeln getrieben werden … und dann gib denen mal zweifelsfrei eine Ermächtigung, ohne weitere Zustimmung eines demokratischen Organs, einen bestimmten Bereich zu regeln.

    Was denkst was dabei anderes rauskommt?

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