Millionen von Stromkunden werden in Deutschland nach den Standardlastprofilen abgerechnet, die vorschreiben, wie viel Strom zu welcher Zeit für diese Kunden ins Netz eingespeist wird.  Eine ganz neue Form des virtuellen Kraftwerks kann setzt mit seiner Wertschöpfúng an, wo das Geschäft der Energieversorger am Ende ist.

„Gelingt es uns 10.000 Haushalte zum Mitmachen zu bewegen, dann könnten wir in wenigen Wochen den Strommarkt in Deutschland revolutionieren.“ meint der Erfinder gegenüber blog.stromhaltig

Es sollen keine Namen und genannt werden,  auch nicht die genauen Zahlen des Business-Plans. Zu groß ist die Angst, dass die Entwicklung im Keim erstickt wird, denn sie klingt wie eine Mischung aus hochspekulativer Finanzmarkttransaktion und cleverem Einsatz moderner Informationstechnologie.

Eine Art Cash-Back nur für Strom

Das Hauptgeschäft wird in der Nacht vollbracht. Wenn die meisten in Deutschland schlafen, dann geht auch der Stromverbrauch deutlich zurück. Zwischen 2 Uhr und 5 Uhr am Morgen liegt der Wert bei weniger als 180 Watt  im 3 Personen Haushalt. Nach dem Standardlastprofil H0 werden allerdings noch immer 180 Watt für den Kunden bereitgestellt und eingespeist. Da das Netz kein Speicher ist, muss dieser Strom weg – sprich verramscht werden. Bezahlt ist der Strom dennoch…

Angenommen der Haushalt verbraucht zur gleichen Zeit einen Maximalwert von 140 Watt, dann stehen 40 Watt zur freien Verfügung, um eine zweite Wertschöpfung zu erfahren.

„Die Smart-Meter der Kunden übermitteln uns alle 15 Minuten den tatsächlichen Verbrauch“

Dieser Verbrauch wird mit dem Lastprofil des Kunden (meist H0) abgeglichen und die Differenz ermittelt. Durch langfristige Beobachtung, einiges an Erfahrung und einer kleinen Menge Statistik werden aus den 40 Watt von einem Haushalt das Angebot einer Mega-Watt-Stunde geschnürt, die dann wieder gewinnbringend verkauft werden kann.

V steht für Volk

Im virtuellen Kraftwerk ohne Werk wird kein Strom erzeugt. Es wird lediglich mit Differenzen gearbeitet, die ohnehin vorhanden sind und bislang keiner unmittelbaren Wert haben. Das V-Kraftwerk soll eventuell als Genossenschaft gegründet werden, auf jeden Fall soll es seine Einnahmen an die Mitglieder verteilen.

Heute sind es nur einige hundert Zähler, die an die Bildschirme im Leitstand ihre Daten liefern, doch schon in naher Zukunft sollen es viele mehr werden. Dann ist es wichtig, jedem einzelnen klar zu machen, was sein Anteil am Gewinn des V-Kraftwerks ist, so der Erfinder. Wer gezielt vom H0-Profil abweicht, wenn es gut für die Gruppe ist, der soll dafür einen extra Bonus erhalten.

Es hört sich wie viel Rechnerei an, dennoch ist das VWerk nichts anderes wie das aktive Ausnützen einer der größten Rechenschwächen im heutigen Strommarkt. Gutes Gelingen!

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5 Gedanken zu “Dürfte ich mal Ihren Strom verkaufen? – Das V-Kraftwerk ohne Werk.

  1. Dieses Vermarktungmodell gibt es bereits heute und nennt sich „Bewirtschaftung von Differenzbilanzkreisen“. Die Netzbetreiber wissen aus der Vergangenheit, wann welche Mengen uebrig sind und verkaufen diese am Spotmarkt. Das wirkt sich dann positiv auf die Netzentgelte aus, kommt also allen zu Gute.

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  2. Ich melde mich an. An dieser Revolution will ich teilnehmen.
    Wenn alter Geldadel abtreten muss, dann will ich dabei sein.

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  3. Hallo,

    sollte das ganze Thema mal oeffentlich spruchreif sein und in die breite Vermarktung gehen bin ich der Erste, der dabei ist! Wird in meinen Augen Zeit, dass sich im Strom-Markt mal etwas Entscheidendes zugunsten der Verbraucher entwickelt! Werde dieses Thema gern auf diesem Blog hier weiterverfolgen :-) Gruss Markus

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