Zunahme der Kohleverstromung lässt Netzverluste um 0,6% ansteigen

Der Brennwert von Braunkohle ist relativ gering, was dazu führt, dass eine Verstromung nur in unmittelbarer Nähe zur Erzeugung für die Kraftwerksbetreiber wirtschaftlich abbildbar ist. So finden sich die Braunkohlekraftwerke in Deutschland in unmittelbarer Umgebung zu den Abbaugebieten wie Garzweiler oder in der Lausitz.

Steigt die Verstromung dieses Energieträgers, so steigen auch die sogenannten Netzverluste (oder Übertragungsverluste). Der Stromkunde zahlt diese Verlustmengen durch den Posten Netzentgelte auf der Stromrechnung.

Im letzten Jahr konnte bei der Analyse der Netzverluste noch eine positive Bilanz für das Vorjahr gezogen werden.  Durch die Stromwende hat die Zunahme der dezentralen Erzeugung im mehrjährigen Vergleich einen rückläufigen Trend aufgezeigt. Für das vergangene Berichtsjahr 2013 hat sich dieser Trend allerdings gedreht und die Verluste sind erstmalig wieder gestiegen.

Übertragungsverluste (oder Netzverluste) entstehen durch den Widerstand der Stromleitungen und durch Transformationsverluste. Nahezu keine elektrische Energie geht verloren, wenn zum Beispiel der Strom aus der PV-Anlage des Nachbarn verbraucht wird, da die Leitungsstrecke minimal und die Spannungsebene die gleiche ist.

Um Strom über weite Strecken transportieren zu können, wird er auf „Höchstspannung“ gebracht. Deutschlandweit gibt es klassisch das 380KV-Netz. Da in den Haushalten jedoch 230V benötigt werden, erfolgt in den Umspannstationen eine Transformation zunächst auf die Mittelspannung und dann auch die Niederspannung.

Strukturelle Veränderungen am Stromnetz und die Veränderung der physikalischen Lastflüsse hinterlassen somit ihre Spuren in den Netzverlusten. Hätte sich zwischen 2012 und 2013 eine entscheidende Änderung bei der dezentralen Stromerzeugung ergeben, so würde sich dies in den Veröffentlichungen der Verteilnetzbetreiber nach §17 Abs. 3 StromNZV ablesen lassen.  Im Vorjahr hatte blog.stromhaltig exemplarisch die Daten der Stadwerke München Netze (SWM-Infrastruktur) angegeben, bei denen nahezu keine Veränderung feststellbar ist.

Ebene  2012 2013 Veränderung
HöS/HS-Ebene 0,44 % 0,30 % – 0,14 %
HS-Ebene 0,29 % 0,29 % +/- 0%
HS/MS-Ebene 0,37 % 0,37 % +/- 0%
MS-Ebene 0,60 % 0,60 % +/- 0%
MS/NS-Ebene 1,13 % 1,12 % – 0,01 %
NS-Ebene 2,42 % 2,44 % + 0,02 %

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hat sich zwischen dem Jahr 1. Quartal 2013 und dem 1. Quartal 2014 jedoch eine Zunahme von 0,6% für Gesamtdeutschland ergeben.

Soll die Verstromung von Kohle in Deutschland weiter ausgebaut werden, wie es die aktuellen Großhandelspreise für Strom andeuten, so muss die Infrastruktur der Übertragungsnetze an diese Situation angepasst werden.

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