Die Einrichtung von Smappee hatte eine wichtige Erkenntnis zum Vorschein gebracht: Es muss sich etwas an der Grundlast ändern. An dem Stromverbrauch, der meist 24 Stunden am Tag dem öffentlichen Stromnetz entnommen wird und am Ende des Jahres den größten Teil der Stromrechnung ausmacht.

All diese vielen Smartphone-Ladegeräte und Co. verbrauche zwar nicht viel Strom pro Stunde, doch die Anzahl der Geräte und die relativ langen Laufzeiten sind ärgerlich – und spielen den Gegnern einer Stromwende in die Karten.

Viele Geräte können mit der 230 Volt Netzspannung, die es in Europa gibt nichts anfangen.  Micro-Controller bestehend aus vielen Dioden, Transistoren kommen lediglich mit wenigen Volt Gleichspannung zurecht. Jedes Gerät, welches eine Leuchtdiode (LED), ein Display oder eine andere Anzeige hat, braucht daher einen Wandler, der aus der Netzspannung eine für das Gerät taugliche Spannung „zubereitet“.

Technisch werden Transformatoren (Trafos) eingesetzt,  wie man sie in groß aus den Umspannstationen der Stromnetze kennt, in klein aus den Ladegeräten von allen mobilen Geräten. Hochwertige Netzteile schalten ab, wenn keine Verbraucher angeschlossen sind, die meisten in einem Haushalt vorhandenen jedoch nicht (vergl. Schaltnetzteil bei Wikipedia – hier eine extrem vereinfachte Darstellung).

Mikrowellenuhr, Melder von der Feuerwehr, IPhone-Ladegerät, Kabel-Receiver, 3 mal Ladegerät Telefon-Mobilteil, Empfänger Home-Manager, DVD-Player, Notebook, Raspberry Pi, Drucker, 2 mal WLAN-Router, Smappee, Steuerung Wasserpumpe, 4 mal „Nachtlicht“, USB Ladestation, Haustürklingel, Radiowecker, …

Über 50 Geräte konnten im Haushalt von blog.stromhaltig an das 230 Volt Netz angeschlossen sind, aber eben auch eine deutlich niedrigere Spannung benötigen. Rechnet man für jedes Gerät nur mit 2 Watt Leerverbrauch, dann kommt man schon allein auf 100 Watt konstanten Stromverbrauch (bei 140 Watt Grundlast).

Besonders ärgerlich ist die erhöhte Grundlast, da im Zuge der Stromwende  der Grundlastverbrauch gesenkt werden sollte. Es hilft wenig, die Spitzenlast zu reduzieren, wenn ein ungenaues Bild vorhanden ist, wie viel Strom tatsächlich 24 Stunden konstant benötigt wird. Das sogenannte Standardlastprofil des Lobbyverbandes BDEW rechnet für private Haushalte einen sehr hohen Anteil der Grundlast, wodurch sich teure Reservekraftwerke einfacher verkaufen lassen.

Ladeschale des Feuerwehrmelder und IPhone gaukeln dem öffentlichen Stromnetz vor, dass es hoher Bedarf an gesicherter Erzeugung aus Braunkohle (oder sogar Atomkraft) „dringend“ benötigt wird. Die Realität ist jedoch eine andere. Alle Geräte würden sich in der Theorie über mehrere Stunden getrennt vom Stromnetz betreiben lassen, ohne eine Einschränkung des Komforts.

Ein 2000 mAh Akku kostet gerade einmal 4€ und kann ein 2 Watt Gerät für 3,5 Stunden aus der Grundlast befreien. Für 200€ könnten theoretisch alle Trafoverbraucher hier im Haushalt die Grundlast um über 40% senken. Preise, die deutlich unter den Eigenstromakkus der PV-Anlagen liegen, und deutlich unter den Preisvortstellungen des neuen Laudeley Spross „Ecubesystems„.

Die Majorität der Trafoverbraucher benötigen eine Gleichspannung von 12 Volt (WLAN Router und Co.) oder 3,7 Volt (USB-Geräte), dies jedoch an sehr vielen verschiedenen Stellen im Haushalt. Bis auf die USB-Geräte lässt es kein Gerät zu, die Stromversorgung parallel zu organisieren.

Gerne werden Tipps, Erfahrungen und Gedanken zum Thema per Mail oder in den Kommentaren entgegengenommen. In den kommenden Wochen/Monaten wird bei blog.stromhaltig aktiv der Kampf der Grundlast angetreten!

Den Beitrag "Über 40% der Grundlast durch Traforverbraucher offline Lesen:

12 Gedanken zu “Über 40% der Grundlast durch Traforverbraucher

  1. Einige unsortierte Gedanken …

    Also die 40 Mio. haushalte mit je 100 Watt machen nach Adam Riese 4 GW aus. Das wären tief Nachts dann ~10% des Gesamtbedarfs.
    Aber, das sind bei 8760 Stunden im jahr eben auch schon ~35 TWh/a und damit ist es die größenordnung 3-4 Atomkraftwerke … oder die Jahresproduktion aller Biogasanlagen in Deutschland.

    Ein 2000 mAh Akku und 3,5 Stunden „Überbrückungszeit“ helfen sehr wenig, gut wären 4 Stunden laden, 20 Stunden entladen, damit man den Mittagspeak der PV nutzen kann. Ideal wären eher 4 Stunden laden, 100 Stunden überbrücken, damit man auch mal enige „schlechte“ Tage mit kaum Sonne und kaum Wind überbrücken kann.

    Auf einen weiteren interessanten Aspekt bin ich vor einiger Zeit gestossen. Die heute verwendeten Sicherungsautomaten haben einen Eigenverbrauch, so um die 0,5 Watt bei Nennleistung (also auf „Vollast“ kurz vor dem Auslösen). Kennlinien hierzu konnte ich aber bisher noch keine finden. Beim Thema Grundlast wäre aber genau die Leistungsaufnahme im niedrigen Lastbereich interessant, denn mit den üblichen ein bis zwei Dutzend Sicherungsautomaten im modernen Haushalt und Grundlast auf fast jeder Strippe summiert sich auch das. (Insbesondere, wenn der Eigenverbrauch konstant wäre oder im niedrigeren Lastbereich nicht propertional abfällt.)

    Die Rationalisierung im Elektrohandwerk hinterlässt auch einen deutlichen Fussabdruck. Heutzutage werden kaum noch Wechsel- oder Kreusschaltungen für Brennstellen mit zwei und mehr Schaltern verbaut. Scheinbar zu kompliziert und fehleranfällig beim Einbau, was Kosten verursacht. Stattdessen werden überall Stromstossschalter verwendet, mit dem Effekt das abermals ein Geringverbraucher im Schlatschrank steckt.
    Auch die allgegenwärtigen Indikatorleuchten in den Lichtschaltern ziehen laufend Strom, genauso wie die Bewegungsmelder für Aussenleuchten.

    Mein besonderer Liebling sind Ventile und Thermostate für Fussbodenheizungen. Die meisten Ventile verwenden eine Heizwendel und eine Flüssigkeit um den Durchfluss für das Heizungswasser zu regeln. Während so ein Ventil offen ist, zieht es dann ca. 2 Watt. Positiv ist schon mal, dass bei geschlossenem Ventil dann kein Stromverbrauch da ist, ungeschickt ist aber, dass die ganzen Raumthermostate weiter leistung Beanspruchen. Da moderne Heizkessel ohnehin einen Controller haben der mehrere Releais ansteuert, wäre es doch ein einfaches die Stromzufuhr für alle Raumthermostate über den Heizkessel zentral abzuschalten, wenn „im Sommermodus“ die Pumpe(n) für die Heizkreise abgestellt werden … macht nur AFAIK keine einzige Heizung so.

    Zudem ist es sehr ärgerlich, dass Spannungen für“Trafoverbraucher“ wie Klingel, Sprechanlage, Türöffner, Rollosteuerungen, Windwächter und was es da alles an fest installierter Haustechnik gibt nicht normiert sind. Ich habe bei mir jetzt drei Trafos drin für 8 Volt (Windwächter), 12 Volt (Klingel) und 15 Volt (Türöffner/Sprechanlage) und jeder dieser Trafos bringt sienen Eigenverbrauch um 1 Watt mit.
    Es gibt inzwischen auch „USB“-Steckdosen, an denen man Geringverbruacher anstecken kann. Ungeschickt, dass die Spannungswandlung nicht zentral geschieht sondern in der Dose steckt.

    Ich tendiere dazu, dass es sinnvoll wäre die Spannungen zu normieren, also auf eine einzige zu reduzieren und vorzuschreiben, dass nur ein Wandler in der Hauselektrik vorhanden sein darf und über separate Leitungen verteilt werden soll. Und dann kann man auch an einer zentralen Stelle einen passend dimensionierten Akku einbauen, was definitiv kostengünstiger wäre, als dutzende Akkus in alle möglichen Geräten zu verbauen.

    Das „Einsparungspotential“ schätze ich bei der Grundlast nicht allzuhoch ein, aber das Potential zu Lastverschiebung ist schon ganz ordentlich.

    Nebenbei, gibt es hier jemand mit einem Bussystem zur Automatisierung? Würde mich interessieren, was da an zusätzlicher Grundlast anfällt.

    Antworten
  2. Leer laufende Netzteile „verbrauchen“ hauptsächlich Blindleistung. Smappee ist Prinzip bedingt nicht in der Lage Wirkleistung zu messen, da nur die Ströme gemessen werden, aber nicht deren Phasenlage. Daher wird wahrscheinlich die Scheinleistung (Wirkleistung+Blindleistung) angegeben, also ein deutlich zu hoher Verbrauch angezeigt.

    Antworten
    • Die Messung erfolgte nicht auf Basis der Smappee, sondern auf Basis von geeichten 3-Phasen-Zählern von Easymeter. Smappee scheint generell erst Geräte ab 15 Watt als solche zu identifizieren.

      Antworten
      • Wie immer etwas länger 😳

        „Die Messung erfolgte nicht auf Basis der Smappee, sondern auf Basis von geeichten 3-Phasen-Zählern von Easymeter. Smappee scheint generell erst Geräte ab 15 Watt als solche zu identifizieren.“

        Nun ja ich habe dieses* Gerät schon ein Weilchen herumliegen…

        ZITAT
        Der *Energy-Logger 4000 erfasst den Energieverbrauch bis zu 6 Monate im internen Speicher – die gewonnenen Daten können dann bequem mit einer handelsüblichen SD/SDHC Karte bis 32 GB auf einen Computer zur weiteren Analyse und Speicherung übertragen werden. Die komfortable Auswertesoftware „VOLTSOFT“ visualisiert die Energiekosten von bis zu 10 Verbrauchern – So machen Sie auch heimliche Stromfresser transparent und können einfach und effektiv Rückschlüsse zur Energieeinsparung treffen und vor allem die Wirksamkeit der Einsparung überprüfen. Am 3zeiligen Display kann neben dem Energieverbrauch die Wirk- und Scheinleistung, der Wirkfaktor CosPhi, Strom, Spannung, und Min-/Max-Werte abgelesen werden. Die Anzeige kann zwischen Ist- und Kumulierter-Messung sowie der Kostenprognose (Monat, Jahr) gewechselt werden. Tagesverbrauch und -kosten können für die letzten 10 Tage direkt im Display abgelesen werden. Das Gerät ermittelt ebenfalls die Einschaltzeit des angeschlossenen Verbrauchers. Im Gegensatz zu günstigeren Geräten zeigt der Energy Logger 4000 bereits bei Verbrauchern ab 1,5 W hochpräzise Wirkleistungsmesswerte und eignet sich daher ideal auch für Messungen des Standby-Verbrauchs. Und durch die integrierte Backup-Batterie gehen auch bei Stromausfall die gemessenen Daten nicht verloren.

        Ausstattung

        Echteffektivwertmessung (TrueRMS) für genaueste Messergebnisse auch bei verzerrter Phasenlage
        Wirkleistung mit Bezug des Wirkfaktors
        Updatefähig.
        / ZITAT

        Nun habe ich wenig Lust jedes einzelne Gerät meiner „Kommunikationszentrale“ längere Zeit zu messen. Dort finden sich folgende Geräte (jedes mit eigenem Netzteil) im Dauerbetrieb :

        Fritz!Box 7360
        Sunny Webbox
        NETGEAR Gigaswitch 16x RJ-45
        Festnetz Telefonanlage

        Zeitweise ein NAS

        Da ich sowieso vorhabe diese Geräte in Zukunft über Akkus „dauerzuversorgen“ muss ich sie sowieso vom jetzigen Stromkreis trennen und werde einfach diesen „Energy Logger“ dazwischen hängen. Klar, wegen der „Sunny Webbox“ geht das nur nachdem diese ihre Daten „hochgeladen“ hat, irgendwann am späten Abend. „Hochpräzise Wirkleistungsmesswerte“ klingt da schon mal gut und egal wie, weniger, als 1,5 Watt werden da niemals fällig. Sobald ich 24 h (0:00 bis 24:00) gemessen habe, werde ich diese Werte offenlegen.

        Was ich so an Ladegeräten für Smartphone und Tablett betreibe, ist per Steckdosenschalter nach Gebrauch ausgeschaltet. So bekommt der Synchrongenerator des Blocks A für Phasenschieberbetrieb jedenfalls von mir nur zeitweise Blindstrom zur Weiterverarbeitung. Mein Herz ist rein ….

        Wer viel misst misst Mist ! Wer dennoch Lust hat möge sich diesen Test leider von 2009 mal ansehen :

        http://www.test.de/Strommessgeraete-Nur-eins-ist-gut-1781202-0/

        Kleinste Leistungen korrekt zu messen um sie dann „hochzurechnen“ dürfte mindestens schwierig sein.

        Wer aber sowieso eine PV mit gemessenem Eigenverbrauch hat, muss keinerlei Skrupel haben wie viel er / sie so tagsüber verbrät. Kommt noch ein ausreichend bemessener Speicher hinzu, ist „Stromverbrauch“ ungefähr so schädlich wie Sonne die lediglich Dachziegel erwärmt !

        Wer (wie die überwiegende Mehrheit) seinen „PV-Eigenbedarf“ nicht zählt, der zahlt einfach nur die „marktübliche“ Umlage zu 100% schadet aber auch niemanden außer seinen eigenen Geldbeutel – Triumph der Verschwendung dürfte hier eine Speicherbatterie, welche über den Bezugszähler geladen wird, sein. Hier wird sogar der Verlust beim Laden und Umwandeln mit der vollen Umlage „belohnt“ !

        In allen Fällen ist ein Speicher auch eine „aktive USV“ für die wichtigsten Kommunikationsgeräte – wenn man es richtig macht….

        Antworten
  3. Dann sollten „wir“ mal schnellstens versuchen zu sortieren !

    Egal welches Gerät – allen voran auch Zähler – sind Lasten deren „Verbrauch“ unvermeidbar mit dem jeweiligen Stromfluss verbunden sind. Bei allen Geräten die nur zeitweise „aktiv“ sind, wird auch nur dann „erhöhte Leistung“ fällig. Sämtliche Elemente in einem Stromkreis verursachen selbst weitere Verluste. Jede Leitung – abhängig von deren Länge und Querschnitt – aber auch bei allen Übergangswiderständen an Steckeinrichtungen oder Schaltkontakten verursachen Verluste. Das auch Sicherungsautomaten – besonders die „altgedienten“ einen Übergangswiderstand aufweisen ist nur logisch. Um das zumindest ein wenig zu verringern, sollten mehr Stromkreise die ja dann auch einen geringeren Stromfluss (P = U x I) pro Stromkreis bedingen. Ob jemand allerdings unter die ständig unter „Vollast“ nahe am Auslösepunkt betreibt, bezweifle ich für vernünftig dimensionierte Verteilungen doch sehr. Ganz nebenbei auch jede Art von „Schmelzsicherung“ ist nicht wirklich besser. Neben der Fähigkeit Kurzschlüsse zu beenden, haben alle Leitungsschutzelemente auch einen „thermischen Effekt“ wie sonst sollte eine Überlastung das Schmelzen bewirken ? Da diese Art der Sicherung über Schraubkappen verfügt, fanden sich auch da gewisse thermische Verluste.

    Ein „Stromstoßschalter“ verursacht wie der Name es schon andeutet nur während des kurzen Schaltvorgangs einen kaum messbare Verlust. Es gibt wesentlich „ernstzunehmende stille Verursacher von Verlusten“. Obwohl die allseits gern verwendeten Leuchtstofflampen (auch die Version „Energiesparlampe“) mit einer Leistung von xx Watt angegeben werden, wird dabei gern „vergessen“ das die zugehörige „Drossel“ (Vorschaltgerät) je nach Ausführung bei einer 58W Lampe zusätzliche 7 bis 13 Watt im Betrieb in Wärme umgesetzt werden. Eine einzige solche Leuchte im Haushalt „topt“ alles was da sonst noch vor sich hin werkelt. Ein halbwegs kräftiger Staubsauger ~1.200W „verbraucht“ 20 Watt pro Minute. Irgendwelche Haarföhn schaffen das auch. Nicht zu reden von el. Backofen, Kochplatten, Spülmaschinen und Waschmaschinen und was sonst noch so zu „modernen“ Haushalten gehört.

    Es ist aussichtslos die unzähligen Kleinstverbraucher aus dem „Netz“ zu nehmen. Die größte Dauerbelastung ist das Netz selbst. Jeder Meter Leitungslänge verursacht permanent Verluste. Die schlichte Notwendigkeit Spannungen mehrfach zu transformieren ebenfalls. Das kann – „könnte“ – durch größere Dezentralisierung vermieden werden. Wer über eine kleine PV mit Speicher verfügt, dem kann das sowieso (weitgehend) gleichgültig sein. Leider kann nur ein sehr beschränkter Personenkreis – der das dann auch noch wollen muss – verfügen. Ach ja, da wäre noch mein TV der läuft so ziemlich den ganzen Tag – allein sein und dabei keine bewegten Bilder und Töne – ???

    Mein PC braucht auch nur 12 und 5 Volt – dafür dann aber entsprechende Ströme – ja das alles lastete das Netz aus … ja ich könnte mir einige Veränderungen vorstellen.

    Antworten
    • @Rainer

      Deine Einschätzung über die Lestungsaufnahme der Stromstoßschalter ist nicht ganz korrekt.
      Man kann sie so verschalten, dass sie im Standby potentialfrei sind und damit auch keine Standy Verluste haben. Dafür ist der Verschleiß dann hoch und es sind auch keine Indikatorleuchten in den Schaltern mehr möglich.

      Dummerweise ist es aber ausgerechnet bei den typsichen Mehrfachaschaltungen (Flure, Treppenhäuser, …) üblich Indikatorleuchten zu verwenden und dann sind die Stromstoßschalter nicht mehr potentialfrei verschalten und verursachen permanente Verlustleistung (zusätzlich zu den Indikatorlämpchen.)

      Zum Nachlesen der Klassiker „Eltako“

      Antworten
    • @Rainer

      Zum Speicher: Es rechnet sich einfach noch nicht. Die Schallmauer bei Speicherpreisen ist 250 € pro KWh (Kapazität und effektiv) bei 2500 Zyklen.
      Dann würde der Speicherstrom etwa 10 ¢/KWh kosten, zzgl. Erzeugungskosten (~15 ¢/KWh aus der PV) und Ladeverlusten (~4-5¢/KWh) ist man dann auf Augenhöhe mit den Kosten des EVU-Stroms.
      Specher kosten AFAIK aber aktuell eher um die 1000 € /KWh bei 2500 Teilzyklen (Flachladung 50%)

      Allgemein scheinst Du dem Ansatz zu folgen den Verbrauch (vor allem die kleinen Grundlastfliegen) einfach mit der „dicken Berta“ platt machen zu wollen. 😉
      Dem kann ich mich für’s erste bei der Energiewende anschließen, aber ich weiß leider nur zu genau (aka, kann es errechnen und simulieren), dass wir mit dem Ansatz nicht über 40% Erneuerbare im Strommix in Deutschland hinauskommen. Da wir heute schon bei 27% EE stehen und jedes jahr ca. 2% hinzukommen, haben wir in 6-7 Jahren schon das Ende der Fahnenstange erreicht. Zwar scheinen 6-7 jahre noch viel Zeit zu sein, aber angesichts der Tatsache, dass neue Technologie nicht von heute auf morgen den Markt durchdringt, sind wir schon fast zu spät dran, die Probleme die sich uns stellen werden *heute* wenigstens Prototypisch zu lösen.

      Wir müssen die Grundlast senken, damit die Nacht auch ohne Wind noch handhabbar ist und wie Du selbst sagst, über Speicher kann nicht jeder Verfügen … geschweige denn dass es sich rechnet.
      Die von mir überschlagenen 4 GW (oder 10%) „Kleinstverbraucherlast“ wegzubekommen oder entscheidend zu reduzieren, ist aber zu akzeptablen Kosten denkbar … ganz ohne Speicher.
      Mit dem Speicher als „dicke Berta“ sollte man IMHO eher die größeren Brocken der „geschaltenen (Grund-)lasten“ angehen. damit meine ich Lasten, die erst in der Masse der Nutzer und der Einzelgeräte im statistische Effekte eine grundlast im netz erzeugen. Kühlschrank, Gefrierschrank, Heizungs- und Zikulationspumpen … aber auch Rechner, TV, Microwelle, Herd, Fön, Kaffemaschine, Wasserkocher…

      Antworten
      • @Dieter

        a) Stromstoßschalter – meine Anwendung (jeder Anschluss für Lampen egal ob noch „in Reserve“) geht von zwei Verteilungen aus und hat lediglich einen „bistabilem Kontakt“. Stromversorgung mit Kleinspannung vom sowieso vorhanden „Klingeltrafo“ aus. Hätten alle Stromstoßschalter permanenten Verbrauch, würde das bei ~40 Stk. doch „sehr zu Buche schlagen“. Auch die neueren Typen die Sie verlinkt haben scheinen vernünftigerweise auf das Sparen getrimmt zu sein.

        b) Ja mit den Speichern hast Du vollkommen recht – ob die allerdings je deutlich billiger werden ? Vor nicht allzu langer Zeit habe ich einen schönen „Rittal-Schrank“ geerbt und werde darin wohl so nach und nach Batterien einbauen.

        Zunächst will ich mal versuchen meiner Kommunikation die größtmögliche „Autarkie“ zu spenden. Ob sich das „rechnet“ ist mir in einem gewissen Rahmen gleichgültig. Andere haben eine superteuere Modelleisenbahn als Hobby. Ich baue gern um :roll: Da ich eine PV mit erfasstem Eigenverbrauch habe (Inbetriebnahme 09. 2011) der jetzt schon bei 36%/a liegt (ich heize „direkt“ elektrisch), könnte sich das Ganze eventuell auch „rechnen“. Besonders wenn die Bezugspreise weiter steigen werden. Was ich wegen meiner Mitmenschen nicht hoffe !

        Was die tägliche Last in 24h angeht unterscheide ich zwischen zwei Phasen. Zeiten ohne Heizbedarf aber mit WW-Bereitung und solche mit beiden Hauptverbräuchen. Sobald der Platz dafür bereitet ist werde ich einen WW-Speicher mit Kleinwärmepumpe und Direktheizung „einbringen“. Der kann dann auch während der Heizperiode „überzähligen PV-Strom saugen“.

        Es gibt einige Möglichkeiten hohe Verbrauchswerte in die „Tagschicht“ zu verlegen. Selbst Heizungen müssen nicht wirklich 24h durchgehend eingeschaltet sein – zumindest nicht in den Übergangszeiten. Meine recht neuer Gefrierschrank kann eine verträgliche Temperatur für bis zu 30 Std halten. Warum also nicht tagsüber auf -20°C „halten“ und nach Sonnenuntergang bis zum nächsten Tag ausschalten ? Bei dem ebenfalls neuen Kühlschrank geht diese Methode nicht, aber ob „irgendwie“ eingeschränkt muss ich noch herausfinden.

        Die Waschmaschine (dort ist ja nur während der kurzen Heizperioden eine signifikante Belastung für das Aufheizen notwendig), wird eben so oft wie möglich am Tag genutzt. Ob sich eine recht teure Maschine die auch mit Warmwasser „zurechtkommt“ lohnen könnte, werde ich entscheiden sobald ich eine Neue benötige.

        Ansonsten werde ich meine Wärmedämmung (die bereits recht gut ist) weiter verbessern. Bei einigen Fenstern und Außentüren steht ohnedies noch ein Wechsel an. Noch erledige ich alle Umbauarbeiten selbst und das gibt mir finanzielle „Freiräume“ die auch den einen oder andern Fehlschlag verkraften. Überhaupt die meisten Arbeiten machen mir Spaß.

        Ganz oben auf meiner Liste steht die neue Siemens-LOGO! Die nun endlich etwas Automation einbringen wird. Was mir (noch) fehlt ist eine Möglichkeit die akuten PV-Leistung als Schaltkriterium „einzubauen“. Aber erst mal das Eine und dann das Nächste.

        Das mir die „Energiewende“ nicht gleichgültig ist, konnte ich sicher vermitteln – nur für meine privaten „Unternehmungen“ ist mir deren Verlauf durchaus schnurz

        Abschließend, aus solchen Erfahrungen kann durchaus auch „etwas“ für den „Ottonormalverbraucher“ herauskommen.

        Antworten
  4. Keine Ahnung wer hier (wenigstens) liest. Doch eigentlich sollte es möglich sein, gewisse „Heim-Automatisierungsmöglichkeiten“ selbst in die Hand zu nehmen.

    Es gibt bereits zahlreiches Zeug, was völlig unnötig „herumfunkt“ oder gar als Gipfel der Technologieentwicklung aus dem Internet bedient werden kann. Irgendwer muss doch mal die Fragen stellen „für wen ist das nützlich ? “ oder noch wichtiger „für wen ist das schädlich ?“ Oder wie der gelernte Latriner sagen würde „Cui bono“ ?

    Warum bieten recht bekannte Hersteller nur irgendwelche „Funkfernsteuerungen“ an ? Warum gibt es bei Wechselrichter & Co keine Schnittstellen mit der auch ein „freier Programmierer“ etwas anfangen kann ? Warum kann man / frau (es soll ja da Draußen auch Frauen geben die mit Technik etwas anfangen können) nicht über Kabelverbindungen – Relais – möglichst in Verteilungen einbaubar den selben Effekt erzielen ? Zweitbeste Lösung, eine Übertragung von Schaltbefehlen per „Powerline“. Eine „modifizierte Steckdose / Beleuchtung usw.“ die damit schaltbar wird ?

    Warum muss es gleich ein Bussystem sein ? Warum muss alles und jedes per Funk jedem „interessierten“ die Möglichkeit zum Abhören oder zu gezielter Sabotage geben. Ein Beispiel, Funkkameras, die per Babyphon „abgehört“ werden können, um Einbrechern das Leben zu erleichtern ??

    Zur „Energiewende“ gehört auch ein fundiertes Basiswissen. Wer nichts von all dem versteht, ist auch ein schlechter Mitstreiter. Manchmal wird dieser Mangel nur allzu sichtbar. Gerade nun, wo es ziemlich hirnrissig ist, sich einfach nach „bewährter Methode“ eine PV mit Einspeisevertrag auf´s Dach nageln zu lassen, hilft nur sich mit anderen „Modellen“ wieder um „die Energiewende von Unten“ zu bemühen. Darin läge sicher auch eine Chance für Profis.

    Oder war der ganze EE-Hype wirklich nichts anders, als eine weitere Chance Geld aus dem „System“ zu leiern ?

    Antworten
    • @Rainer

      „Oder war der ganze EE-Hype wirklich nichts anders, als eine weitere Chance Geld aus dem „System“ zu leiern ?“

      Die meisten Menschen erkennen genau diesen Zusammenhang, leider verdrehen sie den Zusammenhang in denau der Weise wie Du es schreibst.
      In unserem (Wirtschafts-) System hat schlichtweg nichts Bestand oder eine Chance, wenn sich damit kein Gewinn erzielen lässt.Ideelle Ziele wie Klimaschutz, Ökologie oder Nachhaltigkeit die von sich aus keinen unmittelbaren Gewinn abwerfen können, wird dieses System daher nie versuchen zu erreichen, es sei denn man versieht diese Ziele mit Preisen und der Möglichkeit Gewinn zu erwirtschaften.

      Die Chance aus der Klimaverschmutzung, der Umweltzerstörung, der Vernichtung von Natur Geld zu leiern ist von sich aus einfach vorhanden. Wozu sollte ein waldbesitzer den nicht für schnelles Geld umholzen sondern für seine evtl. noch nicht mal geborenen Nachfahren hegen und pflegen? Warum Öl, Kohle, Gas, Erz im Boden lassen?
      Erst wenn der Gewinn den man damit erzielen kann etwas in dieser Welt zu bewahren größer ist, als derjenige der mit der Ausbeutung von Ressourcen erzielbar ist, werden wir in der Lage sein, diesem System seine zerstörereische Kraft, die selbst vor selbstzerstörung nicht halt macht, zu nehmen.

      Ja, die Energiewende ist eine Chance Geld aus dem System zu leiern und das ist auch absolut notwendig!

      Antworten
  5. @Dieter – @all

    Geld ist eigentlich ein Tauschmittel und wäre ohne Zinseszins nicht unabhängig von den damit „repräsentierten realen Dingen und Leistungen“. Bislang hat allerdings die „natürliche“ Inflation stets die tatsächliche Kaufkraft wenigstens ungefähr an die wachsende Geldmenge angepasst. Wer allerdings genügend – also mehr als die zum Lebensunterhalt notwendige Summe – davon besitzt, kann dies gegen Sachwerte eintauschen. Was tatsächlich eine echte „Bereicherung“ darstellt.

    Ob das nun so in „Ordnung“ ist, jedenfalls in Maßen und nicht in nahezu unbegrenzten Massen, dürfte hier wohl besser außen vor bleiben. Sich an der ursprünglichen „Energiewende“ finanziell zu beteiligen war eine sehr gute Idee / Absicht. Leider wurde dabei die Gier zu sehr „gefördert“. Eine Planung, was parallel dazu beim Erreichen von definierten Zwischenzielen „passieren“ soll oder eventuell auch muss, fand niemals statt.

    Damit war das gutgemeinte EEG zum Scheitern verurteilt. Die Umstellung eines zentral gelenkten Staates in eine dezentralen – föderalistischen Staat, konnte nur nach eine „bedingungslosen Kapitulation“ der vorherigen Machthaber gelingen. Warum soll das bei einem in allen Bereichen zentralistischen Gebilde wie die dt. Stromversorgung anders sein ? Der notwendige Paradigmenwechsel, die feingliedrige dezentrale demokratische Machtverteilung wurde endgültig gestoppt bevor sie sich stabil etablieren konnte. Dem größten Teil der Betreiber von PV-Anlagen ist in erster Linie die „Verzinsung“ des eingesetzten Kapitals wichtig UND die Möglichkeit dennoch einen „greifbaren“ Sachwert damit zu besitzen. In einer Welt wo selbst größte Vermögen lediglich als Bits und Bytes existieren ein verlockender Zusammenhang.

    Nun ist dieses Kapitel endgültig erledigt. Wer nun Geld (nur) zum Anlegen (übrig) hat, wird sich eine andere Möglichkeit suchen.

    Mit einer neuen Strategie die deutlich weniger „Verzinsung“ bringt, wo die finanzielle Amortisation, wenn überhaupt möglich, sehr lange dauert, könnte es einen Kreis von Menschen geben, der sich eine „teilautonome Stromversorgung“ leistet. Einziger finanzieller „Gewinn“, vermiedene Kosten bei jeder selbstgenutzten kWh.

    Eine solche Anlage hätte einen vergleichsweise besseren Nutzen, als ein PKW der „gewöhnlich“ zu über 90% unnütz herumsteht. Meistens auch noch eine Garage „beansprucht“. Menschliche „Prioritäten“ haben wenig bis gar nichts mit rationalen Handlungen zu tun. Jeder glaubt nur er handle „rational“. Abstrakte Ereignisse die dabei auch noch in der Zukunft liegen, werden meist nicht als Handlungshintergrund genutzt.

    Genug der Philosophie :roll:

    Antworten
  6. @Rainer:

    Sehe den Ursprung des Geldes anders. Der Aspekt des Tauschmittels ist zwar gegeben, aber der wahre Sinn war es ein „Machtinstrument“ zu etablieren.
    Als reines Tauschmittel hätten auch Edelmetalle oder andere seltene schwerlich „vermehrbare“ und stabile (also nicht oder nur sehr langsam “ verottbare“) Dinge ausgereicht. Aber es ging eben genau darum ein allgemein anerkanntes Tauschmittel zu haben, das ein „Machthaber“ nach seinem Gutdünken vermehren kann, um so seine Macht einfach erweitern zu können. Mehr Soldaten oder mehr Polizei/Zöllner erfordern mehr Unterhalt, aber einfach mehr Steuern oder Zölle zu erheben erzeugt Unmut und schwächt mit zunehmenden Widerstand die Macht entsprechend. Aber Geld als Tauschmittel, das man vergleichsweise einfach, vor allem aber in der öffentlichen Wahrnehmung unbemerkt vermehren kann, entfaltet man sehr große Macht. Man kann damit nicht nur die machtbasis vermehren, man kann Macht(-bereiche) sogar auch noch wunderbar delegieren/teilen und gerade weil es gleichzeitig Tauschmittel ist, durchdringt es die gesamte Gesellschaft und entwickelt damit gleichsam gesellschaftliche Hierarchie. Jeder kann (theoretisch) seinen eigenen kleinen „Machtbereich“ auf- und ausbauen und ist damit Teil des gesamten Machtgefüges und hat eher wenig Interesse auszuscheren.

    Ein diabolisches Instrument, man Enteignet die Menschen (schleichend) und baut genau damit in jedem einzelnen den Druck/die Notwendigkeit auf, das dadurch entstandene materielle Defizit auszugleichen. Und wie auch immer die einzelnen Menschen neuen Wert schöpfen, der/die machthaber können diese Werte ganz einfach abschöpfen in dem sie neues Geld prägen oder drucken oder einfach in Bücher schreiben.

    Geld ist auch Tauschmittel, primär ist es aber einfach Macht.

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