Vor einem Jahr wollte Mitgründer Matthias Willenbacher noch seine Anteile am Unternehmen Juwi an die Kanzlerin verschenken. Jetzt droht ein zweistelliges Millionenminus, welches mehr als ein Viertel und bis zu einem Drittel die Belegschaft des Windkraft-Pioniers kosten wird. Nach einem Roulett auf den Vorstandsposten sucht man nun auch händeringend nach Investoren.

Als Gründe für die Schwierigkeiten im Unternehmen wird ein massiver Einbruch im Bereich der PV-Großanlagen  in Deutschland angegeben. Nach Angaben des EE-Magazins will sich das Unternehmen aus der Vermarktung von Windstrom zurückziehen.

Ob damit auch die Versorgersparte „Juwi-Strom“ auf dem Prüfstand steht bleibt unklar. Erst im vergangen Jahr wurde dieser Teilbereich des Unternehmens eröffnet und liefert aktuell einen Tarif für Privatkunden von unter 25 Cent/kWh bei 7,80€ Grundkosten im Monat.

Wie die Allgemeine Zeitung meldet, sind die massiven Einschnitte bei Juwi offenbar die Folge eines Zahlungstops der Banken an das Unternehmen:

Nach Informationen dieser Zeitung hat der Umsatzeinbruch 2013 und der Absturz in die roten Zahlen das Banken-Konsortium derart in Alarmstimmung versetzt, dass es ab diesem Frühjahr mehrfach den Geldfluss an Juwi stoppte.

Erst als man Roland Berger als Unternehmensberater ins Boot geholt hatte, haben auch die Banken wieder an Juwi Geld ausgezahlt. Eventuell hat auch die EEG-Novelle der Bundesregierung zu einer Verunsicherung der Zukunftsfähigkeit von Erneuerbarer Energie Made-In-Germany bei den Banken beigetragen.

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5 Gedanken zu “Juwi in Schwierigkeiten dank Banken?

  1. Allgemein scheint mir das Problem bei Juwi ein ähnliches zu sein wie bei allen, die auf dem Energiemarkt tätig sind: Es fehlt an Planungs- und Investitionssicherheit und damit auch an soliden Rentabiliätsberechnungen für Investitionen. Das behindert Innovationen und Veränderungen sowohl im konventionellen als auch im erneuerbaren Bereich. Und bei Unternehmen, deren Eigenkapitaldecke wie bei Juwi nur sehr grobmaschig gestrickt ist, macht des die Banken nervös.
    Wenn wir bei der Energiewende nicht bald einen Plan mit ungefähren Leitplanken für den künftigen Weg sehen, wird das nicht die letzte Verunsicherung gewesen sein, die – ausgehend von den Kapitalmärkten – die Energiewirtschaft erschüttert.

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  2. Die Banken macht es auch nervös, dass mit dem neuen Rahmen das Wachstum schwieriger wird. Die Investitionssicherheit ist defekt. Gabriel wollte Sicherheit bieten. Anstelle dessen gilt die derzeitige Reform bis zur Reform mit Ausschreibungen. Auch wenn das nicht kommt, weiß keiner was da kommt.

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  3. Investitionen in ein Kraftwerk plant man über einige Jahrzehnte. Bei den Erneuerbaren verunsichert man im Monatstakt. Daimler, BASF oder Lufthansa, wissen aus ihren Märkten, dass es zwar Veränderungen gibt, aber generell können sie eine Aussage darüber machen, wie sie ihre Produkte verkaufen. Wessen Produkt Strom ist, kann dies nicht.

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