Mit diesen Worten schließt die Meldung zur Sommerpressekonferenz der Kanzlerin, über die Franz Alt berichtet. Zwei Gutachten im warnen die Bundesregierung vor der übereilten Einführung dieses neuen Spielfeldes im Milliardenpoker, so der Spiegel.

Kapazitätsmärkte darf es nur für verlässliche Stromerzeugung geben. Zum Beispiel, wenn wie im BINE Projekt von „nur“ 99,994% Verfügbarkeit eines Angebotes für Regelenergie aus Windkraft ausgegangen wird.

10 GW Leistungseinschränkung, wie sie am 21./22.07.2014 durch Streinkohle, Braunkohle und Gaskraftwerken vorliegen, kann man wohl kaum als verlässliche Kapazitäten bezeichnen.

Aktuelle ungeplante Nichtbeanspruchbarkeiten laut EEX:

Erzeugung aus Datum Beginn Datum Ende Leistungeinschränkung (MW) Grund 
Steinkohle 04.07.2014, 11:45 23.07.2014, 00:00 507.0
Steinkohle 21.07.2014, 08:22 26.07.2014, 00:00 430.1
Steinkohle 22.07.2014, 01:06 22.07.2014, 04:59 282.0 Failure
Steinkohle 21.07.2014, 08:22 26.07.2014, 00:00 430.1
Steinkohle 21.07.2014, 06:15 23.07.2014, 00:00 60.0 External factors
Steinkohle 21.07.2014, 12:15 23.07.2014, 00:00 40.0 External factors
Steinkohle 21.07.2014, 07:00 23.07.2014, 00:00 30.0 External factors
Steinkohle 21.07.2014, 08:22 26.07.2014, 00:00 430.1
Steinkohle 21.07.2014, 08:22 26.07.2014, 00:00 430.1
Steinkohle 21.07.2014, 06:15 23.07.2014, 00:00 25.0 External factors
Steinkohle 21.07.2014, 08:22 26.07.2014, 00:00 430.1
Steinkohle 21.07.2014, 08:22 26.07.2014, 00:00 430.1
Steinkohle 21.07.2014, 08:22 26.07.2014, 00:00 430.1
Steinkohle 21.07.2014, 08:22 26.07.2014, 00:00 430.1
Steinkohle 21.07.2014, 08:22 26.07.2014, 00:00 430.1
Steinkohle 21.07.2014, 08:22 26.07.2014, 00:00 430.1
Steinkohle 20.07.2014, 22:58 24.07.2014, 00:00 211.0 Failure
Steinkohle 21.07.2014, 08:22 26.07.2014, 00:00 430.1
Steinkohle 21.07.2014, 08:22 26.07.2014, 00:00 430.1
Steinkohle 21.07.2014, 10:25 22.07.2014, 13:00 295.0 Failure
Steinkohle 21.07.2014, 08:22 26.07.2014, 00:00 430.1
Braunkohle 21.07.2014, 08:17 23.07.2014, 04:59 255.0 Failure
Braunkohle 17.07.2014, 07:45 22.08.2014, 22:00 200.0 Other
Steinkohle 21.07.2014, 08:22 22.07.2014, 00:00 430.1
Braunkohle 17.07.2014, 08:50 24.07.2014, 00:00 120.0 Failure
Steinkohle 15.07.2014, 23:30 25.07.2014, 00:00 29.0 Failure
Steinkohle 12.07.2014, 00:00 23.08.2014, 00:00 755.8
Steinkohle 03.07.2014, 14:15 01.08.2014, 00:00 160.0 Failure
Steinkohle 12.05.2014, 19:15 16.01.2015, 00:00 510.0 Other
Gas 05.03.2014, 12:30 01.04.2015, 01:30 400.0 Other
Gas 14.03.2013, 03:19 31.08.2015, 01:00 112.0

Betrachtet man die Zahlen etwas genauer, so fällt auf, dass eigentlich darin etwas nicht stimmen kann. Nahezu zeitgleich müssten 14 Kraftkwersblöcke jeweils eine Einschränkung von 430,1 MW haben und zeitlich auch wieder verfügbar sein.

Dennoch ist in diesen Angaben auch der Eintrag für den Block E des Westfalen-Kraftwerks vergraben. Nach Angaben des Betreibers RWE gibt es dort die folgende Einschränkung:

  • 295 MW
  • Ab 21.07.2014 10:25 Uhr
  • Bis 22.07.2014 13:00 Uhr
  • Wegen „Technischem Fehler“
  • Ausfalldauer: 26,42 Stunden

Kommt es zu keinen weiteren Ausfällen an diesem Kraftwerksblock im Jahre 2014, so ist eine maximale Verfügbarkeit von 99,698% erreichbar. Deutlich weniger als die Zuverlässigkeit, die im BINE-Projekt erreicht wird.

 

Den Beitrag "Denkbar sei die Einrichtung von Kapazitätsmärkten offline Lesen:

4 Gedanken zu “Denkbar sei die Einrichtung von Kapazitätsmärkten

  1. Die 99,698% sind freilich nur Theorie, mit der man beim besten Willen nicht rechnen sollte. Vielmehr muss man die realen Verfügbarkeiten, die sich über einen längeren Zeitraum ergeben haben, verwenden. Soweit ich mich erinnere liegt dieser Betrag z. B. bei Kernkraftwerken in der Größenordnung von 80%.

    Antworten
    • @Jochen:

      Ich denke Du verwechselst da zwei Dinge.

      Was Du am Beispiel der AKW ansprichst ist der Anteil der erzeugten Energie im Verhältnis zum theoretisch möglichen, das sich aus Anlagenleistung und 8760 Jahresstunden ergibt.

      Bei dem wovon der Blogbeitrag spricht, geht es um die Leistungsverfügbarkeit nach Zusicherung. Ob hierbei aber wirklich Energie geliefert wird spielt gar keine Rolle. Am Markt für Regelenergie geht es nicht darum Energie zu verkaufen, sondern Leistung(-sreserven), letztlich wird hier keine Energie verkauft, noch nicht mal zu erbringende Leistung, sondern es wird Sicherheit verkauft. Man hat ein Kraftwerk mit einer Leisutng X und sichert zu, dass (bis zur) Leistung X abgerufen werden kann. Wenn der Käufer dieser Sicherheit dann real gar keinen Bedarf an dieser Leistung hat, ist das egal, denn es geht darum Reserveleistung für unvorhergesehene technische Pannen in anderen Kraftwerken oder Fehlern bei der Verbruachsprognose oder Fehler bei der Wind-/PV-Prognose kompensieren zu können.

      Jeder weiß, dass jede technische Anlage auch regelmässig gewartet gehört. Dein Auto bringst Du ab und an zum Service, ein Kraftwerk geht ab und an in Revision. Wenn ein AKW jährlich für etwa 1 Monat überholt und überprüft werden muss, dann schränkt das freilich den Anteil der real produzierten Energie ein, aber es würde nicht seine Verfügbarkeit *nach Zusischerung* einschränken, denn Voraussetzung dafür wäre erst mal, dass der Betrieber sagt, dass er Energie liefert oder Leistung bereit stellt.

      Einfach gesagt, wenn der Betreiber eine Überprüfung/Überholung anberaumt, sichert er letztlich nur 0,0 Watt zu und die sind dann auch wirklich zu 100% verfügbar. 😉

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  2. Pingback: Der Zubau von Gestern ist die Ungewissheit von morgen | blog.stromhaltig

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