Die internationale Energieagentur warnt in einer aktuellen Studie vor dem Internet der Dinge als großer Stromverschwender. Kaspar Wolfensberger fasst bei CE Today zusammen:

Konkret sahen die Zahlen für 2013 laut Studie wie folgt aus. Die 14 Milliarden mit den Netz verbundenen Geräte hatten einen Stromverbrauch von 616 Terawattstunden. Gut 400 Terawattstunden wurden dabei für den Standby-Modus gebraucht. Die IAE warnt nun, dass mit der Zunahme von intelligenten Gegenständen diese Zahl bis 2025 um den Faktor zwei wachsen könnte. Als Beispiel nannte die Behörde hierfür die Steuerung von Gegenständen via Smartphone. Um eine solche zu ermöglichen, müssten diese ständig mit einem Netzwerk verbunden sein.

Am Beispiel des STUDIO® Thermo-Kaffeeautomat, welcher bei Aldi-Süd angeboten wurde, kann man sehr schön sehen, dass auch wenig Intelligenz für Grundlast sorgt.

Der Wecker klingelt am Morgen und aus der Küche kommt einem beim Aufstehen bereits der angenehme Geruch von frisch gebrühtem Kaffee entgegen. Eine Zeitschaltuhr in der Kaffeemaschine machen es möglich…

2 Watt Stromverbrauch dauerhaft an 8760 Stunden im Jahr.  Macht 17,52 KWh. Kostet bei 0,25€/KWh im Jahr 4,38€ – verschmerzbar.

Vielleicht geht es auch anderen Käufern des Gerätes so, am Anfang ist man noch diszipliniert und richtet den Kaffee am Abend und stellt den Timer. Nach einigen Wochen schläft die Begeisterung am Geruchserlebnis am Morgen ein. Die 4,38€ im Jahr, die der Luxus kostet werden aber weiter anfallen. Abhilfe bringt nur den Stecker zu ziehen, das hatten wir bei der alten Maschine nur im Urlaub gemacht.

Analysis by the International Energy Agency (IEA) shows that implementing best available technologies and solutions could cut electricity demand by more than 60%

Am Beispiel der Kaffeemaschine ist die Lösung sehr einfach. Bei vielen anderen Geräten wird es komplizierter. Da sei zum Beispiel der Dim-Aktor der Heimautomatisierung (Smart-Home) genannt. Selbst hochwertige Produkte regeln zwar schön den Strom runter, aber selbst im „Aus“ Zustand kommt noch 1-2 Watt durch die Leitung. Genug um ein LED-Leuchtmittel zum aufleuchten zu bringen.

 A key step towards realising this potential is to ensure that, when not performing primary functions (such as transmitting or recording TV shows, heating up food or water), such devices power down to low power modes as quickly as possible and remain in these modes for as long as possible.

Durch den relativ geringen Verbrauch der einzelnen Geräte, hebt sich im Laufe der Zeit der Grundlastverbrauch immer weiter an. Dieser Verbrauch kann man auch als Komfort-Verbrauch oder Luxus-Verbrauch bezeichnen, denn er dient lediglich dazu im Falle einer Nutzung sofort – ohne Zeitverlust – einen Nutzen zu erbringen. Bei CE Today werden als Beispiel die Set-Top Boxen von Fernseher (wie Apple TV/Google TV/Maxdome) genannt, die eigentlich recht schnell nach einer Stromunterbrechung starten können – der Regelbetrieb allerdings keine Unterbrechung vorsieht.

blog.stromhaltig kommt auf eine minimale Entnahme aus dem Stromnetz von 95 Watt. Macht 832 KWh im Jahr – macht 208€ Kosten für Komfort, Luxus und Bequemlichkeit in einem 3 Personen Haushalt. Für die EEG-Umlage zahlen wir weniger…

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4 Gedanken zu “Alle intelligenten Geräte der Welt verbrauchen zusammen mehr Strom als Deutschland

  1. Ich vermute die Behauptung kommt aus der Vermengung von IoT und Smart Automation oder einem Mißverständnis. IoT war mal die Idee alles mit einem Ident Tag zu versehen und das in eine Datenbank zu bringen. Der Tag kann natürlich passiv sein aber das ist hier nicht das Thema. Mittlerweile gibt es genügend sinnvolle Anwendungsbeispiele für Smart Automation, wo Geräte vernetzt werden um Energie zu sparen. Und es kann auch Strom gespart werden wenn der Netzwerkbauteil nur im Bedarfsfall aktiviert wird. Die Panik ist also unangebracht und der Fokus sollte mehr auf den Ressourcenverbrauch der mobilen Endgeräte gelegt werden.

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  2. Kleinvieh mach auch Mist

    Dürfte als Leitlinie über Deinem Beitrag stehen. In einem „geschlossenen System“ gibt es keine Aktion ohne Reaktion. Planet Erde ist weitgehend ein „geschlossenes System“ – von „Außen“ kommt lediglich der gar nicht so gelegentliche Meteor oder schlimmeres. Quasi „obendrauf“ kommt die permanente Sonneneinstrahlung und ebenfalls bislang unveränderlich die Gravitation.

    Zu blöd :roll: um zu verstehen wie man das nutzbar machen kann, verbraten „wir“ die angeblichen „Homo sapiens“ erst mal alles was so in „Reichweite“ herumliegt. Damit sind wir schon „schön“ weit gekommen. Keine Ahnung – hallo Klimaveränderungsleugner und was es sonst noch für Vollhorste da draußen geben mag – wie viel von dem Ast auf dem die Menschheit sitzt und fleißig sägt, noch übrig sein mag. Dicker wird der von der ständigen Sägerei ganz sicher nicht 😯

    Jetzt kommen auch noch die vielen kleinen und meist völlig nutzlosen Gizmos und Gadgets hinzu. Die uns das Leben so kolossal erleichtern (ähm sollen). Wie sinnvoll das im Einzelnen sein kann, hängt neben der Zielsetzung ganz gewiss davon ab woher „es“ selbst seine „Lebensenergie“ bezieht.

    Was wird schneller sein die Zahl der „Hilfsgeräte für den intelligenten Stromverbrauch“ und deren segensreiche Wirkung oder deren eigener Verbrauch im Verhältnis zur beabsichtigten Wirkung ? Nun ich selbst versuche die von solchen Helferlein benötigte Betriebsenergie weitgehend aus meiner PV zu beziehen. Das ist die eine Seite der Medaille, die andere schwerwiegende ist allerdings, was an Ressourcen und Energie verbrate ich zur Herstellung solche Geräte ?

    Sieben-Milliarden-Marke (2013) – 2014 gibt es so viele Handys wie Menschen meint RP ONLINE im März 2013. Wie die Dinger vernünftig recycled werden könnten ist leider noch nicht „erfunden“. Wenn ich allein meine eigenen, über die Jahre angesammelten Netzteile betrachte, wird mir schlecht. Einziger Vorteil, in ihrer Schublade sind die Dinger „offline“. Unter ICT Facts and Figures (auf die geht der RP Artikel zurück) finden sich auch relevante Zahlen (PDF) und man ist weiterhin guter Dinge….

    Klar lieber EZC, ohne Bemühungen um die notwendige Automation gerade bei der Energienutzung, geht garnix. Doch was wird angeboten ? Wunderbare Spielzeuge um zu sehen was z.B. die eigen PV so tagsüber macht auf schönen bunten Bildschirmen – jede Kiste ihr ganz eigenes Schirmchen – statt Geräte anzubieten, welche universell verwendbar, auch mit dem häufig vorhandenen „Router“ verbunden „irgendwie“ messen, lokal schalten und, und … und können.

    Nun ja wer mal sehen möchte wie der „nicht privilegierte Stromverbraucher“ zu seinen Stromkosten gelangt kWh alles inklusive ! möge einfach oben auf „Rainer“ klicken… Leider bislang nur Werte von 2013, aber weiter oben findet sich ein Teilvergleich 2013 vs. 2014

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  3. Pingback: Stromverbrauch von Unterhaltungselektronik größter Anteil im Haushalt - Energieblog energynet

  4. Pingback: Kein Notruf bei Stromausfall | blog.stromhaltig

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