Wie die Kollegen des Solarserver unter Berufung auf die 10. Energie & Management Umfrage zu Ökostrom hinweisen, bezieht mittlerweile jeder 7. Haushalt grünen Strom. Wie aus der Umfrage weiter hervorgeht, rechnen lediglich ein kleiner Teil (22%) der befragten Anbieter mit einem Zuwachs des Kundenstamms bei 75% der Anbieter wird von einer Stagnation oder sogar einem Rückgang  erwartet.

Spannend erscheint, dass ein Anbieter allein (ExtraEnergie/HitEnergie) über 1 Millionen Kunden meldet.  Auf Platz 2 und 3 finden sich Lichtblick mit 475.000 Kunden und Entega/HSE mit 365.000 Kunden. Damit kontrollieren die 3 größten Anbieter etwa ein Drittel des Marktes. Statistisch hochgerechnet hat der Markt eine Größe von fast 18 TWh Liefermenge oder etwa 3% des Stromverbrauchs in Deutschland (596 TWh in 2013). Laut Jahresabrechnung 2012 der EEG-Konten wurden vor zwei Jahren etwa 66 TWh an Ökostrom erzeugt, der dann als Graustrom an die Endkunden geliefert wurde.

Für eine Beschleunigung der Stromwende muss kurzfristig:

  • Ökostromtarife von der EEG-Umlage befreien
  • Stromtarife abseits von Standardlastprofilen
  • Mehr Individualisierungsoptionen für private Stromlieferung
  • Aufbau von mehr Angeboten mit Sonnen/Windstrom
  • Prüfen der Wasserkraft als Primäreindeckung für Ökostrom

Wenn jeder 7. Haushalt in Deutschland eine Entscheidung für Ökostrom getroffen hat, dann zeigt dies auch den Willen der Verbraucher. Den Erzeugern und Vermarktern sind auf Basis der aktuellen Regelungen die Hände für innovativen Produkten gebunden.

Wie im Leserbrief des mündigen Strombürgers bereits zu lesen war, braucht der Stromkunde mehr Möglichkeiten zur Selbstbestimmung.

„Durch die Ergebnisse der diesjährigen E&M-Ökostromfrage bestätigt sich der Trend, den wir bereits seit 2012 beobachten. Es fehlt an einer leicht kommunizierbaren Qualitätsdifferenzierung im Ökostrommarkt. Das führt dazu, dass lediglich die Energiediscounter mit Ökostrom ohne erkennbaren Energiewende-Nutzen wachsen und die klassischen Ökostromanbieter stagnieren oder gar Kunden verlieren“, resümiert Udo Sieverding, Energieexperte bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Erst vor einigen Tagen erreichte die Redaktion von blog.stromhaltig eine Anfrage zu mehr Wärmetarifen aus Ökostrom. Sondertarife, wie sie heute lediglich den Großverbrauchern vorbehalten sind, könnten durch feine Korrekturen in der Verfahrenspraxis noch in der Jahresfrist umgesetzt werden.

Den Beitrag "5,75 Millionen Haushalte in Deutschland mit Ökostrom versorgt offline Lesen:

Kommentar hinterlassen

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> 

benötigt