Wie unterschiedliche Medien meldeten testete die Netze BW (Teil von EnBW) am Samstag den 31.5.2014 die Abschaltung von 200 Windkraftanlagen in Baden-Württemberg. Die fehlende elektrische Energie wurde zeitgleich von den Kohlekraftwerken im Lande bereitgestellt.
Die Anpassung der Stromerzeugung an den zeitgleichen Bedarf ist eine der wichtigsten Aufgaben der Netzbetreiber. Nur durch diese Maßnahme kann das Stromnetz stabil gehalten werden. Beim Test am Samstag ging es wohl hauptsächlich darum die Steuerbarkeit durch den Netzbetreiber auch praktisch zu testen.

Steuerbarkeit der Einspeisung wird bei fossilen Kraftwerken meistens durch sogenannte Redispatches durchgeführt. Für die Erzeugung von Storm aus Sonne und Wind gibt es bislang keine dokumentierten Fälle von Redispatches.

Leider findet sich in den Pressemitteilungen des Unternehmens kein Hinweis auf den Test, so dass an dieser Stelle etwas spekuliert werden muss. Zum Beispiel darüber, wie die Betreiber der betroffenen Anlagen entschädigt wurden? Hat es einen Markteingriff gegeben? Oder hatte sich das Unternehmen mit Direktverträgen die Erzeugung für die Zeit von 16:00 Uhr bis zum Ende des Tests gesichert?

Den Erfolg des Brems-Manövers lässt sich aus den Zahlen der Übertragungsnetztochter Transnet BW ablesen.

Einspeisung Windkraft - Transnet BW - 31.05.2014
Einspeisung Windkraft – Transnet BW – 31.05.2014

Laut den Texten in den verschiedenen Online-Medien begann das Manöver um 16:00 Uhr mit einer Bremsung, die um 16:30 zum vollständigen Stillstand führen sollte.

windgeschwindigkeitBetrachtet man parallel die protokollierten Windgeschwindigkeiten in Stuttgart erkennt man leider, dass man nichts vom Test sehen kann.

Man darf gespannt sein, über welche Medien weitere Informationen zu erhalten sind.

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7 Gedanken zu “Windkraft: Bei der ENBW wird stillgestanden

  1. Von der Rechtslage her ist die Sache eigentlich eindeutig: Wenn der Netzbetreiber den Stillstand verschuldet hat muss er den REN-Betreibern auch dafür Schadensersatz zahlen (und diese auch noch unverzüglich vom Stillstand unterrichten).

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  2. Hallo Herr Zoerner,

    gerne beantworten wir Ihre Fragen zum Test der Netze BW, bei dem vergangenen Freitag Windenergieanlagen abgeregelt wurden. Die Regeln für das sog. Einspeisemanagement sind im Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) in den §§ 6, 11 und 12 aufgeführt sowie in allgemeinerer Form (und nicht nur auf Erneuerbare Energien beschränkt) in §13 des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG).
    Betreiber von EE-Anlagen werden demgemäß vom Verteilnetzbetreiber für das Abregeln ihrer Anlagen entschädigt, siehe §12 EEG. Erneuerbare-Energien-Anlagenbetreiber, deren Anlage im Zuge des Einspeisemanagements ausgeschaltet wurde, können ihre Forderung daher grundsätzlich an ihren Ansprechpartner beim Verteilnetzbetreiber richten. Die Betreiber der Anlagen, die am Samstag im Rahmen des Tests von Netze BW abgeregelt wurden, waren vorab schriftlich von Netze BW informiert worden. In diesem Schreiben ist Netze BW wie folgt auf die Entschädigungsleistung eingegangen:
    „Selbstverständlich werden wir Ihnen die durch den Test entgangenen Vergütungszahlungen auf Grundlage des Leitfadens zum EEG-Einspeisemanagement (Version 2.1) der Bundesnetzagentur entschädigen. Sie erhalten innerhalb von voraussichtlich ca. 8 Wochen im Rahmen der monatlichen Vergütungsabrechnungen unaufgefordert eine entsprechende Gutschrift.“

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  3. Zu den weiteren Fragen:

    Die Höhe der Einspeisereduzierung am vergangenen Samstag war auf Grund des niedrigen Windaufkommens in Baden-Württemberg gering. Eine genaue Angabe zu den Zahlen ist jedoch erst nach Auswertung der Zählerdaten der abgeregelten Anlagen möglich. Ziel des Versuchs war eine Überprüfung der technischen Erreichbarkeit der Wind-Erzeugungsanlagen – Empfang des Absteuersignals über die gesetzlich vorgeschriebenen technischen Einrichtungen bei den Anlagenbetreibern. Nach ersten Auswertungen haben nicht alle angesteuerten Winderzeugungsanlagen auf das nachweislich ausgesendete Absteuersignal reagiert.
    So wurde auch im Netzgebiet des Übertragungsnetzbetreibers TransnetBW nur wenig Winderzeugung eingespeist. Bei unserem Test wurden nur die Windanlagen angesteuert, die in das Netz der Netze BW einspeisen, d.h. die Windkraftanlagen der anderen Netzbetreiber in Baden-Württemberg wurden nicht angesteuert. Da außerdem nicht alle Anlagen, die ins Netz der Netze BW einspeisen, auf des Ansteuersignal reagiert haben (s.o.), kam es nicht zu einer möglichen entsprechend höheren Reduzierung der Windkraft-Einspeisung bei der TransnetBW.

    Ich hoffe wir konnten Ihre Fragen benatworten.

    Mit besten Grüßen aus dem Verteilnetz,
    Ihre Netze BW

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  4. Klares „Gefällt mir!“ an EnBW und Angela Brötel.

    Es geht halt nix über einen realen Test.
    Wann schaltet ihr eure AKW’s ab? (kleiner Scherz am Rande!)

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  5. Hallo Erhard,

    danke für dein Lob – das tut gut und motiviert uns natürlich :)
    Zwecks Kernkraft: Bei drei Kernkraftwerksblöcken (KWO, KKP 1 und GKN I) ist der Leistungsbetrieb eingestellt – beim Kernkraftwerk Obrigheim (KWO) bereits seit Mai 2005 und wir befinden uns konsequent im Rückbau. Die letzten beiden Blöcke (KKP 2 und GKN II) werden 2019 und 2022 vom Netz gehen.
    Bis dahin arbeiten wir hochkonzentriert an der Professionalisierung des Sonnenflüsterns und der Windanbetung :) Auch von uns ein kleiner Scherz zum Ausklang des Nachmittages – dir einen schönen solchen! Hier: Herrlicher Sonnenschein.

    Beste Grüße aus der EnBW in Karlsruhe

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  6. Pingback: Wahrhaftig daneben oder Wer sind Wir, dass ihr wünschet ? | blog.stromhaltig

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