… laut Ökostrom-Gesetz EEG Anspruch auf vorrangige Einspeisung ins Stromnetz, unabhängig von der jeweiligen Nachfrage….
(D. Wetzel in Die Welt)

Einspeisevorrang, wie ärgerlich ist das? Da bekommt Papa zu Pfingsten Sonderurlaub, da seine Schicht im Kohle-Kraftwerk gestrichen wurde, nur wegen diesen bevorzugten Erneuerbaren. Mama wird dann wieder schlecht gelaunt sein, da Onkel Daniel nicht vorbeikommt und Mama massiert.

Der verlinkte Beitrag aus „Die Welt“ ist mal wieder eine Glanzleistung von Falschmeldung, da darin die Fakten nicht stimmen und die Spekulationen alle nicht eingetroffen sind.  Die Belastungsprobe der Übertragungsnetze wurde zur Entlastungsprobe, die negativen Strompreise sind ausgeblieben und dennoch hat die Sonnenenergie alles gegeben. Vorrangig?

Im Erneuerbaren Energiegesetz ist ein Vorrang geregelt. Der Netzanschluss muss vorrangig geschehen, wenn eine Anlage gebaut wird – würde dies nicht geschehen, hätten wir nicht nur eine Offshore-Haftung und die Abnahme muss vorrangig geschehen. Damit ist aber nur geregelt, wenn im gleichen Verteilnetz eine konventionelle Anlage und eine EEG-Anlage ist, ist im Falle eine Überlastung zunächst die konventionelle Anlage abzuschalten. Trennt man  die Anlagen räumlich um einige Kilometer, so sieht die Sache schon anders aus, dann existiert für die EEG-Anlage vielleicht keine Konkurrenz mehr, zu der es ein Vorrang geben kann.

Die eigentliche Konkurrenz entsteht auf dem Strommarkt, denn im Gegensatz zu Strom aus konventionellen Kraftwerken muss der Strom aus EEG-Vergüteten Anlagen vermarktet – sprich verkauft – werden. Dies geschieht am sogenannten Spot-Markt durch die Übertragungsnetzbetreiber. Der EEG-Anlagenbetreiber hat keine Entscheidungsfreiheit, die Anlage zu drosseln oder ganz vom Netz zu nehmen. Erzeugter Strom wird immer prognostiziert werden und zunächst verkauft.

Besteht am Spot-Markt nicht genügend Nachfrage, so geht der Preis zurück, im Extremfall sogar in den negativen Bereich. Über niedrige Strompreise sollen Impulse für den Verbrauch – und damit die Nachfrage – geschaffen werden. So weit die Theorie, die in der Praxis das Problem hat, dass man sich die Käufer von elektrischem Strom am Spotmarkt näher anschauen muss. Dies sind Industriekunden (entfallen an Pfingsten) und Verteilnetzbetreiber. Private Stromkunden erhalten nur sehr sehr selten Strom, der über den Spotmarkt verkauft wurde (vergl. Ökostrom kein Börsenstrom).

(Beitragsbild: Energieblog Niedersachsen)

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