Bei den Blog-Kollegen von Energiezukunft.eu berichtet Dr. Peter Ahmels, Leiter des Forums Netzintegration Erneuerbare Energien der Deutschen Umwelthilfe, über den wissenschaftlichen Austausch der Netzausbaupläne rund um den Korridor D (Youtube).

Wird hier viel Geld für den Transport von Braunkohle ausgegeben? Braucht der Windstrom aus dem Osten allein bereits die Gleichstromleitungen (HGÜ) nach Bayern?

Schaut man sich das heutige Engpassmanagement an, so stellt man schnell fest, dass zwischen Ost und Süd-Ost ein Mangel an Transportkapazitäten besteht.  In Gebieten mit geringer Bevölkerungsdichte in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wird deutlich mehr Strom erzeugt, als dort verbraucht wird, wohingegen in den Industriezentren in Bayern und Baden-Württemberg eher zuwenig elektrische Energie vorhanden ist.

Der bis 2025 prognostizierte Ausbau der Erneuerbaren Energien im Norden und Osten macht den Neubau notwendig. Bei weiter fortschreitender Energiewende steigt die Notwendigkeit für den Bau der Leitung sogar noch, wenn nur Erneuerbare Energien und kein Kohlestrom mehr eingespeist werden. Das hatte Thomas Ackermann von Energynautics in einer Studie für Greenpeace herausgefunden

Im Beitrag von Dr. Ahmels wird auch darauf hingewiesen, dass bereits heute die Braunkohle bis 40% abgeregelt würde, um im Netz Platz für Wind- und Sonnenstrom zu schaffen.

Als Alternative für den wegfallenden Strom aus Atomkraftwerken schlug Jarass die Inbetriebnahme der bereits in Bayern bestehenden Gaskraftwerke vor, die die Leistung fast ersetzen könnten und damit die Leitung überflüssig machten.

Es offenbart sich ein Infrastrukturproblem, welches eigentlich in dieser Form in einem freien Markt nicht entstehen dürfte. Im Osten der Republik gibt es Braunkohlekraftwerke und Sonne/Wind. Energieträger, die sehr geringe Stückkosten haben und für die Betreiber somit niedrige Einstandspreise beim Verkauf des Stroms erlauben. In Bayern dagegen sind Erdgas und Kernkraftwerke vorhanden, die mit deutlich höheren Betriebskosten auch teureren Strom liefern. Strom, der für den normalen EEX und Spotmarkt zu teuer ist um Abnehmer zu finden. Die Folge sind Kraftwerke, die nicht mehr betrieben werden und hoffen können, dass ein Redispatch ihnen zur Hilfe eilt.

Vielleicht lassen sich die Ursachen für die unterschiedlichen Gestehungskosten damit erklären, dass es den einzelnen Landesregierungen gelungen ist sehr unterschiedliche Preise für die Erzeugung von Strom umzusetzen. Das Projekt „Deutsche Strompost“ existiert nicht und das Porto für den Versand eines Päckchens von Gera nach Ronneburg ist ein anderes als das Porto für die Strecke Erfurt nach Nürnberg. Eine Mischkalkulation, wie es im Postwesen üblich ist gibt es nicht, bzw. wurde nie wirklich umgesetzt. Mit dem Stromhandel gibt es allerdings viele Warenhäuser, bei denen die Kunden bestellen können – unabhängig, ob es die notwendige Infrastruktur für die Logistik gibt.

Eigentlich müsste Bayern schauen, wie die Gestehungskosten für Strom an den Schnitt in Deutschland angepasst werden kann.

Es gibt also weder eine reine Braunkohlenleitung noch eine Leitung, durch die nur erneuerbarer Strom fließt. Die Kirchhoffschen Gesetze sprechen dagegen. Bayerns Regierung muss da noch mal genau hinschauen, ob sie die Forderungen einer reinen Windstromleitung aufrechterhalten kann.

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