Strommix der Residuallast im europäischen Vergleich

Unter Residuallast versteht man die Strommenge, die übrig bleibt, wenn man die dargebotsabhängige Erzeugung vom aktuellen Verbrauch abhängt. Im Rahmen des Intelligent Energy Europe Programms der Europäischen Union ist eine Auswertung des Strommixes für die Residuallast der EU-Mitgliedsländer entstanden.

Das in Deutschland im Jahre 2013 gerade einmal 4,57% der Reststrommenge aus Erneuerbaren Quellen wirft nicht unbedingt ein positives Zeichen auf die Anreizfaktoren der Energiewende der letzten Jahre.

In der Re-Diss 2 Studie ist Österreich quasi der Klassenprimus. Mit 61,2% aus Erneuerbaren Quellen liegt die Alpenrepublik an der Spitze der grünen Reststrommengen. Als Quellen werden die Speicherseen genannt, die mehr als 60% der Reststrommenge abfangen.

Wirft man einen Blick auf Dänemark, so erkennt man, dass auch andere Erzeugungsformen zur Deckung der Residuallast genutzt werden können. Bei Dänen stammen immerhin 7,01% aus Windkraft, überboten wird das Land lediglich durch Rumänien (8,32%). Bei den Zahlen von Italien findet man 7,84% Solarstrom im Mix der Residuallast. In Griechenland immerhin noch 6,83%.

Und Deutschland?

0% Sonne – 0% Wind. Lediglich 4,29% werden aus Wasserkraft gedeckt, der große Rest stammt aus 21,76% Atomkraft und 73,67% Fossilen Energieträgern.

Klar ist, dass die Restlast sehr stark abhängig von der Verbrauchskurve und dem übrigen Erzeugungsmix eines Landes ist. Als großes Aber muss man aber sagen, dass allein eine Spitzenlast Abdeckung durch Erneuerbare zur Folge haben, dass Argumente wie „Flaute Nacht“ überhaupt aufkommen. Die Folge sind 784,56g CO2/kWh und damit der  3. schlechteste Wert innerhalb der Europäischen Union.

Doch warum ist das so? Durch die Förderungspolitik der letzten 5 Jahre für Kraftwerke und Erneuerbare ist der Fokus zu stark auf ein Gegeneinander anstelle einem Miteinander gerichtet worden. Ein Konkurrenz, die letztendlich dafür gesorgt hat, dass ein Gesetzt entstanden ist, welches eine (fast) ausschließliche Vermarktung von Wind- und Sonnenstrom auf dem Spotmarkt zulässt. Damit ist der Zugang zur Deckung der Residuallast verhindert und der Aufbau der Erneuerbaren als verlässlicher Partner in der 24/7 Stromversorgung  von der aktuellen und der letzten Bundesregierung komplett vernachlässigt worden.  Stattdessen wurden und werden Stellungskriege in Pseudokonkurrenzszenarien ausgetragen.

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