Das Kind ist dabei in den Brunnen zu fallen. Nachdem die Bagatellgrenze von 10KWp  für Photovoltaik-Anlagen gekippt wurde (blog.stromhaltig kommentierte) ist der Aufschrei groß. Eine Umlage zu zahlen für Strom, den man selbst erzeugt hat? Enteignung der Photonen, die auf das eigene Dach einstrahlen.

Eine kleine Medienschau – und ein Faktencheck.

Bereits in der vergangenen Woche hatte Dr. Fabio Longo einen Gastbeitrag veröffentlicht und nimmt den Bundesrat in die Pflicht. Eurosolar spricht von der EEG-Deform, die einem Abbruch der Energiewende gleich kommt.

Die Betreiber von PV-Anlagen fühlen sich von der Politik nicht verstanden und nicht wirklich gut informiert. Es fehlt ganz klar die Information, warum eigentlich die Freigrenze weggefallen ist. Solar Professional schreibt:

In Deutschland wird das nichts, zu ignorant, zu sehr entfremdet von Volk und Alltag sind die deutschen Regierungspolitiker. Die Politik zieht sogar aus den eigenen Gutachten die falschen Schlüsse, obwohl die doch in Auftrag gegeben werden, um sich bei unklarer Sachlage Durchblick zu verschaffen. Bei den erneuerbaren Energien scheint der gesunde Menschenverstand seit geraumer Zeit in der Politik durch Abwesenheit zu brillieren.

Der Sonnenflüsterer meint zum EEG-Drama:

Gleichzeitig schützen unsere Regierungspolitiker die “stromintensiven Unternehmen” weil sie Angst haben diese Unternehmen würden in das Ausland abwandern. Die Arbeitsplätze dieser “stromintensiven Unternehmen” würden dann verloren gehen. In der Argumentation werden aus den “stromintensiven Unternehmen” plötzlich Unternehmen in denen viele Arbeitsplätze vorhanden sind.

Die Großen (und die gewählten Volksvertreter) gegen die Kleinen. Schade, dass aktuell keine Wahlen sind, bei der man die Zeche sehen würde. Das Argument mit den Arbeitsplätzen sollte aber nach der Studie des DIW klar sein, dass Energiekosten kaum ein Standortfaktor ist.

Das Problem sind und bleiben die Ausnahmen. Kraftwerke sind von der Eigenstrom-Umlage befreit, wodurch die Bildschirme im Leitstand keinen Beitrag zum Gelingen der Energiewende beitragen.

Ebenfalls sind und bleiben die Bahnen ausgenommen. Die Rückgewinnung durch Wirbelstrombremsen, wie sie bei modernen Zügen üblich ist, dürfte ja als „Netzgekoppelt“ anzusehen sein.

Nicht an das öffentliche Stromnetz angeschlossen sind alle Kleingeräte, wie Gartenlampen, oder 12V/24V Haussysteme. Inselanlagen, bleiben. Um Schrebergärten sorgt man sich bei Milk-The-Sun:

Jeder kennt Sie, die gemütlichen Mitmenschen, die am Ende des Tages oder am Wochenende den geliebten und gepflegten Schrebergarten betreten, um vom Alltagsstress abzuschalten. Immer häufiger kommt es vor, dass Schrebergärtner ein oder zwei Solarmodule installiert haben, um bei Zeiten das ein oder andere Elektrogerät ganz unbekümmert benutzen zu können.

Richtig kompliziert wird es bei Anlagen, wenn jemand auf die Idee kommen sollte, dass er keinen Strom in das öffentliche Netz einspeist, sondern lediglich seinen eigenen Verbrauch reduziert.  Da dürften sich in den nächsten Monaten/Jahren wahrscheinlich die Gerichte beschäftigen.

Eine gewisse Unsicherheit wird es im Gesetz ohnehin geben. Verlässlichkeit auf die Legislative sieht leider anders aus. Bei PV-Magazin konnte man bereits einen Vorgeschmack bekommen:

In den vergangenen Wochen waren mehrere Gutachten erstellt worden, in dem auf verfassungsrechtliche Probleme bei der Belastung des Eigenverbrauchs hingewiesen wurde. Nun erneuerte der BSW-Solar seine Ankündigung, notfalls gegen die Regelung vor dem Bundesverfassungsgericht zu klagen. „Wenn sich die Vernunft jetzt nicht doch noch durchsetzt und die ‚Sonnensteuer‘ vom Bundestag in den nächsten Tagen gekippt wird, bleibt nur der Weg vors Bundesverfassungsgericht nach Karlsruhe, heißt es beim Verband.

Ungerechtigkeit, mangelnde Sicherheit – das alles spricht für wenig Qualität bei den politischen Akteuren. Nachhaltigkeit sieht anders aus, so auch der Kommentar zur Umfrage über die Geschwindigkeit der Energiewende des DEZ-Blog.

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