Pfingsten: Vollabdeckung durch Wind und Sonnenenergie erwartet 1

Pfingsten: Vollabdeckung durch Wind und Sonnenenergie erwartet

Die Wetteraussichten für das Pfingstwochenende stehen auf 100% Sommer in ganz Deutschland. Zusätzliche Heizungen braucht keiner – und in der Industrie stehen die Bänder still. Wie die Frankfurter Allgemeine berichtet, könnte dies zu einer angespannten Situation in den Stromnetzen führen.  Der Unternehmenssprecher des Übertragungsnetzbeteibers Amprion meint gegenüber der Zeitung:

„Wir bei Amprion sind gut vorbereitet und sehen das entspannt“

Eine weitere Person setzt man in der Netzleitwarte am Pfingswochenende ein.

Niedriger Stromverbrauch trifft auf viel Sonnenstrom. So einfach könnte man die Situation beschreiben, aber ist das nicht etwas sehr einfach?

„Eine solche Wetterlage ist für die Netzbetreiber eine Herausforderung“ (Sprecherin von Tennet gegenüber FAZ)

Vor zwei Wochen gab es bei blog.stromhaltig den Beitrag Option nicht verfügbar – bis es knallt, der sich hauptsächlich mit den Möglichkeiten zur modernen Betriebsführung von Verteilnetzen beschäftigte. Jetzt melden sich die Übertragungsnetze zu Wort, deren Optionen etwas anderer Natur sind.

Der Klassiker unter den Optionen sind die sogenannten Redispatch-Maßnahmen, ein Eingriff in die Fahrpläne von Kraftwerken,zur Stabilisierung des Netzes. Generell muss an jedem Ort in Deutschland  genau soviel Strom vorhanden sein, wie benötigt wird. Stromhändler sorgen durch den Kauf und Verkauf dafür, dass dieser auch in das Netz eingespeist wird. An Feiertagen geht der Strombedarf nach unten, wodurch eher Strom von Kraftwerken gekauft wird, die sehr geringe Gestehungskosten haben. Klassisch Windkraft und Photovoltaik-Strom, der dort sehr gut ausgebaut ist, wo wenig Besiedelung ist und damit aber auch wenig Strom verbraucht wird. Das Problem der Übertragungsnetzbetreiber ist der Transport von diesen Gebieten in die dichter besiedelten Großstädte.

Die meisten Großstädte haben Großkraftwerke, die an „normalen“ Tagen Strom einspeisen. Diese Kraftwerke verursachen allerdings Brennstoffkosten, welche den Preis und die Gestehungskosten erhöhen. Für die Betreiber sind die verlängerte Wochenende daher nicht rentabel, weshalb die Kraftwerke (wenn möglich) heruntergefahren oder gedrosselt werden. Es tritt der Fall ein, dass die Dörfer die Städte mit Strom versorgen. Man könnte somit von einer Umkehr der Fließrichtung – zumindest der Energie – sprechen. Vergleichbar mit der Änderung der Landerichtung an einem Großflughafen, sind Richtungsänderungen bei (Verkehr/Energie-) Strömen ein Grund, warum man nicht (nur) Computer in den Leitständen sitzen hat.

Eine Option, die vorhanden ist, ist die Nachfrage in irgend einer Art (auch auf dem Land) zu erhöhen. So könnte man hier im Haus die Wärmepumpe einschalten um das Haus zu kühlen, dass Erdreich zu erwärmen und so im kommenden Winter den Verbrauch etwas zu reduzieren. Wird nicht passieren,da durch das Unbundling zwischen Netzbetrieb und Stromversorger (Tarif) keine Preissignale bis zum Letztverbraucher durchgehen. Die Alltagsoption, bei der Industrie den Verbrauch zu erhöhen, entfällt – wie bereits beschrieben – an diesem Wochenende.

Bleibt die Frage, ob wenigstens die vorhandenen Speicher vorbereitet sind, um den jetzt günstigen Strom aufzunehmen. Auch hier kommt das Unbundling wieder in die Quere, denn Speicherbetreiber und Übertragungsnetzbetreiber haben relativ wenig mit einander gemein. Zum Glück haben allerdings beide Unternehmen einen Kalender und wissen, dass Pfingsten ist. Den aktuellen Füllstand des Speichersee Ismaning kann man auf der Seite des Hochwassernachrichtendienstes Bayern finden, Vattenfall bietet für Hohenwarte und Bleiloch Pegelstände. Für den von E.ON betriebenen Ederstausee veröffentlicht ein Sport-Center den Wasserstand.

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