Das amerikanische Suchgigant ist kein Neuling auf dem Energiesektor, auch wenn man davon in Deutschland nur wenig mitbekommt. Über eine Milliarde US-Dollar hat das Unternehmen bereits in Wind- und Solarenergie investiert. Mit der Akquise von Nest Labs vor einigen Monaten einen Schritt in Richtung Smart-Home gemacht. Jetzt meldet Bloomberg einen Vorstoß in Richtung Smart-Grid:

Google Inc. (GOOG) plans a deeper push into the $363.7 billion U.S. power-sales market by working on tools that help utilities deliver electricity to homes and businesses more efficiently, people with knowledge of the matter said.

In der Vergangenheit hat Google auch bewiesen, dass sich Initiativen in den USA sehr schnell auch auf den Deutschen Markt ausbreiten könnten.

Der Betrieb von Stromnetzen kommt in weiten Teilen aus einer anlogen Welt, die kaum Globalisierung kennt. Entsprechend haben sich gerade in Deutschland sehr viele Anbieter auf den Weg gemacht Lösungen zu definieren, die den Betrieb von Stromnetzen vereinfachen sollen.

Beispiele (unvollständig, in alphabetischer Reihenfolge)

  • Janitza Grid Monitoring
  • Kisters
  • PSI Energy
  • Schleupen
  • SOPTIM

Die Vision, die der Google mit dem Einstieg in das Grid-Management verbindet wird in den Stellenausschreibungen des Unternehmens ersichtlich:

“Google is working on innovative solutions for access to clean, low-cost electricity,” …

“Google is seeking to develop technologies and products to address global opportunities for electricity delivery via new and improved infrastructure.”

Die Stärken des Unternehmens liegen auf der Hand. Zum einen können sehr gezielt Partnerschaften mit den großen Ausrüstern der Branche eingegangen werden. Dies erlaubt Zugriff auf die Quelldaten des Monitoring und der Fernwartung. Massendaten (Big-Data) ist dem Unternehmen nicht fremd, genauso wenig wie die Auswertung von komplexen, unstrukturierten Datenmengen. Bei blog.stromhaltig wurde bereits häufiger gezeigt, wie Lastganganalysen  verbessert oder künstliche Intelligenz  für den Netzbetrieb eingesetzt werden können.

Das Geschäft mit Erneuerbaren in Deutschland ist Google nicht fremd. Im Jahre 2011 ist Google eine Beteiligung an einem 18,64 MWp Solarpark  an der Brandeburger Harvel eingegangen (Quelle EE.de).

Die wirkliche Gefahr für die Deutschen Anbieter geht allerdings von einer Fehleinschätzung des Geschäftsmodells von Google aus. Für Endverbraucher ist rein auf Werbeeinblendungen fokussiertes Unternehmen. Bei der Nest Labs Akquise gab es zum Beispiel den Tweets wie folgenden:

Vielleicht steckt das Geschäftsmodell aber auch viel eher darin, ein paar Cent von dem ab-zugreifen, was durch ein vernünftiges Grid-Management eingespart werden kann.

Den Beitrag "Google rückt als IT Dienstleister in den Stromnetzbetrieb vor offline Lesen:

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