Der Piraten Atomstromtarif (Made in Erlangen) 1

Der Piraten Atomstromtarif (Made in Erlangen)

„100% Kernenergie aus Erlangen“ und auch für Erlangen und hoffentlich gleich dort endgelagert.

Von der Franken-Metropole Erlangen braucht man bis Großwelzeim 2 Stunden, bis Neckarsulm auch, nur Grafenrheinfeld liegt näher (1 Stunde/100km) aber noch immer ist man außerhalb der Fall-Out Zone. Da lässt sich leicht eine Petition schreiben, in der man einen Kernkrafttarif fordert, so geschehen durch Frank Heinze, der für die Piratenpartei im Stadtrat der Universitätsstadt sitzt/gesessen haben wollte.

„Ich bin für Freiheit bei der Wahl meines Stromtarifes. Es gibt mitlerweile für alles Tarife, außer für reine Kernkraft….“

… steht in der Kommentierung zur Petition geschrieben.  Vielleicht ist es in Erlangen anders, aber hier in der Rhein-Neckar-Region gibt es keine Tarife mit Windkraft, keine mit Solar (eine Ausnahme!), keine Kohlekrafttarife und Biomasse kann man auch vermissen. Im Strommix sind diese Erzeugungsarten natürlich auch hier vorhanden.

„Erlangen ist offen aus Tradition. Gerade einkommensschwache Bürgerinnen und Bürger könnten endlich wieder von sinkenden Strompreisen profitieren, statt das Solardach des Eigenheimbesitzers zu subventionieren“ (Frank Heinze)

Das die Gestehungskosten beim Strom das kleinste Übel der Stromrechnung sind und sich das größte Umsatzsteuer nennt, sei mal vernachlässigt. Das die Grundversorgungstarife deutlich stärker gestiegen sind als die „normalen“ Stromtarife, ist nicht erst seit gestern bekannt.

In den Pro-Argumenten der Online-Petition wird als stärkster Punkt für die Einführung eines solchen Tarifes die CO2 Freundlichkeit genannt, von der Gewichtung stärker bewertet, als alle Risiken sowie die Schäden beim Abbau und der Endlagerung.

Die Petition läuft noch 180 Tage und soll dann dem Bürgermeister von Erlangen vorgelegt werden. Bislang haben gerade einmal 7 Bürger aus Erlangen zugestimmt. Wie schwierig es ist, Stimmen zu fangen, hatten die Piraten in Erlangen bei den Kommunalwahlen spüren dürfen, ohne genügend Anhänger im Wahlbezirk blieb der  Wahlzettel piratenlos. Heinze durfte auch nicht als OB Kandidat antreten. Ist die Online-Petition daher vielleicht nur ein PR-Gag?

Ich bin ein Atomkraft – Befürworter. Ja, ich finde die Technik echt geil. Man kann unheimlich viel Energie damit erzeugen. Und das noch an einer Stelle. (Matthias Willenbacher)

Auch bei Matthias folgt nach diesem Satz ein aber, dem eigentlich nur noch ein Punkt hinzuzufügen ist:

Atomstromtarife kann es nicht geben, da Atomkraftwerke nur sehr schwer steuerbar sind. Einen Lastgang (Doppelhöckerkurve – Nachts geringerer Verbrauch als am Abend und Mittag), wie er im H0 Lastprofil vorkommt kann ein Kernkraftwerk nicht wirtschaftlich abbilden. Dazu sind andere Kraftwerke von notwendig, die Spitzenlast liefern können. Ein Atomstromtarif würde daher immer teure Spitzenlast mit dazurechnen müssen.

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