Fährt oder fliegt man den Rhein entlang, so stellt man fest, dass sehr viele Kraftwerke entlang des Flusses angesiedelt sind. Der Fluss dient als Kühlung, die notwendig ist, um die Kraftwerke im richtigen Temperaturbereich zu halten und den Dampf abzukühlen. Ein milder Winter könnte in diesem Jahr dafür sorgen, dass ab Mitte Julie etliche Kraftwerke für mehrere Monate vom Netz gehen müssen.

Das französische AKW Fessenheim am Oberrhein hat keine Kühltürme und setzt zu hundert Prozent auf die, für den Betreiber EDF profitable, für die Umwelt aber verheerende Flusswasserkühlung.  (Quelle: BUND)

In Deutschland existieren feste Grenzwerte für die maximale Temperatur, die das Flusswasser durch die Kraftwerke annehmen darf. Ab 25,5 Grad ist Schluss, dann müssen andere Wege zur Kühlung der AKWs und Kohlekraftwerke gefunden werden. In Frankreich liegt die maximale Temperatur fast 5 Grad höher. Bis 30 Grad darf das Kraftwerk in der Nähe von Freiburg im Breisgau das Wasser erwärmen.

Ungünstig für die Betreiber der deutschen Kraftwerke in Karlsruhe Rheinhafen, Phillipsburg, Mannheim. Ein Fluss kühlt sich nur relativ langsam wieder ab, wodurch das französische AKW die Verfügbarkeit der Deutschen Kraftwerke negativ beeinflussen könnte.

Bis zum Jahre 2016 wird dieser Zustand wohl noch andauern, so war zumindest, wenn das Wahlkampfversprechen von Frankreichs Präsident Hollande umgesetzt wird. Bislang ist man in Deutschland eher enttäuscht, von den Stillegungsplänen.

Am 22.06. lag die durchschnittliche Wassertemperatur des Rheins bei Karlsruhe bei 21,4 Grad. Im Vorjahr waren es ca. 1 Grad weniger.

Ohne erkennbare Kühltürme kommen in Deutschland die Kraftwerke Rheinhafen (in Bau), sowie das Großkraftwerk Mannheim aus.

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2 Gedanken zu “Ab 25,5 Grad ist Schluss – wetterfühlige Kraftwerke

  1. Der Rhein als thermischer Abfallsammler

    Ein älteres PDF IKSR-Bericht Nr. 151d von Nov. 2006 vergleicht die Wärmeeinleitung 1989 und 2004

    ZITAT
    Im Rahmen der Wärmeeinleitungsinventare 1989 und 2004 wurden die jährlichen Wärmeeinleitungen in den Rhein und die Jahresmittel der anthropogenen Abwärmebelastung der wichtigsten Nebenflüsse des Rheins (Aare, Neckar, Main, Mosel) geschätzt.
    Frankreich hat die französischen Wärmeeinleitungen in die Mosel inventarisiert.

    Die Wärmeeinleitungen aus Industrie (I) und Kraftwerken (K) (ohne Berücksichtigung des Eintrages der Kläranlagen) von Einzeleinleitern mit Einleitungen größer als 200 MW in den Rhein-Hauptstrom wurden inventarisiert. Die Summe der Einleitungen kleiner als 200 MW aus Industrie und Kraftwerken für festgelegte Rheinabschnitte wurde ermittelt.
    /ZITAT

    Früher war es keineswegs besser – was inzwischen los ist, dürfte zumindest was der stillgelegte Block des AKW Philippsburg sowie die beiden AKW Blöcke Biblis ( A & B) angeht drei weitere Abwärme Verursacher weggefallen sein. Was Mannheim angeht, wird man dort sicher für Philippsburg „einspringen“.

    Die Zahlen für 2004 sind dennoch ein beredtes Zeugnis wie viel Energie jährlich auch auf diesem Weg (messbar) vergeudet wird – jedes Jahr davor und danach ! „Anthropogene Wärmeeinträge 2004“ zwischen Konstanz und Rotterdam 35.800 MW (ohne Kläranlagen, die ja, wenn erfasst, die Energievergeudung in den Städten dokumentieren würden).

    ZITAT
    Die französischen Wärmeinleitungen der Wärmekraftwerke „La Maxe“ (80 MJ/s) und „Blénod“ (360 MJ/s ) in die Mosel werden voraussichtlich ab 2008 abnehmen und spätestens im Jahr 2015 eingestellt. Die Kraftwerke Richemont (84 MJ/s) und Chambìères (25 MJ/s) werden ihre Produktion um das Jahr 2010 einstellen.
    / ZITAT

    Wie bereits geschrieben, die drei dt. AKW sind inzwischen „weggefallen“ dafür „sorgt“ das Großkraftwerk Mannheim für „Nachschub“ wie viel findet sich auf einem PDF, welches ich mit anderen womöglich interessanten Link bei mir (hier unter : ) „Rainer“ eingebaut habe.

    Auch das hier von 2010 „Folgen der Hitzewelle Vattenfall: Kühlung von Kraftwerken trotz Hitze gesichert“

    ZITAT
    Die Wassertemperatur drohe in den nächsten Tagen auf über 28 Grad Celsius zu steigen und zwei Grad der Rheintemperatur resultierten generell aus Abwärme der Kühlsysteme von Kraftwerken und anderen „Einleitern“, sagte der BUND-Landesvorsitzende Holger Schindler am Mittwoch in Mainz.

    Bereits in den Jahren 2006 und 2003 habe sich das Wasser im Rhein auf 28 Grad aufgewärmt, sagte Schindler. Schon ab 25 Grad sei mit Schädigungen des Ökosystems im Fluss zu rechnen. Der wärmste Abschnitt des Rheins sei der zwischen Mainz und Worms……

    Der BUND-Studie „Wärmelast Rhein“ aus dem vergangenen Jahr zufolge ist der Spitzenreiter das Atomkraftwerk im elsässischen Fessenheim, das keine Kühltürme habe und das Wasser des Rheinseitenkanals mit 4000 Megawatt um mehr als zwei Grad aufheize. Der BUND forderte deshalb die generelle Einführung einer Abwärmeabgabe und die Erstellung eines Wärmelastplans für den Rhein mit Vorgaben zur Eindämmung von Wärmeeinleitungen.
    / ZITAT

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  2. Pingback: Update: Ausbleiben von Spitzentemperaturen erfreut Kraftwerke am Rhein | blog.stromhaltig

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