„Speichertechnologien zu entwickeln, ist eine der wichtigsten Herausforderungen für die Energiewende, wenn die Integration von Wind- und Solarstrom gelingen soll. Die beteiligten Unternehmen leisten mit ihrer innovativen Anlage einen wichtigen Beitrag“, erklärte der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir anlässlich der Inbetriebnahme der Strom zu Gas-Demonstrationsanlage auf dem Gelände der Frankfurter Mainova AG.

Am Mittwoch dieser Woche nach die erste Power-To-Gas Anlage ihren Regelbetrieb auf, wie die Betreibergruppe Thüga in einer Pressemitteilung mitteilt. Bis Ende 2016 läuft zunächst eine Forschungsphase, der Anlage, deren Geschäftsmodell zunächst einmal darin besteht durch Stromverbrauchen Geld zu verdienen.

fact_sheet_power_to_gasDie Umwandlung von Strom in Gas ist zunächst nicht effizient, denn es wird mehr Strom für die Umwandlung von Wasser in Wasserstoff benötigt, wie man später bei einer Verbrennung wieder herausholen kann. Der Große Vorteil von Gas ist allerdings, dass man dieses speichern kann. Nutzt man Strom, der zu viel vorhanden ist, so ist dies ein durchaus lukrativer Weg.

Für private Stromverbraucher unvorstellbar, dass es Zeiten gibt, bei denen der Bezug von Strom auch Geld bringt. Vollständig kostenlos ist der Strom nicht, da EEG-Umlage und Netzentgelte zumindest in der Theorie trotzdem anfallen, aber wird clever gehandelt, dann steht ein kleines schwarzes Plus vor der Null. Die Rede ist vom Regelenergiemarkt.

Regelenergie wird generell dazu verwendet, die Netzfrequenz zu stützen. Ist zuwenig elektrische Energie im Netz vorhanden, so geht die Frequenz nach unten – ist zu viel Energie vorhanden, dann geht sie nach oben. Für beides sind grenzen definiert, die als Folge eine Aktivierung der sogenannten Regelleistung haben. Kraftwerke, die entweder Strom zusätzlich ins Netz liefern, oder ihre Leistung reduzieren. Letzteres wird auch als negative Regelenergie bezeichnet.

Regelleistung ist ausschreibungspflichtig, Veröffentlicht wird der Abruf und das Ergebnis der Auktionen auf einer Informationsseite der Übertragungsnetzbetreiber.

Die jetzt in Frankfurt in Betrieb genommene Anlage soll negative Regelenergie bereitstellen. D.h. die Umwandlung von Strom in Gas wird dann angeworfen, wenn die Netzfrequenz über einen bestimmten Sollwert steigt.

Es ist ein recht kleiner Schattenmarkt, in dem sich die Anlage befindet, denn zwar muss physikalisch immer genau soviel Strom im Netz sein, wie gerade verbraucht wird. Kaufmännisch stellt dies der Handel aber eigentlich bereit her. Der Markt von Regelenergie ist daher eher klein, denn es wird lediglich ein Überschuss abgegriffen, den es bei ordentlicher Marktführung gar nicht geben dürfte.

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Veröffentlicht von Thorsten Zoerner

Seit dem Jahr 2007 beschäftige ich mich mit den Themen Stromnetz und Strommarkt. Parallel dazu entstand ein Blog, um Informationen zu den jeweiligen Themen bereitzustellen. Er ist unter blog.stromhaltig.de zu finden. Über das Thema Energiewirtschaft habe ich bislang drei Bücher veröffentlicht. In meinem 2014 erschienenen Buch zum Hybridstrommarkt beschreibe ich ein Marktdesign, das in Deutschland in das Gesetzespaket Strommarkt 2.0 aufgenommen wurde. Hierbei werden zwei Technologien des Strombezugs vereint: der Hausanschluss mit Bezug bei einem klassischen Stromanbieter und einen alternativen Bezug von erneuerbaren Energien. Die wirtschaftlichen Vorteile für ein solches Marktdesign sind erwiesen. Auch die Digitalisierung beeinflusst die Energiewirtschaft von morgen. Daher habe ich mich intensiv mit dem Thema Blockchain Technologie befasst. Blockchain ist eine Technologie, die den Austausch und die Dokumentation von Daten vereinfachen kann. Daher kann diese Technologie mithilfe der digitalen Möglichkeiten das heutige Energiesystem revolutionieren. Denn damit ist eine automatische Abgleichung von Energieerzeugung und Energieverbrauch möglich. Um zukünftige Herausforderungen und Chancen mitgestalten zu können, habe ich 2017 die Firma STROMDAO gegründet. Dort bin ich Geschäftsführer und möchte dafür sorgen, dass mithilfe der Blockchain Technologie und dem Hybridstrommarkt eine digitale Infrastruktur für die Energiewirtschaft der Zukunft aufgebaut wird. Der STROMDAO Mechanismus zur Konsensfindung für den Energiemarkt unterstützt dabei die Marktkommunikation aller beteiligten Akteure.

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