Was für eine Überschrift, die sich die Badische Zeitung hier ausgedacht hat. Eigentlich ein typisch lokaler Beitrag zu den Kommunalwahlen in diesem Monat. Die Basis der Wyhler SPD trifft und spricht über die Energiewende.  Viel mehr die Stromwende…

Weizsäcker und Schulz waren sich einig, dass der Handel des grünen Stroms an der Strombörse ein Sündenfall sei und der Billigstrom für die energieintensive Industrie jeglichen Anreiz nimmt, auf Effizienz zu setzen. (Quelle: BZ-Online)

s.h.  auch Karte mit energieintensiver Industrie in Deutschland

blog.stromhaltig sieht es etwas anders: Nicht der Handel ist der Sündenfall, sondern die vorhandenen Märkte und die Praxis, wie man am Strommarkt „Geld macht“.

In der Deutschen Sprache wird Geld „verdient“ , im amerikanischen Englisch wird „Geld gemacht“, im Arabischen „Geld gewonnen“. 

Der Handel ist nicht das Problem, denn in eine freie Marktwirtschaft lebt vom Austausch der Güter. Das Gegenteil dazu sind Selbstversorger, die es nur wenige gibt. Der Mangel eines Gutes beim Einzelnen führt zum Tausch mit anderen.  Vielleicht wird es ein gutes Geschäft, und beide Handelspartner gewinnen.

Beim heutigen Strommarkt kann die Nachfrage keine Impulse setzen.

geldBei der Daseinsvorsorge mit elektrischer Energie ist dies nicht anders. Ein stetiger Tausch, der dafür sorgt, dass immer soviel Strom vorhanden ist, wie gerade benötigt wird. Eine physikalische Eigenschaft, die den Stromhandel etwas anders macht, als den Handel mit Autos oder Brötchen. Es ist ein Markt, der von der Nachfrageseite getrieben wird. Doch wird er dies wirklich?

Das Produkt „Strom“ ist heute grundlegend falsch – der Koalitionsvertrag macht es nur noch falscher.

Beim heutigen Strommarktdesign handelt es sich um einen Energy-Only-Markt. Dies bedeutet, dass der Austausch von Leistungspaketen mit der Einheit „Watt-Stunde“ gehandelt wird. Doch die Art des Handels spiegelt weder das Bild der Wirklichkeit noch des Bedarfs wieder. Der Mangel ist abstrakt und bietet Spielraum für Spekulation.

Der Flaute-Dienstag, bei dem der Strompreis nicht durch die Decke ging. Der Orkan Xaver, der eine Schneise durch den Strommarkt zieht und plötzlich den Bedarf des Gutes erhöht.  Die Infrastrukturumlage , eine weitere Mogelpackung zum „Geld machen“.

Mit Strom vor Ort gewinnen

lautete der Vortrag in den beiden badischen Kommunen Mauer und in Sinsheim. Lokal sollte sichergestellt sein, dass 25% der Erzeugung direkt im Ort möglich ist. In Wyhler am Kaiserstuhl ist man davon noch etwas entfernt, wie man dem Strommix-Navigator entnehmen kann. Es dominiert die Wasserkraft, Steinkohle und Erdgas. Im Bundesschnitt nicht schlecht, aber auch noch nicht optimal.

Schulz kündigte Weisweiler Energiegespräch an, bei denen die Chancen der Eigenversorgung und ihre Finanzierung vorgestellt werden. (BZ-Online)

Eigenversorgung ist gut! Keine Frage! Aber nicht solidarisch. Mein Vorschlag an den Kaiserstuhl, ist sich doch einmal mit dem Hybridmarkt-Modell zu beschäftigen und bei Bedarf gerne weitere Informationen einholen.

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