Am Samstag den 10.05.2014 war sie also, die große Energiewende Demo in Berlin. Nach Angaben des Tagesspiegels kamen 12.000 Besucher, die gegen Atomkraft und für die Energiewende demonstrierten. Zeitgleich demonstrierten 76.000 Besucher für ein besseres Spiel der Hertha BSC gegen die Borussia Dortmund.

Nicht einmal 0,5% der Bevölkerung der Hauptstadt konnten aktiviert werden, obwohl Campact und Co. aufgerufen haben. Erreicht man mit Demonstrationen überhaupt noch etwas?

Schaut man nur vier Jahre zurück, dann kamen damals fast zehnmal so viele Personen zu einer Anti-Atom-Demo (vergl. Sonnenflüsterer). Ein Schwund an Interesse, der Organisatoren aufhorchen lassen sollte.

Noch immer gibt es in Deutschland etwa 12.696 MWe Atomkraft im Netz, die zwar deutlich an Bedeutung verloren hat, aber vorhanden ist und Atommüll produziert. Im Jahre 2032 könnte es dann auch einmal ein Endlager geben. Bis dahin wird zwischengelagert.  Erst zu Beginn des Monats wurde bekannt, dass man in Jülich jahrzehntelang Störfälle vertusch hat. Nicht vergessen sollte man auch den Störfall im E.ON AKW Grohnde, im Frühjahr 2014 dieses Jahres.

Die Energiewende und die Anti-Atombewegung ist bunt, schrill, laut. Sie schafft es Menschen zu bewegen, ist aber scheinbar nicht mehr in der Lage das zu liefern, was sie über den Tellerrand hinaus blicken lässt: Bilder und Nachrichten.

Die Aufmerksamkeit in den Medien leidet darunter, obwohl die Vorzeichen gar nicht so schlecht stehen. Schon allein das Problem, dass ich mir mittlerweile nicht mehr sicher bin, ob es eine Anti-AKW Demo oder eine Energiewende Demo war, zeigt eine unsaubere Kommunikation.

Dabei hat man doch auf der Habenseite soviel, was man zeigen könnte….

Diesen Beitrag offline lesen
Inhalt nicht verfügbar.
Bitte erlauben Sie Cookies, indem Sie auf Übernehmen Sie auf das Banner
Noch keine Stimmen.
Bitte warten...

Veröffentlicht von Thorsten Zoerner

Seit dem Jahr 2007 beschäftige ich mich mit den Themen Stromnetz und Strommarkt. Parallel dazu entstand ein Blog, um Informationen zu den jeweiligen Themen bereitzustellen. Er ist unter blog.stromhaltig.de zu finden. Über das Thema Energiewirtschaft habe ich bislang drei Bücher veröffentlicht. In meinem 2014 erschienenen Buch zum Hybridstrommarkt beschreibe ich ein Marktdesign, das in Deutschland in das Gesetzespaket Strommarkt 2.0 aufgenommen wurde. Hierbei werden zwei Technologien des Strombezugs vereint: der Hausanschluss mit Bezug bei einem klassischen Stromanbieter und einen alternativen Bezug von erneuerbaren Energien. Die wirtschaftlichen Vorteile für ein solches Marktdesign sind erwiesen. Auch die Digitalisierung beeinflusst die Energiewirtschaft von morgen. Daher habe ich mich intensiv mit dem Thema Blockchain Technologie befasst. Blockchain ist eine Technologie, die den Austausch und die Dokumentation von Daten vereinfachen kann. Daher kann diese Technologie mithilfe der digitalen Möglichkeiten das heutige Energiesystem revolutionieren. Denn damit ist eine automatische Abgleichung von Energieerzeugung und Energieverbrauch möglich. Um zukünftige Herausforderungen und Chancen mitgestalten zu können, habe ich 2017 die Firma STROMDAO gegründet. Dort bin ich Geschäftsführer und möchte dafür sorgen, dass mithilfe der Blockchain Technologie und dem Hybridstrommarkt eine digitale Infrastruktur für die Energiewirtschaft der Zukunft aufgebaut wird. Der STROMDAO Mechanismus zur Konsensfindung für den Energiemarkt unterstützt dabei die Marktkommunikation aller beteiligten Akteure.

Inhalt nicht verfügbar.
Bitte erlauben Sie Cookies, indem Sie auf Übernehmen Sie auf das Banner

Durch das Fortsetzen der Benutzung dieser Seite, stimmst du der Benutzung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen