Der Handel mit Strom versucht den physikalischen Gegebenheiten einen Wert in Euro und Cent zu geben. Börsenhandel biete durch das Zusammenbringen aus Erzeugung und Verbrauch die Möglichkeit dies zu gewährleisten.  Zu einem fairen Ergebnis kommt es allerdings nur dann, wenn der Markt ein hohes Volumen hat. Die noch letztes Jahr sehr aktuellen „Negative Strompreise“ wurden letztendlich durch die Vergrößerung der Marktteilnehmer (Erzeuger/Verbraucher – Verkäufer/Käufer) im Zuge der Marktkopplung gelöst.

Möchte man lokale/regionale Märkte für den Austausch mit Strom erreichen, dann ist das Marktvolumen zu klein für eine Börse. Starke Schwankungen des Wertes sind die Folge, die mit hohen Risiken für Käufer und Verkäufer verbunden sind. Lösung ist ein „Coin“ (Münzverfahren), welches des Austausch von elektrischer Energie ermöglicht, aber nicht (unmittelbar) bewertet.

Powercoins bieten diese Eigenschaft. Etwas wie eine Währung, aber dennoch nah an den technisch/physikalischen Anforderungen.

Münzprägung

Technisch gesehen ist ein Powercoin lediglich eine Nachricht, die vom Einspeisezähler erzeugt wird. Die Nachricht enthält den Wert des Coins (zum Beispiel 10 Wh) und einen Zeitstempel, der von einer sogenannten „Trusted Authority“ (Vertrauenswürdige Organisation) signiert wird. Der Zeitstempel ist wichtig, da der Coin nur innerhalb des angegebenen 15-Minuten Zeitraum eingelöst werden kann.

Verteilung

powercoinÄhnich der Online-Währung Bitcoin kann die Nachricht nun beliebig übermittelt werden. Bei Powercoins funktioniert dies automatisch, durch die Kommunikationsschnittstelle der verwendeten Geräte.

Wer die Münze hat, der kann sie auch einlösen.

Einlösung

Die Einlösung des Powercoin geht ebenfalls vollständig automatisch im Hintergrund. Der Empfänger muss mit seiner Signatur die Gutschrift bestätigen und die Signatur überprüfen. Zeitgleich kann die Entnahme der Strommenge aus dem Netz beginnen.

Märkte mit Powercoins

Es gab bereits Versuche für den Aufbau von lokalen Peer-2-Peer Strommärkte, bei denen handelsübliche DSL-Router den Austausch von Strom zwischen Kleinanlagen und Geringverbrauchern automatisiert umsetzen. Ob bei diesen Versuchen ein Powercoins-Verfahren zum Einsatz kam, kann nicht mehr geklärt werden.

Heute scheitern solche Konzepte meist an zwei Stellen. Zum einen setzen sehr viele Energieversorger auf ein sehr starres Prozessmodell, welches auf SAP IS-U basiert und für solche Fälle nicht vorbereitet ist. Zum anderen widerspricht eine Stromwährung, was die Powercoins sind, dem Geschäftsmodell der Verteilnetzbetreiber. Traditionell auf einen Energy-Only-Markt ausgelegt,  leben Verteilnetzbetreiber davon, dass sie den durchgeleiteten Strom „veredeln“ diese Dienstleistung erfolgt durch Preisaufschlag je Menge. Bei den Strommünzen gibt es allerdings keine Preisfeststellung zwischen Erzeuger und Verbraucher.

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Ein Gedanke zu “Powercoins – Wenn die PV Anlage zur Münzpräge wird

  1. Hallo, sehr interessante Idee!
    Allerdings hat der Netzbetreiber in der Regel nichts mit dem Stromvertrieb zu tun. Netzbetreiber „veredeln“ den Strom auch nicht. Sie dürfen sich per Gesetz (s. Unbundling) nur mit dem Stromtransport beschäftigen und nicht mehr. Die Stromleitungen kosten Geld und dafür bekommen die Netzbetreiber „theoretisch“ Netznutzungsentgelte von den Netznutzern.

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