Ostereiersuche in den Ökostromtarifen - Ein Produkt Ranking 1

Ostereiersuche in den Ökostromtarifen – Ein Produkt Ranking

Die Erzeugung von Strom aus Wind und Sonne ist abhängig vom Wetter. Es stellt die Anbieter von entsprechenden Tarifen vor eine Herausforderung, denn der Stromkunde muss heute standardisiert nach dem sogenannten H0-Profil beliefert werden. Dieses Profil schreibt vor, dass um 12 Uhr gekocht wird -und man in der Nacht möglichst viele Stand-By-Geräte betreibt.

blog.stromhaltig macht sich für Ostern auf die Suche nach den Anbietern, die Wind- und Solarenergie in ihre Tarife heute integrieren können. Es wird gezeigt, dass intelligente Stromprodukte bereits möglich sind, und Innovation auch beim Endkunden Strommix möglich ist.

Es wird ein spannender Herbst 2014 sein, denn wie der Branchendienst von Proteus-Solutions meldet,  ist eine Infrastrukturumlage von 0,65 Cent bis 1,5 Cent wahrscheinlich. Ein solidarisch zu bezahlender Risikoaufschlag, weil zum einen an Überkapazitäten aus Braun- und Steinkohle festgehalten wird, zum anderen es Stromversorgern nicht in ausreichendem Maße gelungen ist, den Strom aus Sonne und Wind an den Endkunden zu bringen.  Zu unbeweglich ist die Branche bislang.

Die Energiewende wurde auch beim Produkt „Strom“ verschlafen

Stromversorger, die ihren Kunden Wind- und Sonnenstrom anbieten wollen, müssen sich in den bestehenden Markt integrieren. Ein Markt, der von starren Prozessen geprägt ist. Gelingt es nicht, die Kosten für jede Transaktion – wie Anmeldung und Abmeldung von Kunden – gering zu halten, so kann kein attraktives Produkt geschnürt werden. Es fehlen aber auch Prozesse für Messdienstleistung, Messstellenbetrieb und Abrechnung; ein Posten für den die privaten Haushalte ca. 320 Millionen Euro pro Jahr ausgeben. Als Gegenleistung bekommen sie ein System, welches den letzten Innovationssprung kurz nach der Industrialisierung hatte. Smart steckt meist nur in der Bezeichnung des Zählers.

Bewertungssystem Stromtarife

Es gibt sehr viele Zertifikate für Ökostrom. Ein Wildwuchs, der es dem Verbraucher nicht unbedingt leicht macht sich für ein Produkt zu entscheiden. Ein Zertifikat für die Integration der Stomerzeugung aus schwankenden Quellen gibt es bislang nicht, obwohl einige der Anbieter sehr aktiv mit Vorschlägen zu Markt-Modellen sind (vergl. dieser Beitrag). Eine echte Innovation ist allerdings nur mit einem ganz neuen Produkt möglich, wie es im Hybridmodell vorgestellt wird.

Vereinfacht kann man sich die Belieferung von privaten Stromkunden so vorstellen: Der Kunde schließt einen Vertrag mit einem Stromversorger ab. Dieser wird mit Aufnahme der Belieferung in das Stromnetz soviel Strom einspeisen, wie der Kunde nach dem Standardlastprofil H0 zur gleichen Zeit verbraucht. Die elektrische Energie kommt entweder aus eigenen Anlagen/Kraftwerken, oder aus Kapazitäten, die zugekauft werden.

Für eine Bewertung wird der Strommix der einzelnen Anbieter verwendet. Als Vergleichswert wird der Bundesschnitt per 12/2013 der AG-Energiebilanzen herangezogen.

Wasserkraft ist ein großer Bestandteil von Ökostromtarifen. Sie können ein Teil der Grundlast abdecken, jedoch sollten sie im Sinne der Nachhaltigkeit eher genutzt werden, um die Schwankungen bei Sonne und Wind auszugleichen. Im Bundesschnitt liegt der Anteil bei 3,4%.  Für jeden Prozentpunkt aus Wasserkraft wird 1 Punkt vergeben.

Biomasse ähnlich der Wasserkraft, sollte die Biomasse zum Ausgleichen von Erzeugungsschwankungen verwendet werden. Der Bundesschnitt liegt bei 7,6% – die Bewertung findet ebenfalls mit 1 Punkt/Prozent statt.

Windkraft ist zu sehr vielen Stunden des Jahres verfügbar. Achtet der Anbieter darauf, dass er eine räumliche Verteilung der gesicherten Erzeugungsanlagen erhält, dann kann ein großer Teil der Versorgung über diesen Energieträger erreicht werden. Mit 7,9% im Bundesschnitt hat die Windkraft den stärksten Anteil im Strommix. Bewertet wird die Tarifintegration mit 2 Punkten/Prozent.

Solarenergie ist nur am Tage verfügbar mit einer Spitze um die Mittagszeit. Ohne die Nutzung von Speichertechnologien ist eine Obergrenze von 30% nicht überschreitbar. Der Bundesschnitt liegt bislang bei 4,5%. Wegen der zeitlichen Abhängigkeit wird der Solarstrom im Mix der Anbieter mit 3 Punkten/Prozent bewertet.

Ranking – Tarifintegration PV und Windstrom

Anbieter Wasserkraft Biomasse Windkraft Solarenergie Punktzahl
Bundesschnitt 3.40% 7.60% 7.90% 4.50% 40.30
Stadtwerke Erfurt 1.26% 18.99% 39.20% 37.81% 212.08
Grünstromwerk 75% 0% 0% 25.00% 150.00
Naturstrom AG 60.30% 6.50% 26.70% 6.50% 139.70
JUWI Strom 84.20% 0% 15.80% 0% 115.80
Greenpeace Energy eG 91% 0% 9% 0% 109.00
Lichtblick 100% 0% 0% 0% 100.00
EWS ElektrizitätsWerke Schönau 100% 0% 0% 0% 100.00
Polarstern Energie 100% 0% 0% 0% 100.00

Download Vollständige Tabelle mit Kommentaren und Links

Und der Gewinne sind: Die Verteilnetzbetreiber!

Wie man im Strommix Navigator erkennen kann, schaffen es die Verteilnetzbetreiber einen deutlich höheren Anteil an schwankender Erzeugung in ihrem Gebiet bereitzustellen, als die Stromanbieter.

Der Verlierer ist leider der Kunde.

Die aktuell gültige Kennzeichnungspflicht erlaubt es den Anbietern den interessierten Leser an der Nase entlang zu führen. Bilder von Windrädern und PV-Panels – und Beschreibungstexte, die diese Quellen als Beispiele für Storm aus Erneuerbaren nennen. Tatsächlich wird aber meist Wasserkraft verwendet, obwohl die Anbieter den Aufbau von anderen Anlagen angeblich  fördern.

Ökostrom Paradoxon

Auch wenn die Ökostromkunden denken, dass sie für die Verwendung von Wind- und Solarenergie zahlen, so zahlen für den größten Teil des Stroms aus diesen Anlagen die Kunden, die sich nicht für einen solchen Tarif entschieden haben.

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