Andreas Heegt schreibt bei Polenum:

Die Kommunikation zur Energiewende erreicht die Bürger nicht, weil die Kommunikationsexperten als Zielgruppen zu 80 Prozent die Politik, zu 77 Prozent die Medien und erst an dritter Stelle zu 67 Prozent die Bürger bearbeiten.

Was erreicht den Bürger: Sparen, Kosten, Sparen, Kosten… – Schade eigentlich vom Reichtum und Überfluss, ist wenig zu lesen.

Mit dem Backofen die Wohnung heizen – weil wir es uns leisten können… Nur ein Traum?

Prof. Dr. Felix Höffler beschreibt bei Dialog Energie Zukunft die Anwendung von Versorgungssicherheitsverträge im Strommarkt. Triftet unser veraltetes Stromnetz in die Altersarmut?

Zum Ende des letzten Jahrtausends hat sich Deutschland aufgemacht zu einer der größten Chancen, die eine Industriegesellschaft heute hat. Wir nennen diese Chance Energiewende, die Reichtum und Luxus für alle bieten kann.

Beim Thema Strom befreien wir uns bereits heute zu großen Teilen von den Stückkosten der nuklear/fossilen Geldverbrennung und eröffnen den Weg hin zu ganz neuen Wegen im Umgang mit Energie. Stephan Reimelt, Chef von General Electric, wagte vor einigen Tagen in der Zeit über Flatrates beim Strom nachzudenken. Flatrates beim Internet, die frei von Volumen und Zeitbeschränkungn sind, haben Youtube und Internet-Fernsehen überhaupt erst ermöglicht. Wie sehen die Innovationssprünge aus, wenn wir Elektrizität zum Festpreis bekommen können?

Gestern wurde bei blog.stromhaltig angefragt, ob sich der Blog bei einem Wettbewerb zum Thema Energiesparen beteiligen will. Heute kam die Anfrage ob wir nicht das Energiesparkonto – ein Projekt von co2online mit Unterstützung des Bundesamt für Reaktorsicherheit – testen wollen. In beiden Fällen macht sich zunächst Skepsis breit, denn sparen – wollen wir das noch?

Wenn im Hybridmarktmodell von einem Kapazitätsmarkt der Sonnen und Windstromerzeugung die Rede ist, dann will ich den Wert der Kapazitäten auch kompromisslos nutzen – egal, ob ich damit im fernen Spaichingen per Tauchsieder ein Schwimmbad heize, oder das Niederenergiehaus.

Vertrauen auf Stromreichtum, wenn man die Kapazitäten, die wir haben intelligent nutzt. Wenn alle an einem Strang ziehen, dann glaube ich fest an das Gelingen.

Den Beitrag "Ich glaube an Energiereichtum für jeden... offline Lesen:

4 Gedanken zu “Ich glaube an Energiereichtum für jeden…

  1. Schade Thorsten,

    Strom zu 100% aus EE wie viel ist das vom Primärenergieverbrauch ? Ein recht bescheidener Teil, die „Nebenwirkungen“ durch nicht verbrennen der horrenden Verluste fossiler Stromerzeugung schon eingerechnet.

    Es wird exakt das Selbe passieren wie bei den Flatrates die wir schon kennen, ein gigantischer „Reboundeffekt“ wird einsetzen. Warum noch sparsam sein, wenn es sowieso das Gleiche kostet ? Was immer verstanden wird, was teuer ist, wird sorgsam und sparsam verwendet. Da die Kosten für die Mehrheit inzwischen erheblich gestiegen sind, sollte man darüber nachdenken wie denen geholfen werden kann, bei denen das Einkommen schlicht nicht mehr ausreicht um alle steigenden Kosten „aufzufangen“.

    Wer seinen Strom (so ist das gegenwärtig) „scheinbar“ als Flatrate bezieht (das echte Zahlen setzt ein, wenn der Strom längst verflossen ist), braucht eine ganz andere Hilfe. Erfolgreiches „Prepayment“ – im Grund das Gegenstück zur Flatrate hat sich als Lösung bewährt. Wer merkt, ich „telefoniere zu oft“ und muss das auch im Voraus bezahlen, wird sinnvoll sparen. Verdrängen ist eine der hervorstechendsten Eigenschaften von Menschen. Flatrate ist nichts als eine perfide Methode, sonst als sinnlose Ausgabe erkennbares, zusätzlich zu vermarkten.

    Dagegen wäre es bei weitem interessanter „Multitarife“ über „Smartmeter“ anzubieten – Stromkonsum zu billigen Zeiten – (auch) gebunden an die Situation im lokalen Ortsnetz. Billiger und reichlich vorhandener PV-Strom solle auch billiger im Endverbrauch sein.

    Ganz nebenbei, in wenigen Jahren werden unsere Sorgen wesentlich größer sein – nach und nach werden uns erst die „Primärkosten“ über den Kopf wachsen, danach werden alle froh sein, wenn noch genügend Primärenergie vorhanden sein wird um unser „gewohntes“ Leben führen zu können.

    Wenn sich bereits (sicher indirekt) das „Militär“ Sorgen über die nähere Zukunft macht, sollte von allen das „Geschwätz um Peak Oil“ langsam ernster betrachtet werden :

    Hier ein PDF „Sicherheitspolitische Implikationen knapper Ressourcen“ (deutsch 99 Seiten)

    Dort ein PDF „Fueling the Futur Force – Preparing the DOD for a Post-Petroleum Era“ (englisch 36 Seiten)

    Antworten
  2. „Zwischen hier und da ist ein weiter Weg. Den Glauben an ein Ziel sollte man aber nicht aufgeben – und Strom ist aktuell das effizienteste Transportmittel für die Energie der Zivilisation.“

    Hallo Thorsten

    Das sehe ich genauso.

    Das Problem für uns Menschen ist aber, was „billig“ daherkommt, sinkt im „virtuellen“ Wert. Eine „Flatrate“ signalisiert (völlig falsch) „hier ist etwas, da lohnt es nicht den individuellen Verbrauch zu messen – es genügt eine Pauschale zu verrechnen“.

    In der Anfangszeit der sog. „friedlichen Nutzung der Atomenergie“ ging man davon aus, Stromzähler würden nicht benötigt, der Überfluss an Energie sei so groß, dass sich „das irgendwie einpendeln würde“.

    Wie man sich doch irren kann !

    Energie und speziell el. Energie ist das wohl kostbarste was Menschen bislang „erfunden“ haben. Wer die nutzt, sollte mit dem Preis auch erkennen, was er / sie da nutzt und ganz besonders auch wie viel davon.

    Derzeit wird belohnt, wer besonders viel nutzt. Das führt dazu, ein Vielnutzer „bestraft sich selbst“, wenn er / sie dieses Kontingent unterschreitet. Es mach so keinerlei Sinn über Methoden der Einsparung nachzudenken, es ist kontraproduktiv Einsparung zu betreiben.

    Das stellt auch Deine Aussage „.. Strom ist aktuell das effizienteste Transportmittel..“ völlig auf den Kopf. Diese Methode ist quasi ein „Entwertungsmechanismus“ von geradezu globalem Ausmaß. In D führt das zu einem doppelten Effekt, nur wer „oben bleibt“, zahlt a) weniger pro Einheit und b) wird ein solcher „Großverbraucher“ zusätzlich von der Last, sich an der Schaffung neuer „Energiequellen“ zu beteiligen, befreit.

    Wie krank ist eine solche Idee ?

    Ein anderer akzeptabler Weg wäre es, einen pauschalen Preis für das Minimum festzusetzen, welches ein Haushalt / Betrieb gegenwärtig realistisch BENÖTIGT. Wer darüber liegt, zahlt mehr pro Einheit. Wem es gelingt diese Pauschalen zu unterschreiten, wird mit FALLENDEN Preisen belohnt. Bei gegenwärtig 12.931 Stromtarifen in D – danke „Stromauskunft.de – wäre eine Verringerung dieser geradezu irrsinnigen Fülle ganz nebenbei, ein erster Schritt für alle Verbraucher, sich zu ihrem Nutzen, in diesem „Dschungel“ überhaupt zurechtzufinden. Auch käme diese Methode Deiner Idee einer „Flatrate“ sehr nahe, es wäre ein gerechter „Volumentarif“. Dagegen hätten sicher nur all jene etwas einzuwenden, welche sich derzeit durch ihre Marktmacht von anderen die „Zeche“ zahlen lassen.

    Was unbedingt kleiner werden, besser ganz verschwinden sollte, sind die sog. „Grundgebühren“ es mag ja notwendig sein, Kosten, aber auch Gewinne darin zu verstecken, aber es wäre bei weitem vernünftiger diese mit dem kWh Preis zu erheben. Es würde auch hier zu vernünftigen Einsparungen (beim Handel) führen. Mit welcher Begründung ist eine solche „Flatrate“ bei der Einnahmeseite möglich ? Für den Kunden bedeutet es, selbst bei völligem Verbrauch Null, zahlt man weiter. Für was eigentlich ? Auch dort könnte auf das tatsächlich notwendige Minimum reduziert werden.

    Mit diesen Gedanken möchte ich Dir zeigen ich lehne Dein Idee im Grund nicht ab. Leider bestimmen wir in keinem Augenblick die Verhältnisse, so ist absehbar, wie das System skrupellos an die Wand gefahren wird.

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  3. Pingback: Warten Dinos auf die Landreform? | blog.stromhaltig

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