Heizungsfinder-Sanierungsatlas_GasundOelEine bundesweite Auswertung der Altbestände von Gas- und Ölheizungen zeichnet erstmals ein konkretes Bild, wie sich veraltete Heizwert-Kessel absolut über die sechzehn Länder verteilen und welches Sanierungspotenzial von jedem Bundesland ausgeht.

Im deutschen Heizungsmarkt zeichnen sich zwei überregionale Strömungen ab hinsichtlich des Sanierungspotenzials veralteter Gas- und Ölheizungen. Für Gasheizungen nimmt das Potenzial von den südlichen Bundesländern ausgehend in Richtung Nordwesten Deutschlands weiter zu. Entgegengesetzt die Tendenz bei Ölheizungen, deren Altbestände von der Nordwest- und Nordosthälfte Deutschlands in Richtung Südwesten und Süden weiter zunehmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine bundesweite Auswertung der Altheizungsbestände, welche die Deutsche Auftragsagentur (DAA) mit Daten des Bundesverbands des Schornsteinfegerhandwerks und Daten des Statistischen Bundesamtes erstellt hat.

„Unser Anliegen bei der Erstellung des Sanierungsatlas für den deutschen Gas- und Ölheizungsmarkt ist es, dem seit Jahren postulierten Sanierungsstau im Heizungskeller ein Gesicht zu geben“ sagt Christian Märtel, Leiter der Projektgruppe bei der DAA.

Die DAA ist auf die Vermittlung von Handwerksdienstleistungen im Bereich Heizungsbau, energetische Modernisierung und Solartechnik spezialisiert. „Der Sanierungsatlas soll ein Bewusstsein dafür schaffen, wie sich die Altheizungsbestände absolut über die sechzehn Bundesländer verteilen und welches Sanierungspotenzial von jedem einzelnen Land ausgeht angesichts der weiteren Mitwirkung an der Energiewende.“ Dass der Hauswärmesektor einen bedeutenden Anteil am Erreichen der deutschen Klimaschutzziele hat, wurde in verschiedenen Studien der vergangenen Jahre immer wieder herausgestellt. Mit einer jährlichen Austauschrate von zwei bis drei Prozent kommt die Sanierung veralteter Gas- und Ölheizungen jedoch kaum voran.

Größtes Potenzial im Nordwesten und Südwesten Deutschlands

Hier liefert der Sanierungsatlas erste konkrete Ansätze, zum Beispiel zur Sinnhaftigkeit regionaler Förderprogramme. So zeigt sich beim Blick auf die Altheizungsbestände (Heizwert-Kessel, Inbetriebnahme vor 1998) der sechzehn Bundesländer ein ganz charakteristisches Bild für Deutschland. Die höchsten und niedrigsten Altbestände für Gas- und Ölheizungen konzentrieren sich jeweils in einer zusammenhängenden Region mehrerer aneinandergrenzender Bundesländer. Das Potenzial zur Heizungsmodernisierung nimmt deutschlandweit bei beiden Gewerken durch diese regionalen Pole in einer bestimmten Himmelsrichtung zu, ähnlich einer Strömung. Für Gasheizungen ist diese Strömung gen Westen / Nordwesten Deutschlands gerichtet, für Ölheizungen in Richtung Süden / Südwesten des Landes.

Konkret konzentrieren sich deutschlandweit die höchsten Altbestände von Gasheizungen (gemessen an der Zahl der Haushalte) in der Region Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt und schwächen sich leicht in Richtung Thüringen und Rheinland-Pfalz ab. Zusammenhängend zeigt sich auch das Gebiet mit den geringsten Altbeständen, das von Bayern ausgehend über Baden-Württemberg bis nach Hessen und Sachsen reicht. Das Sanierungspotenzial verstärkt sich also zunehmend in nordwestlicher Richtung.

Ganz anders das Bild bei Ölheizungen. Hier erstreckt sich das Gebiet mit den geringsten Altbeständen nahezu über die gesamte Nordhälfte Deutschlands. Von Nordrhein-Westfalen ausgehend über Niedersachsen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern bis nach Berlin, Brandenburg und Sachsen. Von Sachsen-Anhalt ausgehend nimmt das Sanierungspotenzial in südwestlicher Richtung über Thüringen und Hessen bis ins Saarland und nach Rheinland-Pfalz stark zu. Eine ähnliche Tendenz zeigt sich in südlicher Richtung bis nach Bayern und Baden-Württemberg, wo ebenfalls noch hohe Altbestände an Ölheizungen vorhanden sind.

Altersstruktur offenbart großen Handlungsbedarf in den alten Bundesländern

Ein weitaus drastischeres Bild zeichnet der Sanierungsatlas beim Blick auf die Altersstruktur der deutschen Gas- und Ölheizungsbestände. Verteilen sich Gas- und Ölkessel, die 16 Jahre und älter sind, noch recht homogen über Deutschland mit den beschriebenen Strömungen, zeigt sich bei Beständen, die 31 Jahre und älter sind (Inbetriebnahme vor 1983), eine deutliche und harte Trennlinie zwischen den alten und neuen Bundesländern. Bedingt durch die Beheizungsstruktur in der ehemaligen DDR (Kohle und Fernwärme, wenig Gas, kaum Öl) und die hohe Sanierungsquote in der Zeit nach der Wiedervereinigung belaufen sich die Altbestände in den neuen Ländern (inkl. Berlin) heute noch auf rund 9.500 Gaskessel und 6.500 Ölkessel. Diesen stehen Altbestände von rund 350.000 Gaskesseln und 490.000 Ölkesseln in den alten Bundesländern gegenüber, die seit mehr als 31 Jahren in Betrieb sind. Ein immenses Sanierungspotenzial in nahezu allen westdeutschen Bundesländer, welches die EnEV-Novelle mit der ab 2015 greifenden Austauschpflicht für Konstanttemperaturkessel vor Baujahr 1985 nun ins Visier nimmt.

Sanierungsatlas widmet sich dem weiteren Sanierungsfortschritt

Wie die einzelnen Bundesländer ihr Sanierungspotenzial in jüngster Vergangenheit genutzt haben und auch in Zukunft weiter nutzen werden, dazu wird der Sanierungsatlas in der nächsten Zeit weitere Auswertungen erstellen. Es folgen ebenso Einzelauswertungen für jedes der sechzehn Bundesländern, die bereits für Sachsen und Rheinland-Pfalz verfügbar sind. Weitere Informationen zum Sanierungsatlas inklusive Bildmaterial und weiteren Hintergründen zur Methodik und Datenbasis finden Sie auf dem Internetportal der Deutschen Auftragsagentur zum Thema Heizungsbau unter http://www.heizungsfinder.de/heizung/sanierungsatlas

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