Der Bau von Stromtrassen von Nord- nach Süd. Das neue Großkraftwerk, zunehmender Rentabilitätsdruck bei den Großen. Haftung und Risiken bei Offshore.  Vieles ist eine Meldung wert. Desto martialischer desto besser? – Was es nicht in die Aufmerksamkeit schafft wird schlicht ignoriert.

Vom Vertrieb immaterielle Güter kennt man es – es gibt keine Stückkosten und die EDV sorgt dafür, dass man auch kleinste Einheiten mit Gewinn vermarkten kann.  Software ist das beste Beispiel dafür, man muss sie nur einmal entwickeln und kann sie dann fast ohne Kosten replizieren. Bei der Stromwende muss man die Wertschöpfung erst einmal schaffen – und nicht adaptieren. Daraus wird zwar keine Schlagzeile – aber Nachhaltigkeit.

Mut zu Kleinem

Vor einigen Tagen machte die  Klima-Expertin Kathrin Hoffmann mich auf die Produkte von Changers aufmerksam. Mobiltelefone und andere Alltagsgadgets werden per Solarzelle geladen. Der eigentliche Clou ist eine Community-Funktion. Daraus wird Buzz und eine Incentivierung ganz ohne Geld. Jeder will zeigen, dass er auch etwas zum Erfolg der Gruppe beigetragen hat.  Das kann nur der Anfang einer Entwicklung hin zu neuen Stromwerken sein: Bürger-Stromwerke. 

notebook45 Watt werden dem Stromnetz entnommen, wenn das Notebook angeschlossen ist. Zu 90% der Zeit ist es angeschlossen ans öffentliche Stromnetz.  Einige Zehntausend Notebooks dieser Baureihe  sind in Deutschland verbaut. In manchen Bürogebäude sind so auf kleinem Fleck einige duzend KiloWatt auf einmal vorhanden, die an bzw. abgeschaltet werden können.

Wenn die Crowd bei [email protected] ungenutzte Rechenzeit zum Finden von Ausserirdischen aufbringen kann, warum soll sie Akku-Leistung nicht zur Realisierung der Stromwende helfen?

Virtuelles viel Klein

rc_dezentralDer Trick besteht darin, dass es gelingt aus der Ferne auf eine große Anzahl von kleinen Ressourcen zugreifen zu können.  Wer auch immer eine solche Einrichtung aufbaut, der steht vor einigen Herausforderungen. Welche Anreizfaktoren können geschaffen werden? Die Wirkung von Communities sehe ich dabei als nicht zu unterschätzen an. Es sind Cent-Artikel, die fast jedes Gerät heute mit dem „Internet der Dinge“ verbinden kann. Cent-Artikel, die sich Hersteller von größeren Geräten sehr teuer bezahlen lassen. Mancher Anbieter von Wärmepumpen verlangt über 500€/Jahr für den Fernzugriff…

Was hätte man vom Netzbetreiber in der Nähe von Schweinfurt verlangen können, wenn man zur rechten Zeit „per Knopfdruck“ mehr Verbraucher ans Netz hätte bringen können? Fehlende Investitionen in den Ausbau eines Verteilnetzes (kostenpflichtig) durch eine Community lösen zu lassen?

Minus und Plus ist Plus und Minus

Bei der Steuerung des Stromnetzes läuft letztendlich immer alles auf das gleiche Problem hinaus. Es wird entweder mehr elektrische Energie benötigt, oder weniger. Wird ein Redispatch (vergl. Animation zu Redispatch) angewiesen, so kann man im Gebiet in dem mehr Energie benötigt wird, natürlich auch weniger verbrauchen.

Mittwoch 26.03.2014 – Strombedingter Redispatch

  • 20:30 Uhr bis 22:00 Uhr
  • Wirkleistungseinspeisung erhöhen
  • Regelzone Tennet
  • Mittlere Leistung: 90 MW
  • Anweisend: Transnet BW

90 MW entsprechen 90.000 KW.  Diese können sich auch zusammensetzen aus

  • 10.000 Wärmepumpen
  • 30.000 Notebooks
  • 20.000 Smartphones
  • 30.000 Umwälzpumpen
  • 1.000 Gartenteichpumpen

Die Möglichkeiten sind nahezu grenzenlos, um eine solchen Anforderung erfüllen zu können.

Kleine IT

Ob eine Anweisung an ein großes Kraftwerk gegeben wird, oder per Internet an einige Millionen Geräte verteilt wird, macht aus Sicht einer heutigen EDV Infrastruktur keinen Unterschied.  Einen großen Unterschied macht allerdings, dass sich die Steuerung viel feiner regeln lässt. Es müssen nicht volle 30-Minuten sein  – einige Sekunden (Beispiel: Regelleistung) sind genauso möglich, wie eine Zuteilung von nur wenigen KW durch einige wenige Geräte.

Lokal und Kommunal

Dezentral bedeutet lokal profitieren
Dezentral bedeutet lokal profitieren

Bevor man einen Ausgleich über eine ganze Regelzone oder sogar über das ganze europäische Verbundnetz bewerkstelligt, entsteht das Problem immer irgendwo lokal.  Sind die Verfahren zur Kommunikation vorhanden und standardisiert, so können die Ressourcen optimal genutzt werden. Damit sind auch 100% Strom aus Wind und Strom möglich.

Oder warum bricht das Stromnetz in Schweinfurt zusammen, und  in Schleswig Hollstein nicht?

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