Wenn der Strom ausfällt, dann hat jemand vorher versagt. Eine einfache Tatsache, die in ihrer Tragweite kaum zu unterschätzen ist, gibt es doch zwei Richtungen, wie man sich diesem Thema annähern kann.

Energie-Expertin Kathrin Hoffmann nähert sich in einem aktuellen Beitrag aus Richtung der  langfristigen Versorgungssicherheit dem Thema:

Auch wenn immer wieder die Angst vor drohenden Blackouts geschürt wird, gibt es inzwischen diverse Studien, Modell- und Praxisprojekte, die zeigen, dass eine Versorgung mit 100% erneuerbaren Energien problemlos möglich ist.

Die andere Richtung ist die kurzfristige Betrachtung der realen Fälle von Stromausfall aus der regionalen Tagespresse. Sicher eine Momentaufnahme, aber auch ein Indiz, wer aktuell versagt hat, wenn die Lichter ausgehen.

blog.stromhaltig hat schon sehr oft über Blackout und seine Ursachen geschrieben. Tatsache ist, dass bislang kein dokumentierter Fall von Blackout durch Erneuerbare Energie gefunden wurde. Sollte ein Leser einen solchen Fall kennen, dann bitte einen Link als Kommentar.

12.02.2014 – Die Darmstädter Ratte

Nach Bericht von HR-Online fällt der Strom am Bahnhof für einige Minuten aus. Ein Nager ist in die Stromversorgungsanlage des Gebäudes eingedrungen und hatte einen Kurzschluss verursacht. In jedem Betriebskonzept für ein Rechenzentrum ist zu dokumentieren, welche Maßnahmen getroffen wurden um Hochwasser, Schädlingsbefall, usw… vorzubeugen. Ohne diesen Nachweis gibt es keine Zertifizierung für einen sicheren Betrieb.

03.02.2014 – Stuttgarter Spannungseinbruch

Die Stuttgarter Zeitung schreibt von 2 Minuten Dunkelheit am Tage. Als Ursache gilt ein technischer Defekt im Umspannwerk Löwentor. Behoben wurde der Ausfall durch eine Umschaltung, die zu einem Spannungseinbruch im gesamten Stromnetz der Landeshauptstadt führt. Ob etwas mehr Redundanz hier etwas verbessert hätte, bleibt unklar. Der Spannungseinbruch war aber doch vorhersehbar? Oder gibt es im Betrieb hier wirklich keine Informationen. Brisant, da in Stuttgart das Konzessionsvergabeverfahren noch nicht all zu lange vorüber ist. Hat da jemand die Kontrolle ernst genommen?

12.02.2014 – Stuttgarter Baggerbiss und Kabelbrand

Ebenfalls von der Stuttgarter Zeitung kommt  der Bericht von zwei weiteren Stromausfällen im Ländle. Markant an diesem Fall, dass wieder ein Bahnhof betroffen ist. Was passiert eigentlich, wenn der Strom in einem unterirdischen Bahnhof ausfällt? – Oberirdisch ist von Chaos die Rede. In Folge von Bauarbeiten kommt es immer wieder zu Stromausfällen in ganze Deutschland. Bauarbeiten finden allerdings nur mit vorhergehender Genehmigung statt. Gelingt es die Lage und den Verlauf der Stromkabel zu dokumentieren und zu kommunizieren?

14.02.2014 – Das Fürther Rock-Fußballspiel

Die Nürnberger Zeitung berichtet über den Vorfall, bei denen die Besucher eines Fußballspiels durch gezückte Handys bei Dunkelheit eine ganz eigene Atmosphäre schafften. Eigentlich war der Strom nur wenige Sekunden ausgefallen, allerdings mussten die Flutlichtmasten mindestens 15 Minuten abkühlen, bevor sie wieder gestartet werden konnten – so lange blieb das Stadion im dunkeln.

18.02.2014 – Der Kurzschluss von Wedemark

Der längste Stromausfall wurde durch einen Kurzschluss und in Folge eines Kabelschaden im Mittelspannungsnetz verursacht, so die HAZ in ihrer Online-Ausgabe. Fast 1,5 Stunden waren die Bewohner von mehreren Orten ohne Strom, bis die Versorgung wieder gesichert werden konnte.

Kuzschluss im Verteilnetz

Kabelbrand, Baggerbiss, technischer Defekt: Hauptursache für längere Stromausfälle sind Störungen im Verteilnetz, in deren Folge es zu einem Kurzschluss kommt. Ähnlich dem heimischen Stromkreislauf, haben auch die Verteilnetze einen Schutz für den Fall eines Kurzschlusses. Unternehmen wie ABB oder Siemens bieten schon lange Schaltanlagen an, die kontinuierlich die Leitungen überwachen, und durch einen unabhängiger Maximalstromzeitschutz (UMZ) betroffene Leitungen abschalten können. Per Fernwirktechnik wird der Kurzschluss an einen Leitstand gemeldet und es können entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Im schlimmsten Falle muss – wie beim Hausanschluss – jemand nachsehen, wo genau der Kurzschluss verursacht wurde.

Durch eine Ringanbindung der einzelnen Trafostationen kann ein Ausfall lokal begrenzt werden, da eine „n-1“ Sicherheit hergestellt wird. Die Praxis zeigt allerdings viele Baumstrukturen zur Verteilung und kein flächendeckender Einsatz von Fernwirktechnik. Auch sind einige Verteilstationen noch immer mit veralteter Schmelztechnik als Kurzschlussschutz ausgestattet.

Die Blackout-Verhinderer

Ein Blick auf die aktuellen Stromausfälle zeigt, dass die Versorgungssicherheit aktuell eher nicht gefährdet ist. Kontrollinstanz bei allen hier dokumentierten Fällen ist die die lokale Politik, die den Auftrag für den Betrieb des Stromnetzes, die Intelligenz der Trafostationen und vor allem die Planungen für den Fall der Fälle fremdvergeben hat.

Im Jahre 2014 sind in Bayern und Baden-Württemberg Kommunalwahlen. Eine Wahl, bei der es auch darum gehen kann den Katastophenschutz nicht für das Stromnetz einsetzen zu müssen.

Verlässlicher Netzbetrieb beim Strom ist Daseinsvorsorge. 

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